Monate: März 2014

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ja warum eigentlich nicht? [1] Sollte ich mich viel öfter fragen. Zumal ich mit diesen Sneakers [2] überhaupt alles schaffe. Oder mit solchen, die schon gleich Superstar heißen. Und wenn alles nicht hilft, dann habe ich wenigstens alles versucht.

genießen

„Kann jemand das Leben genießen, der Essen nicht liebt?“ Diese Frage habe ich einmal im heimatzine gestellt. Wenn jemand mit Essen so gar nichts anfangen kann, dann fällt mir ein erster Anknüpfungspunkt. Der mag noch kommen. Es gibt ja auch Bücher, Kunst, Design, das Leben und zur Not das Wetter. Aber wenn ich merke, dass jemand genüsslich in sein Croissant beißt, sich über das gut riechenden Panini freut, am Milchkaffee riecht, dann weiß ich: Die nächste halbe Stunde geht der Gesprächsstoff nicht aus. Aus Liebe zum Kochen versammelt Texte über Menschen, mit denen ich mich sehr, sehr gerne und lange unterhalten würde. Es sind Genießer meiner Theorie gemäß, auf jeden Fall aber leidenschaftliche Köche, Foodblogger, Essensliebhaber. Es ist nicht nur ein Kochbuch. Es stellt Menschen vor, es erzählt die Geschichte dahinter und von jedem gibt es ein paar Rezepte. Und diese Kombination ist eine so schöne. Weil ein gutes Rezept noch besser wird, wenn es eine Geschichte dazu, einen Menschen dahinter gibt. Ein ganz klein wenig, wie das Gugelhupf-Rezept von der Großmutter und diese Walnussbrotrezeptur, die ich noch …

aufgelistet: Überragendes

Kirschblüten. Ansehen und einem ist klar, warum diesen Bäumen ein ganzes Fest gewidmet ist. Über die Kirschblüte: „Ohne Früchte zu tragen, lebt die japanische Kirsche gewissermaßen einzig für das wenige Tage im Jahr andauernde Erblühen in dann überragender Schönheit.“ Überragend schön, tieftraurig, nachdenklich stimmend, amüsant – von allem etwas dabei. dieses Video mit Martin Walser geht nicht spurlos an einem vorbei. auch wenn jetzt Frühling ist: Ich will einen Tannenbaum diese Bilder sehen und von Tokyo träumen Französinnen. Man muss sich einfach in sie verlieben. Es geht nicht anders. Wer das nicht versteht, muss sich nur sie anschauen. sich ansehen, wie sich eine französische  Chefredakteurin so kleidet und sich die französische Frau so gibt – nie verkehrt. diesen Post und den Exkurs über alle, die immer genau wissen, was richtig und was falsch ist. ein für mich neuer Foodblog und noch einer Herrlich. Immer wieder. Wie man in vier Bildern alles sagen kann ein Aufschieberlied. Morgen. Morgen aber wirklich.  

leichtes Wörterbuch

Es ist ein leichtes Buch, aber kein seichtes. Die Gefahr der Seichtigkeit ist ja bei Liebesgeschichten immer gegeben. Aber das Wörterbuch der Liebe ist so poetisch und klar geschrieben, dass es die flachen Gewässer gekonnt umschifft. Leicht ist es, weil die Geschichte übersichtlich ist und die Zahl der Beteiligten auch. Ein Mann, eine Frau und ein wenig noch seine Mutter. Das ist mir manchmal wichtig. Wenn die Zeit zum Lesen knapp ist, dann müssen es solche Bücher sein. Weil ich, wenn ich immer nur mal kurz und zwischendrin lesen kann, mich nicht wieder einfinde in den Cousin des Cousins und wer war jetzt nochmals die Frau? Leicht und übersichtlich die Handlung und doch so versteckt, zwischen den Zeilen, erzählt das Buch vom Anfang und vom Ende, von dem was das Auge sieht und dem was nicht, von Lüge und Wahrheit. Den so gar nicht leichten Themen. Ich mochte es.  

Freitagsmögen

Aus Montagsmögen wird Freitagsmögen: Zwei, die ich mag. Buchstabenteller {1}, weil damit jeder Wochentag zum Festtag wird. Und dieses T-Shirt in blaustem Blau {2}, weil es einfach zeitlos ist. Ebenfalls aus der Zeit gefallen: Ein Lied, das schöne Erinnerungen weckt.

Zeit lassen

Ich glaube an die Heilkraft französischer Backwaren. Es gibt wenig, das nicht durch wohl gewählte Patisserie gelindert werden kann. Frische Brioche sind saftig und warm und tuen so gut, wenn alles andere nicht nur einen Tick zu schnell, sondern einfach viel zu schnell geht. Das mag daran liegen, dass sie nur so richtig gut werden, wenn man ihnen viel Zeit gibt und Ruhe. Man muss sie immer wieder gehen lassen. Alleine lassen. In Ruhe lassen. So geht es mir auch manches Mal. Soviel zur Seelenverwandschaft mit süßem Hefeteig. Sie schmecken zu jeder Zeit. Brioche [nach einem Rezept aus der guten alten Brigitte] * 500 g Mehl vom Type 550 * 1 Esslöffel feines Meersalz * 1/2 Würfel frische Hefe * 60 Gramm Zucker * 6 Eier * 250 Gramm weiche Butter Mehl und Salz sieben. Die Hefe zerbröckeln und mit dem Zucker verrühren. Dabei löst sich die Hefe auf und wird flüssig. Eier verquirlen und mit der flüßigen Hefe in den Teig kneten. Die Butter stückchenweise einkneten, bis der Teig glatt und seidig wird. Abgedeckt über Nacht in den …

überlebt

„Baby, wenn Du kommst, brennt in der Mini-Bar noch Licht. Da steht ein Bittermandelshake, den überlebst Du nicht.“ Ich liebe diese Liedzeile. Auch wenn ich mich frage, was das sein soll – ein Bittermandelshake? Birne-Thymian-Aperitif reimt sich vielleicht nicht so gut, würde ich persönlich aber vorziehen. Mit dem lässt es sich auch vortrefflich auf Männer warten, zum hundertsten Mal nachschauen, ob nicht vielleicht jetzt gerade eine Nachricht auf dem Handy eingegangen ist oder einfach lange Tage ausklingen, das Leben feiern oder was auch immer. Birnen-Thymian-Aperitif (für bis zu 8 Personen und gab es auch hier) * 1 Birne * 12 Thymianzweige * 2 Tassen Birnensaft * 1 Tasse Mondino [mag ich, weil er hier von Hand gebraut wird.] * 1 Flasche Cremant/ Prosecco oder Schaumwein 1 Birne schneiden und die Birnenspalten mit dem Mondino, Birnensaft und ein paar Thymianzweigen für vier Stunden in einer Karaffe ziehen lassen. Anschließend mit Cremant, Prosecco oder Schaumwein auffüllen. Ein paar der Thymianzweige und Birnenspalten ins Glas geben.

wortlos

„Hast Du überhaupt gehört, was ich gesagt habe, Antonia?“ Du lockerst den Knoten, zu dem ich meine Krawatte zusammengezurrt habe. „Ja. Und ich habe auch gehört, was Du nicht gesagt hast.“ aus: Wörterbuch der Liebe von Giulia Carcasi

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Die Tatsache, dass die Frauen hinter der Linse mindestens so schön sind wie die davor. {1} Was ich schon lange wusste, aber mich freut, weil ich die Rolle der Beobachterin so mag und finde, dass die aus dem Hintergrund viel stärker in den Vordergrund rücken sollten. Diese Tasche {2} ist zwar ein utopischer Traum ganz im Hintergrund, aber wer weiß? Was ich außerdem mag: Einer, der viel zu unbekannt ist angesichts von so großartigen Liedern wie diesem.

nicht vergessen

Im Zeitmagazin ein Interview mit Spike Jonze gelesen und diese großartigen zwei Sätze gefunden, die mich den ganzen Sonntag nicht losgelassen haben. So schön und wahr und richtig und gut. Zum Auswendiglernen, zum nie Vergessen, zum mich immer wieder selbst daran erinnern. „Die Sache geht schief, ich werde scheitern. Und dann geht es doch weiter.“  „Wahrscheinlich ist es das Anstrengendste in einer Beziehung, dir selbst ehrlich einzugestehen, was du wirklich brauchst, und es zu schaffen, das deinem Partner zu sagen. Und umgekehrt. Dass man gemeinsam feststellt, was man sich geben kann und was nicht. Und das alles, ohne diese Diskussion als Angriff zu verstehen.“

sofortige Gelüsteerfüllung

Es ist schon sehr lange her. Da hatte ich eine Kollegin, die über ein Übermaß an Selbstdisziplin verfügte. Wir sprachen über Gelüste und sie sagte diesen Satz, an den ich mich genau erinnere: „Manchmal habe ich auch Lust auf ein Stück Schokolade. Dann hebe ich mir das bis zum Wochenende auf.“ Ich nicht. Ich bin streng mit mir. In vielen Dingen. Aber wenn es um Schokolade geht, warte ich nicht bis zum Samstag. Da glaube ich an den Satz „Zu spät erfüllte Sehnsucht labt nicht mehr.“ Der bezieht sich zwar auf etwas anderes, ist aber in allen Fällen wahr. Falls die Lust zu groß ist, habe ich sogar immer ein sehr großes Glas Schokoladenhaselnussaufstrich in meiner Küche stehen und der Aufstrich landet nicht immer auf dem Brot, sondern manches Mal via Löffel direkt im Mund. Vor kurzem habe ich Schokoladenhaselnussmilch als Alternative entdeckt. Auch Lust will Abwechslung. Einfach eine Tasse Haselnüsse über Nacht in Wasser einweichen. Am nächsten Tag mit zwei Tassen Wasser in den Mixer geben. Durch ein Tuch sieben. Eine halbe Tafel Schokolade …

bereit für Berlin

Was als Zwischenfazit geplant war, ist jetzt die Vorfreude auf ein nächstes Wochenende. Lebensmittel in Mitte. Vielleicht sollte ich angesichts der immer noch latent vorherrschenden Berliner Schwabenfeindschaft nicht erzählen, dass ich hier war und die süddeutsche Küche wirklich vom Feinsten ist. Wiener hatte ich. Mit Kartoffelsalat. Aber allen Skeptikern sei gesagt: Selbst Herr Siebeck fand lobende Worte. Und diesen ist niemals nie etwas entgegenzusetzen. Der Pianosalon ist ein unglaublicher, ein magischer Ort. Wo tagsüber Klaviere gebaut werden, werden abends Stühle aufgebaut, der Platz für eine Bühne freigeräumt, an der Wand hinten stehen Wein und Bier zur Selbstbedienung. Es gibt so viel zu sehen in dieser Fabrikhalle, in der von Hand Großes geschaffen wird und dann beginnt ein Konzert. Das sind meist ausgefallene Künstler, große sind dabei, weil die Klaviere auf denen sie hier spielen zur Extraklasse gehörten. Das sind Stücke, die nicht immer und überall gespielt werden. Aber das ist noch nicht genug: Es ist so intim, so nah. Die Musik zum Greifen. Nichts von kalten und sterilen Konzerthäusern, sondern die Wärme und Nähe dessen, was früher …

täglich frei

„Die wirklich wichtige Freiheit erfordert Aufmerksamkeit und Offenheit und Disziplin und Mühe und die Empathie, andere Menschen wirklich ernst zu nehmen und Opfer für sie zu bringen, wieder und wieder auf unendlich verschiedene Weisen, völlig unsexy, Tag für Tag. Das ist die wahre Freiheit. Das heißt es, Denken zu lernen. Die Alternative ist die Gedankenlosigkeit, die Standardeinstellung, die Tretmühle – das ständige Nagen, etwas Unendliches gehabt und verloren zu haben.“ aus: Das hier ist Wasser: Anstiftung zum Denken von David Foster Wallace