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sehnsüchtige Melancholie

„Wie schwach ich bin, wie träge im Herzen. Ich spüre es in der sehnsüchtigen Melancholie, die über mich kommt, wenn ich auf einem Kissen vor dem Gasofen sitze, um die Wärme zu spüren, die ich so liebe. Ich bin schlecht, wenn ich morgens im Bett liege und zögere aufzustehen, weil Frühstückmachen mich erwartet. Ich bin schlecht, wenn ich meine Freude an dem in den Schaufenstern ausgestelltem Luxus habe, wenn ich unbedingt einen neuen Hut oder ein neues Kleid haben will; alle meine Freuden sind schlecht – meine Liebe zum Luxus, mein Begehren, bedient zu werden, meine Liebe zu sichtbarer Schönheit, meine Augenblicke sehnsüchtiger Träume, meine Vorliebe fürs Nachdenken, fürs Lesen und Schreiben, meine müßige Liebe zur Natur, mein Grübeln in Buch- und Antiquitätenläden.“

Anais Nin

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