Monate: August 2013

blogverliebt: local milk

Über pinterest lässt sich sagen was man will. Ich mag es. Zwischendrin in Bildern baden und mir Ideen holen. Suche ich ein neues Rezept oder frage mich, was ich aus den leicht angedatschten Zuchini im Kühlschrank wohl so alles machen könnte, ist pinterest meine erste Anlaufstelle. Hunderte von Bildvorschlägen und dann entscheidet die Optik. Eine, die sich auf Optik besser versteht als jeder andere ist Beth Kirby. Sie postet jeden Tag eine Flut an neuen Bildern, die alle von einer unglaublichen Ästhetik zeugen. Egal ob Essen, Küchen, Natur, Wohnngen. Alles. Über 71.000 Bilder. Und auch ihr Blog mit ihren eigenen Fotografien trägt diesen schönen Hauch von Melancholie, einem tiefen Sinn für Schönheit und Ästhetik, dem richtigen Auge und einer nötigen Demut von der kleinen Alltagsdingen. Alles von Beth Kirby: 1 / 2 / 3

Da sein. Nicht nur anwesend.

Es war in New York. Vielmehr ich war in New York. Und wer in New York ist, für den ist die Moma Pflichtprogramm. Ich wusste schon, was ich sehen wollte, hatte mich schon darauf gefreut meinen geliebten Matisse endlich in echt zu sehen und – ich gebe es zu – mich auf den Museumshop gefreut, der einfach großartig ist.  Und dann stand ich auf einmal in einem großen Raum, durch weißes Plastikband aufgeteilt. In der Mitte ein Tisch, zwei Stühle auf jeder Seite und auf einem sitzt eine Frau in einem roten, bodenlangen Kleid: Marina Abramovic. Deren Name sagte mir damals noch nicht wirklich etwas. Die Künstlerin selbst saß dort den ganzen Tag auf einem Stuhl und jeder, der wollte, konnte sich ihr gegenübersetzen. Ich war in New York. Es gab so viel zu sehen. Aber nichts fiel mir schwerer als mich loszureißen von dieser Frau. An der Ballustrade zu stehen und ihr zuzusehen beim Sitzen, die Besucher zu beobachten und diejenigen, die sich ihr gegenübersetzen – das alles hatte eine Faszination und eine Präsenz, die ich nicht in …

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Schluss heißt der letzte Eintrag. Zwei Stunden lang nur gelesen, der Hals schnürrt sich zu, die Augen werden feucht, Beklemmung und doch immer wieder ein Lächeln, ob der klaren Sprache, des Witzes. Schluss.

Schreiben gegen das Fieber

„Wenn es wahr ist, was Proust sagt, dass man glücklich ist, wenn man nicht fiebert, werde ich niemals wissen, was Glück ist. Denn ich bin besessen von einem Fieber nach Erkenntnis, Erfahrung, dem schöpferischen Akt. Ich glaube, dass ich eine unmittelbare Beziehung zum Leben habe, die schrecklich und schmerzvoll ist. Zwischen der Gegenwart und mir gibt es keine Zeitlücke, keine Distanz. Nur Unmittelbarkeit. Aber es ist auch wahr, dass ich später, wenn ich schreibe, mehr sehe, besser verstehe, entwickle und ausbaue.“ aus: Die Intensität des Lebens von Anais Nin

Montagsmögen

Jeden Montag: zwei, die ich mag.  Ein Brief {1}, der mich zum Lächeln bringt. Von meinem Lieblingsstuhdesignern. „At all times love and discipline have led to a beautiful environment and a good life“, haben sie gesagt. Schönes haben sie geschaffen und wer solche Anträge macht, der hatte ein gutes Leben. Für mein offizielles Leben mag ich dieses Kleid {2}. Da ist alles weggelassen, das ist reduziert und schlicht und schön. Es spricht für sich. So muss es sein. Ob mit schlichten Kleid, ob mit oder ohne Antrag: Gutes Lied von schönen Menschen in dunklen Kellern. Mag ich auch. Nicht nur Montags.

Speiseplan für diese Woche: Melone

Die Nachkochhäufigkeit sagt alles. Ich probiere viele Rezepte aus. Oft besteht der Reiz auch nur darin, es einmal auszuprobieren. Das Neue zieht mich an. Aber wenn ich sie dann ein zweites Mal, ein drittes oder viertes Mal nachkoche, dann will das etwas heißen. Die Melonenkaltschale – in diversen Variationen – stand in der letzten Woche jeden Tag auf dem Speiseplan. Mehr muss ich nicht sagen. Das Rezept verdanke ich Ines. * 1/2 Wassermelone * 4 reife Tomaten * ein Schuß Tabasco * 1 Esslöffel Olivenöl * ein Schuß weißer Balsamico * ein wenig Meersalz und etwas schwarzen Pfeffer (ich habe Minz-Pfeffer neu entdeckt) Die Melone entkernen und ab in den Mixer, die Tomaten dazu. Würzen. Kalt stellen. Fertig. Die nächste Woche ist auch gerettet, denn es gibt noch die Variante mit Cantaloupe von Nina oder hier. Schon getestet und für gut befunden. Für so gut, dass es sie gestern schon wieder gab. Und heute abend auch und morgen…

Augen zu, Mund auf.

Es gibt Dinge, die muss man einfach probieren. Alle Theorie hilft nicht. Irgendwann kommt er. Der Punkt, an dem man es einfach wagen muss. Augen zu und durch. Was soll ich sagen über Vanilleeis mit Meersalz und Olivenöl? Beschreiben, wie das Olivenöl, so samtig ist, dass es die Vanille noch vanilliger schmecken lässt, wären da nicht zwischen drin die Salzkristalle, die das Ganze nochmals intensiver machen? Dass sich weich und kalt, salzig und sanft ablösen und füreinander gemacht sind? Was würde das bringen? Augen zu. Mund auf. Und durch.

Weil mir so danach ist

Dieses Buch bestellt und die Frau, die dahinter steckt, gegoogelt. Sie ist Chefredakterin von The German. Dem Magazin, das ich mag. Aber so gefreut habe ich mich über den herrlichsten, schönsten und logischsten aller Beweggründe, den sie für die Magazingründung angab – nämlich:“…, weil ihnen danach war.“

durch die Linse sehen

Ich mag das Fotografieren, weil es das Auge schult. Es lässt mich um die Ecke sehen, anders sehen, genauer hinblicken. Und heraus kommen Momente, die ich für immer festhalten möchte.  Ich habe gelesen, dass Klimt so gemalt hat. Er hat sich aus einem Pappkarton einen Rahmen geschnitten und konnte so einzelne Ausschnitte besser bewerten und entscheiden, ob sie tragfähig sind für ein ganzes Bild. Ich habe meine Kameralinse. Die sieht die drei. Die amerikanischen Touristinnen auf ihrem Trip durch Europe, alles spectacular, awesome, great. Alles andere fällt weg und es gibt wieder einen Grund mehr, die Welt und die Menschen darin zu lieben.