denken, leben, lesen
Kommentare 7

Gemeinsames leben ohne wenn und aber

Manche Bücher unterhalten. Sie sind ein netter Zeitvertreib, ein kurzer Wegbegleiter. Manche Bücher verändern. Dieses ist so eines. Briefe an D. – Geschichte einer Liebe. Eine wahre Geschichte, die ein Leben beschreibt. 58 Jahre gemeinsamen Lebens. 58 Jahre. Ich merke schon nach nur zehn, wie aus einer Einzelgeschichte eine gemeinsame wurde. Wie es ein stetiges Ringen ist um Raum alleine, gemeinsam. Wie sehr ich durch den anderen zu dem geworden bin, was ich heute bin. Natürlich bin ich ich, aber irgendwie auch so wenig ohne den anderen. Zu vertraut mir alles. Zu verwoben unsere Leben, die eines sind, die gemeinsam aufbauen, Neues gründen.

Das Buch ist traurig. Aber so ist das Leben manchmal. Und doch schwingt da dieser Lebenshunger durch. Und dieses Bewusstsein, dass es so wichtig ist, mitten in der Gegenwart zu leben, den Reichtum unseres gemeinsamen Lebens zu achten, nicht das Leben auf später zu verschieben. Diese „wenns“. Wenn die Kinder erst da sind, wenn sie aus dem Haus sind, wenn wir wieder für uns sind. Die „wenns“ sind gefährlich. Leben, gemeinsam leben, als Geschenk betrachten, was es auch ist. Ohne wenns und abers.
Das Buch lesen – auch ohne wenn und aber – immer wieder, und verändert zurückbleiben.

7 Kommentare

  1. oh, ich muss immer so schnell weinen beim lesen … das hört sich ganz nach so einem buch an … ich lese ja sehr gerne biographien und zur zeit die von carl larsson … ganz anders aber auch bewegend. liebe grüße.

  2. doris sagt

    es ist wunderschön,,ich glaube ich muß es auch mal wieder lesen,,,,

  3. ja, das Wein-Potenzial ist hoch. Aber es lohnt sich trotzdem. Weil so 58 Jahre rekapituliertes Liebesleben, das hat etwas zu sagen. Ich ärgere mich ja oft über herumliegende Socken, nicht ausgeräumte Spülmaschinen, nicht aufgesetzte Mützen… das ist so nebensächlich. Oh Carl Larsson. Das klingt spannend. Auch weil ich danach die Werke immer mit anderen Augen sehe. Berichte mal, wie du es fandest.

  4. mach ich (berichten). und ja, man ärgert sich, über viel zu vieles, total unwichtiges. denke ich auch immer wieder, aber noch nicht oft genug. aber leben heißt ja nicht perfekt sein, aber vielleicht immer ein kleines bißchen besser werden 🙂

  5. Pingback: definiert | stepanini

Kommentar verfassen