Monate: Januar 2013

richtig

„Nach zwanzig Jahren suche ich immer noch nach dem stumpfen Fokus, den ich als Leistungsschwimmerin hatte. Nach einhundert Trainings bin ich vielleicht besser. Nach einhundert Arbeitsblättern geht es mir vielleicht besser. Nach einhundert Bahnen bin ich vielleicht gesünder. Nach einhundert Seiten, nach einhundert Skizzenbüchern, wann wird es sich richtig anfühlen?“ aus:Bahnen ziehen

diszipliniert

„Künstlerische Disziplin und sportliche Disziplin sind Vettern, sie verlangen das Gleiche, die un-besondere Übung: mühevoll und im tiefsten Dunkel verborgen, so privat wie Eingeweide, aber immer heilig. […] Wir sind uns einig, dass jeder unbedingt eine Sache tun sollte, auf die er keine Lust hat.“ aus: Bahnen ziehen

abgelenkt

Kurze Stippvisiten in der Kaffeepause gelingen per Internet. An afternoon with. Interessante Menschen, spannende Orte. Eine kurze Auszeit zwischen Meetings oder eine Verschnaufspause am Abend. Ganz bequem von zu Hause aus. Wie wunderbar.

traumhaft

Kilometer trennen. Manchmal wünschte ich mir so sehr, dass die Freundin aus Studientage um die Ecke wohnte. Ich Käse und Wein einpacken, mich im Kaffee oder zu Ausstellungen verabreden könnte. Aber die eine hat es gewagt und das wahr gemacht, wovon viele nur träumen. Die Koffer gepackt und ans andere Ende der Welt ausgewandert. So weit und doch bin ich dankbar dafür, dass ich doch etwas von ihrem Leben mitbekomme. Und weil in grau verhangenen Januar-Tagen ein kleiner Ausflug gut tut, lade ich ein in eine wunderbare Welt.

zielgerichtet

Noch so weit davon entfernt. „Das Vorgefundene zunächst einfach hinzunehmen, wie es ist. Auch wenn es ungewohnt, unerwartet, unlogisch, widersinnig erscheint und unbezweifelten Annahmen oder vertrauten Gedankengängen widerspricht. Die Dinge selber sprechen zu lassen, ohne Seitenblicke auf Bekanntes, früher Gelerntes, ‚Selbstverständliches’, auf inhaltliches Wissen, Forderungen der Logik, Voreingenommenheiten des Sprachgebrauchs und Lücken des Wortschatzes. Der Sache mit Ehrfurcht und Liebe gegenüberzutreten, Zweifel und Misstrauen aber gegebenenfalls zunächst vor allem gegen die Voraussetzungen und Begriffe zu richten, mit denen man das Gegebene bis dahin zu fassen suchte.“ Johann Wolfgang von Goethe

entschlossen

In den Nächten, die lang werden, erinnere ich mich an ein Interview. Auch wenn es nicht das Leben ist, dass ich wählen werde, so spornt mich diese Entschlossenheit auf besondere Weise an und sagt mir, dass es möglich ist. „Es gibt Momente im Leben, da muss man sich entscheiden. Ich wusste, dass die …[die Entscheidung für die Forschung] bedeutet täglich mindestens zehn bis zwölf Stunden im Labor zu stehen. Und plötzlich wusste ich, dass das mein Platz ist.“ „Eine Errungenschaft des Älterwerdens ist, dass ich meine Kräfte besser einschätzen kann. Ich weiß, dass ein bestimmter Grad der Übermüdung eine schöpferische Seite von mir freisetzt, vielleicht, weil dann die Kontrollzentren des Bewusstseins nicht mehr so perfekt funktionieren. „ „Mir gibt das eher Energie, als dass es mich anstrengt. Das hat vielleicht etwas mit Leidenschaft zu tun, sicher mehr als mit dem Willen, etwas zu erleben.“ Aus einem Interview mit der Hirnforscherin Hannah Monyer von hier.

brutal

Kein Mitleid, kein getünchtes Rosarot sondern klare Worte und schonungslose Bilder. Ein Film, der nachwirkt. Die Brutalität hat mich getroffen. So sehr, dass ich manches Mal nicht hinsehen konnte und der Impuls wegzusehen, war oft da. Aber es lohnt sich, den Blick nicht abzuwenden. Heraus kommt eine Liebe, die ebenso schonungslos ist. Nicht leicht, aber vielleicht gerade deshalb so schön.

nussig-buttrig

Eine  Tasse Cashew-Nüsse bei 180 Grad im Ofen rösten, auskühlen lassen und dann im Mixer zerkleinern. Die Nuss-Mischung mit zwei Tassen Mehl und 1/4 Teelöffel Salz vermischen. Eine Tasse Butter und zwei Tassen Puderzucker ebenfalls dazugeben und gut durchkneten. In den Kühlschrank legen. Mir war es schon süß genug, aber im Original kommt noch Puderzucker drauf, bevor es bei 180 Grad für zwanzig Minuten in den Ofen geht.

klar

„A few times in my life I’ve had moments of absolute clarity. When for a few brief seconds the silence drowns out the noise and I can feel rather than think, and things seem so sharp and the world seems so fresh. It’s as though it had all just come into existence.  I can never make these moments last. I cling to them, but like everything, they fade. I have lived my life on these moments. They pull me back to the present, and I realize that everything is exactly the way it was meant to be.“ ― Christopher Isherwood

mag am Montag

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Sinnlich. Ein so schönes Wort, ein so gutes Gefühl. Und kann mehr Sinnlichkeit in einem Bild stecken? [1] Sinnliches von einem solchen Teller [2] essen oder sich doch lieber an ihm an der Wand erfreuen.

besonders

„Eines Nachts, als ich nicht schlafen (und nicht backen kann), denke ich über das Konzept des Besonderen nach. Dass wir uns als gute Sportler darüber definieren, etwas Besonderes zu sein, doch dann unterwerfen wir uns einer Routine, bei der wir stumpfsinnig das ausführen, was uns gesagt wird. Ich denke über die Beschränkungen nach, die das Besondere braucht: eine Reihe von un-besonderen Dingen tun, sehr gut, immer wieder, eine Million Mal, bis irgendwann, vielleicht, das Besondere eintritt. „ aus: Bahnen ziehen