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ans Limit

Es gibt ja diese abgeklärte Form des Verliebens. Man ist ja schließlich nicht mehr sechzehn. Die bei der man den anderen schon toll findet, so in Anbetracht der Gesamtauswahl. Aber immer auch darauf bedacht ist, nicht zu oft und nicht zu früh anzurufen, Gefühlswallungen wohldosiert zu übermitteln, weil sie den anderen nicht überfordern, nicht überfrachten sollen. Ja, das gibt es.
Und dann gibt es dieses Buch. Das genau das Gegenteil beschreibt. Das vollkommen dem anderen Verfallen sein und das auch in aller Deutlichkeit, mit aller Dringlichkeit ihr kundzutun, das Reinfallen, Auflösen in den Gefühlen für einen anderen Menschen, das nicht-mehr-ohne-ihn-leben können bis zum Exzess. Exzessiv. So ist das Buch.
Ich mochte es sehr. Es wurde als moderner Roman bezeichnet, weil die Liebesartikulation darin über instagram und das iphone ausgetragen werden und wahrscheinlich weil der Protagonist, neben des Liebeswahnsinns etwas mit Mode und  Medien macht. Dabei ist es doch so ein herrlich unmodernes Buch, weil das mit Herz und Haaren der einen verfallen sein, doch gar nicht in das passt, was wir Multioptionalität nennen, sich immer eine Tür offenhalten, nebenbei doch den parship-Account weiterlaufen lassen und dieser Sache mit dem grüneren Grass.
Modern, exzessiv, eindringlich. Ich bin ihm verfallen.

2 Kommentare

  1. Stepanini, das Buch klingt gut. Sehr gut sogar. Erst gestern habe ich darüber nachgedacht, warum ich ihn gut finde, wobei wir uns noch gar nicht kennen. Ich finde ihn gut, weil er sich meldet und ich nicht tagelang auf eine Antwort warten muss. No games. Und das ist gut so und schliesst im besten Falle das Herz auf. Liebste Grüße, Anja

  2. Ja, nie. Einfach sagen, wenn man jemanden mag oder etwas mag. Das hat etwas so Befreiendes. Und finde ich viel anziehender als sich hinter Abgeklärtheit zu verstecken.
    Yoga hat noch nicht geklappt. Wird aber angegangen.
    Danke Dir.

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