Monate: November 2012

Anteilnahme

Was bei uns passierte , als meine Mutter starb. Das habe ich dir nie wirklich mitteilen können. Iris. Du hast damals meinem Schmerz zugeschaut. Du hast nicht so getan, als träfe Dich, was mir passierte, so, wie es mich traf. Und dafür, dass Du zuschauest und wie Du zuschauest, liebte ich Dich wie nie zuvor. Ich würde immer so tun, als treffe mich, was Dich trifft, genau so, wie es Dich trifft. Dein Dabeistehen, Iris, das ist, Entschuldigung, das ist Größe.  Martin Walser, Das dreizehnte Kapitel

Der letzte Kürbis des Jahres

  Der erste Schnee fällt, der richtige Zeitpunkt ein letztes Mal den Kürbis zu huldigen. Der Kürbis, der nicht nur in Suppen schmeckt, sondern auch im Gebäck eine ganz vorzüglich Rolle spielt. Das Ergebnis: Zimtschnecken mit Kürbis. Kürbis-Zimtschnecken inspiriert von hier 6 Teelöffel Butter 1/2 Tasse warme Milch 2 1/4 Teelöffel Trockenhefe 3 1/2 Tasse Mehl 1/4 Tasse brauner Zucker 1/4 Tasse Zucker 1 Prise Salz 1/2 Teelöffel Zimt 1/4 Teelöffel Muskat 1/8 Teelöffel Kardammon 1/4 Teelöffel Ingwer 2/3 Tassen Kürbis 1 EI Füllung 3/4 Tasse brauner Zucker 1/4 Tasse Zucker 1 Prise Salz 2 Teelöffel Zimt Glasur 250 gr. Frischkäse etwas Milch 2 Tasse Puderzucker Vanillepulver Butter schmelzen, mit warmer Milch und der Hefe verrühren. Schaumig schlagen und vorsichtig mit Mehl, Zucker, Salz und den Gewürzen vermischen. Kneten, kneten und nochmals kneten. Eine Stunde ruhen lassen, bis sich die Größe verdoppelt. Den Teig ausrollen. Mit geschmolzener Butter, Zucker, Salz und Zimt bestreichen, zusammenrollen und in Stück schneiden. In eine gebutterte Form und nochmals 1/2 Stunde gehen lassen. Bei 180 Grad backen, auskühlen lassen und …

Hört. Hört.

Wenn es von Tex kommt, kann es nur gut sein. Fasziniert von allem, was er tut, wie er es tut, habe ich mir sein neustes Hörbuch gekauft. Khalil Gibran, gesprochen und wunderschön untermalt, Sätze und Worte über das Leben, das richtige Leben. Dieses Buch bedeutet mir schon lange sehr viel. Hörend statt lesen entdecke ich immer neue Seiten, Sätze, die bisher untergeangen sind. Gut. So gut. Weise. Auf eine ganze spezielle Art.

Kulinarischer Ausflug über den Atlantik

Kürbis Pie scheint mir aus der Ferne das Pendant zum deutschen Marmorkuchen. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept, es gibt alle Varianten und so richtig kann man sich unter dem Namen nichts vorstellen. Probiert. Nach dem Rezept von Martha, weil die amerikanische Hausfrau schlechthin, ja wissen muss, wie es geht. Schmeckt gut, ungewöhnlich. Nicht zu süß, leicht nussig. Irgendwie herbstlich. Zieht ein auch in unser Haus.

französisch geküsst

Audrey Tatou allein ist ein Grund für mich einen Film zu sehen. Französischer, süßer, petiter geht nicht. Ich bin bezaubert und hingerissen. Diesen Film trotz wenig ansprechendem Titel gesehen. Wegen Frau Tatou. Er tut das, was nur französische Filme mit Audrey können. Aus dem Kino leichteren Fußes in die Welt treten, die auf einmal mit einem Paris-Schleier überzogen, so heiter und wunderschön daherkommt.

tugendhaft

„Aber wer kann immer auf dem Gipfel leben? Denken über die Tugenden ist Bewusstmachen der Entfernung von ihnen. Denken über ihre Vorzüge ist Denken über unsere Unzulänglichkeit oder unsere Erbärmlichkeit. Es ist ein erster Schritt. Der Rest ist zu leben.“ Andre Comte-Sponville, Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben

Keksauftakt

Dunkelherb und süß. Aber nicht zu mächtig. Feine Schokoladennote und cremiger Buttergeschmack. Als Auftakt für die Weihnachtsbäckerei mit selbstgemachten Oreo-Keksen gestartet, die zeitlos sind. Oreo-Kekse nach einem Rezept von hier 200 gr. Butter 100 gr. Puderzucker 1 Päckchen Vanillezucker 1 Eigelb Salz 275 gr. Mehl 30 gr. Kakao ….. 150 gr. Butter 150 gr. Puderzucker 1 Vanilleschote Buter mit Puderzucker, Vanille, Eigelb, etwas Salz zu einem Teig kneten. Das Mehl und den Kakao zumischen, solange kneten, bis sich ein glatter Teig formt. In Frischhaltefolie im Kühlschrank für zwei Stunden kalt stellen. Bei 175 Grad für 10 Minuten backen und währenddessen Butter, Puderzucker und das Mark der Vanilleschote verrühren. Die ausgekühlten Kekse mit der Füllung bestreichen. Fertig.  

Über die beruhigende Wirkung von Möbelhäusern

Wenn es wild zugeht, dann habe ich für mich kleine Geheimrezepte entdeckt. Sie helfen, wenn der nächste Urlaub noch weit, die Ansprüche groß und das Tempo hoch ist. Was mich ruhig macht, in hektischen Zeiten: Der Besuch von Möbelhäusern. Durch Wohnwelten zu schlendern, gedanklich neu einrichten, Stühle und Sofas im Kopf arrangieren. Die Unruhe lasse ich dort. Das Aufgeräumte und Klare nehme ich mit. Und manches Mal auch ein paar Teelichter.

Wahre Stärke

Ein Film , den ich im September gesehen habe und der mir heute noch nachgeht. Er dokumentiert eines der schlimmsten Dinge, die einem Menschen passieren können. Was bei mir nachklang, war jedoch nicht der Schrecken, sondern die ungemeine Stärke einer Frau. Die Bewunderung für das, was sie aushält, wie gnadenlos sie sich der Welt wieder stellt und wie sie in ihrer vermeintlichen Schwäche eine Größe und Kraft ausstrahlt. Sie schaut nicht weg, sondern sieht hin. Ich lese das Buch und verneige mich mit jeder Seite vor diesem starken Geist und Lebenswillen. Schwach sein, stark sein. Schwach ungemein stark sein.

Montagsmögen

Jeden Montag. Zwei Dinge, die ich mag: „Do more of what makes you happy“. Immer wieder sagen, immer wieder tun und am besten gleich an die Wand hängen, damit ich es nie mehr vergesse. [1] Diese Hand. Einfach so. Völlig unnütz würde sie auf dem Fenstersims stehen. Gerne noch herhalten für das ein oder andere Interior-Instagram-Bild. Aber ansonsten nur gut aussehen. Was ja auch schon einmal etwas ist. [2]  

Glücklichmacher

Noch warmer Hefekuchen nach einem kalten Novemberspaziergang ist die Höchstform des Glücks. Wenn sich noch Birnen, Ricotta und Thymian dazu gesellen, dann ist eine Steigerung kaum möglich. Birne-Ricotta-Thymian-Blechkuchen (adaptiert nach einem Rezept aus der Lecker Backery) 250 ml Milch 1 Hefewürfel 75 gr. Zucker (Teig) 100 gr. Zucker (Belag) 500 gr. Mehl etwas Salz 5 Stiele Thymian 500 gr. Ricotta 1 Ei 2 EL Zitronensaft 6 Birnen Milch aufwärmen, Hefe und etwas Zucker darin auflösen. Die Hefemischung dann mit dem Mehl, dem Zucker und dem Salz zu einem Teig kneten. Eine halbe Stunde gehen lassen. Nochmals kneten, auf ein gefettetes Backblech ausrollen und nochmals gehen lassen. Für den Belag einfach Ricotta, Ei, 100 gr Zucker, Zitronensaft und Thymain verrühren. Auf den Hefeteig geben und anschließend die geschälten Birnenspalten verteilen. Bei 200 Grad für eine halbe Stunde backen. Anschließend nochmals mit Thymian bestreuen und etwas braunem Zucker. Glücklich sein.