Monate: August 2012

gelesen

Was ein Buch! Die Geschichte, um die es geht, ist keine neue. Eine alltägliche Lebensgeschichte: Wie er seine Frau kennen lernt, wie sie sich verlieben, wie sie Kinder bekommen und was dies alles mit seinem Leben macht. Es ist die schonungslosen Offenheit, mit der er erzählt, die mich berührt. Gedanken, die sonst verborgen bleiben, weil es entweder zu schwer ist, sich dies einzugestehen oder weil ich sie gar nicht wahr haben will. Es zu lesen, in all seiner Klarheit, den Alltag seziert zu bekommen, lässt mich anders zurückbleiben, neu sehen. Mehr kann ein Buch nicht geben.

hoch zehn

  Nur Musik kann das. Vergessen lassen, erinnern, Kraft geben, intensiver erleben lassen. Meine neuste Lieblingsmusik tut all dies in einer ganz eigenen Intensität.

*gesehen

Mitte Ende August ist der richtige Zeitpunkt um einen Film anzusehen, der genau so heißt. Die Bilder sind gewaltig. Gewaltig im Sinne von wunderschönen Bildern, blaues Abendlicht und eine Melancholie, die sich in allem wiederfindet. Zurück bleibt die Liebe für die letzten Tage im August und eines der schönsten Filmzitate: „Vielleicht ist ja irgendwann ein Zeitpunkt gekommen, wo wir nicht mehr blindlings überall hinlaufen müssen, nur um zu gucken, wie es da ist. Wo wir uns lebendig fühlen können, ohne dass immer gleich etwas ganz Neues beginnt. Ich glaube, ich glaube einfach, wir müssen uns entscheiden. Ganz einfach.“

Alles in Butter

  Sahne in der Kitchen-Aid vergessen und heraus kommt: Butter. Manches Landei mag das schon wissen. Für mich, war das eine große Entdeckung, die mich zu ganz neuen Höhen beflügelt. Dazu passend wäre wohl Parmesan.

Leidenschaftlich

Ein Film, den ich sehen möchte. Wegen der Faszination Asien, aber vor allem, weil es mich berührt, wenn Menschen ihre Passion leidenschaftlich verfolgen. Jiro dreams of Sushi: Eine Dokumentation über den 85-jährigen Sushi-Meister Jiro Ono, der mit seinem Restaurant in der U-Bahn Tokoyos bereits drei Michelin-Sterne erhielt. Über sein Verhältnis zu seinem Sohn und seinen lebenslangen Weg zu dem perfekten Stück Sushi. Bewegend.

Ort des Geschehens

  Die Küche. Kochnische wäre passender. Studentisch in einen Erker gezwängt, beherbergt sie alles was ich benötige. Was ich mag ist, dass so Küche und Esszimmer ineinander übergehen. Kochen, zusammensitzen, lesen, backen – alles findet in einem Raum statt. Und weil nicht nur die besten Parties, sondern auch die besten Gespräche in der Küche stattfinden, ist diese Konstellation die beste. Was zählen schon qm? Schöne gibt es auch hier zu sehen.

Freitagsfragen

Jeden Freitag Fotofragen von Steffi. Eine Neuentdeckung? Lecker Bakery. Jede einzelne Seite habe ich mir angemarkert und die Kuchenversorgung für die nächsten Monate ist gesichert. So vieles zum Ausprobieren. Gedacht: „Warum mache ich das nicht öfter?“ Kurz einkaufen, alles einpacken und ab in den Biergarten. Käse, Salami, Oliven und ein Bohnensalat vom Türken – ausgebreitet unter Kastanienbäumen an einem lauen Sommerabend. Glück kann so einfach sein. Wo hast du dich besonders wohl gefühlt? Sonntag mit der Kaffee und Zeitung im Bett. Ausgiebigst jede Seite einzeln lesen, Milchkaffee genießen und die Ruhe jede Minute auskosten. Was hat dich überrascht? Meine eigene Courage. Was würdest du am liebsten selbst behalten? Es scheint gut zu sein, weil ich bisher nichts bekommen habe.

Zwiegespräch

Ich habe mich daran gewöhnt, meine Sachen zu erledigen, ohne innerlich zu reden, ohne meinen Spiegel zu Rate zu ziehen, fast ohne zu denken und noch weniger zu schreiben. Ich kenne andere Augenblicke, in denen ich mich frage, ob die Menschen, die einfach nur das Leben genießen, nicht die klügsten sind? Warum bin ich so darauf versessen, zu arbeiten, zu verstehen, intelligenter zu werden und andere Leute zu beflügeln? Anais Nin