Monate: März 2013

versunken

Zurückgezogen, eingegraben. Die eigenen vier Wände nur selten verlassen. Nur der Kopf ist gereist. Hat Gutes gehört, Unglaubliches gelesen, Traurigem gelauscht. Wieder bereit für das Karussell des Alltags.

Post aus meiner Küche

Kindheitserinnerungen:  Mohnschnecken vom Hausmeister in der Schule. Kommt gleich nach Mohrenkopfbrötchen, die es locker auf diese Liste schaffen könnten. Die Mohnschmecken folgen diesem Rezept, in dem sich Kartoffeln verstecken, die den Teig noch saftiger machen. Den Zimt durch Mohn ersetzt, den Frischkäseguss gelassen und heraus kommen Mohnschnecken, die Erinnerungen wecken und Spuren hinterlassen. Denn nur ordentlich Mohn sorgt für Mohnschneckenglück.

Drei Sätze: Ein ganzes Leben

Drei Sätze, die es mir angetan haben: „Ich war gewohnt, das Leben zu doppeln: in ein Hier und Jetzt und Dann und Dort.“ „Ich meine nicht Sehnsucht nach einem bestimmten Was, sondern Sehnsucht als das, was ein Leben ausmachen, für das es konstitutiv werden kann.“ „Sie muss weiter diesem Drang zum Verstehenmüssen nachgehen.“ aus: Hannah Arendt

lebenschlau

„Man muss an traurige Dinge so wenig wie möglich denken.“ „Ich habe meine ganze Kindheit und halbe Jugend aber doch mehr oder weniger so getan, als ob es für mich das Leichteste und Selbstverständlichste auf der Welt sein würde, sozusagen das Natürliche, allen Erwartungen zu entsprechen. Vielleicht aus Schwäche, vielleicht aus Mitleid, aber ganz sicher, weil ich mir nicht zu helfen wusste.“ aus: Hannah Arendt

sichtbar

„…sichtbar werden und sie machte die Entdeckung, dass dazu nicht nur Intelligenz und Tiefsinn gehören, sondern vor allem Mut. Und zwar der Mut, auf seine Besonderheit verzichten, sich aus der Hand geben zu können, zu lernen, ein Mensch unter Menschen zu werden. Ein Mensch unter anderen zu sein, heißt auch, sich im Gespräch auseinanderzusetzen, um etwas über sich zu erfahren und mit anderen zusammen die gemeinsame Welt zu gestalten.“ aus: Hannah Arendt

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Diese Flip-Flops [1], ebenso wie das Wissen, sie bald tragen zu dürfen. Ein Kochbuch [2], von einem Blog, den ich sehr mag. Und weil ich heute einfach mal mehr mag: Ein wunderschönes Lied.

aufgesetzt

„Protective clowning ….Es sind andere Worte für dasselbe Verhalten, für dieses laute Getöne und Geschreie, dieses Gelache und Herumgealbere, in das wir beide verfallen, sobald wir uns in einer Gesellschaft befinden, die unserer Meinung nach unterhalten werden muss.“ aus I.M. von Connie Palmen

unterhaltsam

„Er macht Menschen fröhlich, glücklich und ein wenig weiser. Er bewirkt, dass sich etwas in ihnen löst, und ihn dabei beobachtend, sehe ich plötzlich, welche Güte, Freigebigkeit und Intelligenz dazu gehören, andere zu unterhalten. Es steckt viel Liebe in der Unterhaltung und im Geschichtenerzählen.“ aus I.M. von Connie Palmen

großes Glück

„Ich erinnere mich an das Glück. Es war so groß, dass es weh tat.“ Ich erinnere mich auch, dass ich ihn anschaute und deutlicher als je zuvor sah, dass es ihm genauso erging wie mir, dass er genauso glücklich sein konnte wie ich und dass ich mich in seiner Art, glücklich zu sein, am meisten in ihm wiedererkannte. Auch so einer, dem es schon fast zuviel war, den das zum Schreien und Brüllen brachte, wie man vor Wut schreien und brüllen kann, und bei ihm wie bei mir war die Vehemenz des Glücks mit unbändiger Wut und Verzweiflung verwandt.“ aus I.M. von Connie Palmen

glücklich geklebt

Was tun, wenn skandinavisch weiß lackierte Fußböden in der Wunschwelt mit der Realität von dunkel lasierten Fensterrahmen kollidieren? Die Mietwohnung lässt Streichen nicht zu. Masking Tape. Das mag improvisiert sein, ist mir aber herrlich egal, weil die Räume dadurch so viel größer erscheinen, die Diskokugel viel heller funkelt und ich Streifen sowieso mag. Kein Werk für die Ewigkeit, aber ein gutes Hilf Dir selbst und mach das Beste draus.

die andere Seite der Kastanie

Kastanienmehl stand im Schrank. Schon länger. Hatte ich wohl irgendwann mal gekauft, weil ein Rezept danach rief. Das Internet befragt und eine Seite mit toskanischen Rezepten gefunden und Kastanien Cantuccini. Jawohl. 3 Eier mit 180 gr. braunem Zucker verquirlen, 150 gr. Weizenmehl und 200 gr. Kastanienmehl, 1 Teelöffel Backpulver und 3 Teelöffel Milch dazumischen. Anschließend noch 100 gr. gehackte Schokolade und 100 gr. Mandeln untermischen. Rollen formen und bei 180 gr. für 25 Minuten in den Ofen. Anschließend in kleine Stücke schneiden und zum Trocknen nochmals in den Ofen für bis zu zehn Minuten.

geliebt

Mit jeder Seite, mit dem es dem Ende zuging, wurde ich trauriger. Nicht wegen des Endes. Sondern weil ich nicht loslassen wollte. Ein wenig noch teilhaben, an dem, was ich eine gelungene Beziehung nenne. Gelungen weil da zwei starke Menschen aufeinander treffen. Zwei, die es sich nicht leicht machen. Nicht leicht mit sich selbst, mit dem Leben, miteinander. Zwei, die tiefer gehen, hinterfragen, immer wieder fragen ob ihr eigenes Tun und Handeln richtig ist. Heraus kommt ein intensives Lieben und Leben. Eine Liebe, die nicht nur stützt, sondern wachsen lässt. Dieses Buch – jede Seite ein Geschenk.

entscheidungsfreudig

Ob meine Haut ein Abbild meines Lebens oder mein Leben das Abbild meiner Haut ist, weiß ich nicht. Aber so wie ich nicht immer genau weiß, was ich will. So weiß das auch meine Haut nicht immer. Mal zu trocken, mal wieder nicht. Dieses Puder passt sich den Umständen an. Ist nicht nur Puder, sondern gibt auch Feuchtigkeit. Wie es das macht, das weiß ich nicht. Aber dass es wunderbar ist und ich mich so französisch damit fühle, denn schon Coco soll sich vor dem zu Bett gehen noch abgepudert und parfümiert haben. Das will ich. Damit kann ich leben.