Ich konnte ihn vom ersten Augenblick an nicht leiden. Die Rede ist von Richard Kraft, Rhetorikprofessor aus Tübingen.
Kraft ist die Hauptperson im Buch was sich schon am Titel “Kraft” erahnen lässt. Nicht trotz, sondern wegen dieser Abneigung von Beginn an habe ich es bis zum Ende und dies auch noch sehr gerne.

Das macht den Sog des Buches aus, dass einem die Hauptperson so nahe kommt, dass sie einem unendlich auf den Geist geht, dass nebenbei die große Theodizee-Frage warum Gott Leiden zulässt und wo die Grenzen der Technik liegen, erörtert wird und sich so genervt – und gleichzeitig fasziniert ein Sog entwickelt.

Wie hat er das um Himmels willen alles nur recherchiert, habe ich mich beim Lesen immer gefragt.
Die Auflösung kam am Ende in der Danksagung. In der Schweiz arbeitete er an seiner Dissertation über die Frage von Theodizee und Technodizee, die eine zentrale des Romans ist.
Er schrieb sie nie zu Ende, dafür dieses Buch. Er hoffe, dass es eine kleine Entschädigung sei, wendet er sich an seine Tutoren. Für die kann ich nicht sprechen. Ich hingegen bin dankbar für seinen Umschwung im Leben.

 

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