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Nur Mut

Mut wird belohnt.
Ich liebe Eclaires. Habe mich aber nie daran getraut, weil allein das Wort Brandteig sich gefährlich anhört oder zumindest nach etwas, an dass man sich erst nach dem Besuch eines Patisserie-Kurses wagen darf. Ein solcher Kurs steht zwar auf der Liste der Dinge, die ich unbedingt noch machen möchte, aber bis dahin auf Eclairs verzichten? Nein.

Der Weg war mit Hindernissen gepflastert. Ein Rezept war schnell gefunden. Als ich dieses hier gelesen hatte, wusste ich, die Dame weiß wovon sie spricht, wir verstehen uns. Nur wer den Eclaire-Genuss in Pariser Cafes erlebt hat, kennt die Liga, in der ich spielen möchte. Ich nehme keine falschen Windbeutel. Ich will Eclaires.

Noch am Samstag wurden dann alle Zutaten eingekauft. Nur um am Sonntag Morgen festzustellen, dass der Ehemann in einem mitternächtlichen Hungeranfall nach Omelett den Eierbestand drastisch und auf Eclaire-untaugliche Maße reduziert hatte.
Das sollte mich nicht hindern. Werden es eben nur halb so viele.

Der Brandteig. Der Brandteig fordert Armmuskeln. Anfangs war ich skeptisch, ob ich das Stadium „löst sich in Fäden vom Holzlöffel“ je erreichen werde. Aber Ei für Ei kam ich ihm näher. Das erste Blech war eher flach und wollte nicht so recht aufgehen. Das zweite dafür vorbildlich.
Die Creme de Patisserie war auch gar nicht so schwer, wie man dem Namen nach vermuten dürfte. Statt Mokkalikör habe ich Whiskey genommen, was sich als die beste Entscheidung meines Lebens herausstellte. Wegen besagten Eiermangels habe ich eine Fülllungs-Alternative entwickelt, die nicht von schlechten Eltern ist. Fazit: Sahne und Nutella ergeben eine prima Schokoladenussnougatfüllung. Schmeckt süß-herb und einfach göttlich.
Letzter Stein auf dem Weg zu den perfekten Eclaires: Der Puderzucker für die Glasur war auf einmal nicht mehr auffindbar, was mich zu der wunderbaren Entdeckung führte, dass geschmolzene Kinderschokoladenbonbons mit ein wenig Sahne, eine Glasur ergeben, die ihresgleichen sucht und schnöden Puderzuckerguss ganz blass aussehen lässt.

Sonntagslektion, die ich mit in die Woche nehme:
Mehr Mut in der Küche.
Mehr Mut im Leben.
Er wird belohnt.

9 Kommentare

  1. ja, unbedingt mehr mut! überall. hach eclairs, da habe ich auch noch ein wenig respekt vor, aber dein mut stachelt an 🙂

  2. stepanini sagt

    Es ging wirklich gut.
    Das erste Blech nicht so. Aber die habe ich einfach aufgeschnitten und die Füllung so rein.
    Also ich ergänze: Mehr Mut und wenn es nicht klappt, immer das Beste draus machen 😉

  3. Oh, bei Dir auch Luftikusse! Und -ohmygoodness- bin ich erleichtert, dass ich nicht alleine zu kämpfen hatte mit den petits m***eux! 🙂 Mein Waterloo war ebenfalls die Glasur, und Dein Motto „mehr Mut – und das Beste draus machen!“ unterstreiche ich doppelt!

  4. jaaaaaaaaaaa mehr mut, ich bin dabei! danke für deinen feinen mutigen kocherfolg und deine lieben worte bei mir!susanne

  5. stepanini sagt

    Das ist ja Gedankenübertragung. Ich esse die so, so gerne. Weil sie mehr ein Lebensgefühl, also nur Lebensmittel sind.

  6. stepanini sagt

    So gerne. Ich nehme Dein deli immer als daily und schaue täglich vorbei.

  7. So eine nette Backbeschreibung habe ich lange nicht mehr gelesen. Herrlich! Und so lange Whiskey im Spiel ist kann meiner Meinung nach eh nicht viel schief gehen. Ich würde gerne mal probieren…

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