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fragil

_MG_9179„… denn ich kann nicht reden, wenn es darauf ankommt, und nicht im richtigen Ton. Ich bin dann zu bewegt und verhärte mich, um mich vom Gefühl nicht überwältigen zu lassen. Wie soll man den innerern Aufruhr, den ein Gefühl auslöst, in eben dem Moment, da es stattfindet, ganz mitteilen?“

„Es war ganz natürlich, dass Sie mir von Ihrer Freundschaft erzählten, die nun reiner, da von Verlangen, Eifersucht, Erwartungen frei sei. Man muss etwas geben; also denkt man an Freundschaft, diese edlere Schwester der Liebe, man bietet sie an und versucht dabei darzulegen, dass sie viel besser sei als die Liebe, die man vorher gab und die man nun einer anderen gibt.
Sie sind ziemlich überzeugend; übrigens ist man nie so überzeugend, wie wenn man in Ihrer Lage ist. Das man sicher erst einmal selbst überzeugen muss, findet man geschickte Argumente und einen herzlichen, überaus wirksamen Ton. Und wenn man mit seiner Beweisführung fertig ist, ist man so zufrieden mit seiner Leistung, dass die angesprochene Person, wenn sie nicht überzeugt ist, wirklich nur einen schlechten Charakter haben kann.“

aus: Fast ganz die Deine von Marcelle Sauvageot

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