Monate: Juni 2013

Über das Schöne und das Glück

Was Schönes mit mir macht. Es taucht plötzlich auf und erreicht irgendetwas ganz tief innen, es macht mich dankbar, staunend und weich. Das Schöne in Menschen, schöne Menschen, eine Blume am Hut, das Muster der Pflastersteine auf dem Weg ins Büro, wie das Licht auf den Tisch fällt. Die Schönheit wird die Welt nicht erretten, aber sie wird die der Glückseligkeit näherbringen, die auf diesem Wege gehen.“ hat Emile M. Cioran gesagt in einem Buch, das den fulminanten Titel „Auf den Gipfeln der Verzweiflung“ trägt. Vor denen rettet die Schönheit. Weil sie einfach so, ganz zwischendrin und uneigennützig, Glück schenkt, glücklich macht.

im Überfluss

Irgendwann muss ja der Punkt kommen, an dem ich sie nicht mehr sehen kann. Aber er ist noch nicht da. Bis dahin habe ich die Variante mit weißer Schokolade drin entdeckt und die Verlängerung geht in eine weitere Runde.

so schnell vorbei

„You are just in love. Und ich schreie. Weil es so ungerecht ist. Weil es unerträglich ist zu wissen, dass mir das jetzt, ausgerechnet jetzt erst widerfährt. Nach all diesen vielen Jahren der Abwesenheit des Glücks. Es ist so ungerecht dass ich all die vielen Jahre keine Ahnung hatte, dass ich unglücklich war; ich war einfach nur und ich war mit den Zuständen zufrieden. Und die Zeit verging und irgendwie war immer irgendetwas zu tun und los. Und immer gab es irgendjemand an meiner sogenannten Seite und nie war ich allein und es war gut und es war in Ordnung und alles war an seinem Platz, wie es mir schein.“ aus Untitled von Joachim Bessing

blaumerant

Blaues. Blau hätte ich gerne. Also diese Bluse hier [1], eine Küchenschaufel [2], die zwar nicht blau, aber trotzdem schön ist. Und Typographie an der Wand [3]. Dann noch blaue Stunden, blaues Meer, blauen Himmel und ein kleines, kleines wenig feeling blue.

gute Mischung

Den letzten Rhabarber verwertet. Immer wieder in dieser Variante, bis ich jene entdeckt habe. Bourbon mag ich sehr. Das Rauchige daran, die Süße der Vanille und das Saure des Rhabarbers. Für den Teig: 1/4 Tasse gemahlene Mandeln 1/4 Tasse Puderzucker 1/4 Teelöffel Salz 3/4 Tasse Mehl 6 Teelöffel Butter Alle Zutaten zusammenmischen. In Folie. In den Kühlschrank für eine halbe Stunde. In eine Tarteform und für 15 Minuten backen. Die Frucht-Füllung: 3 Tassen Rhabarber kleingeschnitten 2 Teelöffel Rohrzucker Rhabarber mit Zucker bestreuen und etwas ziehen lassen. Bourbon-Vanille-Füllung: 8 Teelöffel Butter 1 Vanillenstange 2 Eier 1/4 Tasse Mehl 1/4 Teelöffel Salz 2 Esslöffel Bourbon – gerne auch etwas großzügiger Die Butter mit der Vanille in einer Pfanne zerlaufen lassen. Goldig soll es sein. In der Zwischenzeit Mehl, Salz vermischen, die Eier hinzu und den Bourbon. Zum Schluss die abgekühlte Buttermischung. Den Tarteboden mit dem Rhabarer belegen, die Vanillefüllung darübergießen und für 35 Minuten bei 180 Grad in den Ofen.

mal was anderes

Blumenkohl macht sich nicht nur als Beilagengemüse gut, sondern taugt auch als Teig. Es schmeckt weicher, nicht ganz so fest wie das Original. Aber irgendwie auch interessant. Die Idee dazu habe ich in diesem Buch entdeckt und so funktioniert es: 1 Blumenkohl 3/4 Tasse gemahlene Mandeln Oregano Salz und frischer schwarzer Pfeffer 3 Eier Blumenkohl (ungekocht) im Mixer kleinhexeln, Mandeln und Gewürze dazugeben und mit der Hand vermischen. In die Mitte eine kleine Mulde formen, die Eier hineingeben und zu einem Teig formen. Es ist flüssiger und weicher als normaler Teig. In eine mit Backpapier ausgelegte Form und für 25 Minuten bei 200 Grad in den Ofen. Dann erst belegen und nochmals für zehn Minuten in den Backofen. Ausprobieren. Lieblingsbelag übrigens ein weiteres Beilagengemüse: Kartoffeln mit Rosmarin und Ziegenkäse. Wenn schon, dann richtig.

Nietzsche und das Musiktape

„Musik ist etwas Großartiges. Musik ist, das werden wir in den nächsten Wochen noch herausfinden, nicht nur etwas, sondern: lebensnotwendig. Musik, der Austausch von Songs, wird unser bevorzugtes Mittel der Verständigung bleiben. Im Wikipediaeintrag zum Begriff Liebe finde ich ein Zitat Friedrich Nietzsches, den ich ansonsten unangenehm fand: Denn durch die Musik hindurch sehen und hören sie, wie durch einen farbigen Rauch, ihre Leibe gleichsam ferner, rührender und weniger schwer geworden; Musik ist ihnen das einzige Mittel, ihrem außerordentlichen Zustande zuzuschauen und mit einer Art von Entfremdung und Erleichterung erst seines Anblicks teilhaftig zu werden. Jeder Liebende denkt beider Musik: Sie redet von mir, sie redet an meiner statt, sie weiß alles.“ aus:Untitled von Joachim Bessing

ans Limit

Es gibt ja diese abgeklärte Form des Verliebens. Man ist ja schließlich nicht mehr sechzehn. Die bei der man den anderen schon toll findet, so in Anbetracht der Gesamtauswahl. Aber immer auch darauf bedacht ist, nicht zu oft und nicht zu früh anzurufen, Gefühlswallungen wohldosiert zu übermitteln, weil sie den anderen nicht überfordern, nicht überfrachten sollen. Ja, das gibt es. Und dann gibt es dieses Buch. Das genau das Gegenteil beschreibt. Das vollkommen dem anderen Verfallen sein und das auch in aller Deutlichkeit, mit aller Dringlichkeit ihr kundzutun, das Reinfallen, Auflösen in den Gefühlen für einen anderen Menschen, das nicht-mehr-ohne-ihn-leben können bis zum Exzess. Exzessiv. So ist das Buch. Ich mochte es sehr. Es wurde als moderner Roman bezeichnet, weil die Liebesartikulation darin über instagram und das iphone ausgetragen werden und wahrscheinlich weil der Protagonist, neben des Liebeswahnsinns etwas mit Mode und  Medien macht. Dabei ist es doch so ein herrlich unmodernes Buch, weil das mit Herz und Haaren der einen verfallen sein, doch gar nicht in das passt, was wir Multioptionalität nennen, sich immer …

vollendet

„…Ich habe dann große Freude, bin auch stolz. Aber wenn es dann am Schluß nicht schön ausschaut, also für mich nicht – ich sage jetzt bewusst einfach nur schön, es gibt Bücher über Ästhetik – , wenn mich diese Form nicht anrührt, dann gehe ich wieder ganz zurück und beginne wieder von vorne.“ Peter Zumthor, in Atmosphären