denken, lesen
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hin und weg von Roger

Roger Willemsen, für den ich schon lange  eine geheime Schwäche hege, der sowieso immer Kluges, Berührendes formuliert und mich immer wieder trifft, sagt hier etwas so Schönes über seine Beweggründe für das Schreiben: „Ich schreibe, um zu rühren. Ich schreibe, um zu amüsieren. Ich schreibe, um Kenntnisse in die Welt zu setzen. Ich schreibe, um Artenschutz für meine Art des Lebens aufrecht zu erhalten, um die Meinen zu schützen. 
Die Meinen, das sind verschrobene Leute mit Minderheiteninteressen, die dann und wann impulsartig humanitär bewegt sind und die eine andere Vorstellung davon haben, wie gelebt werden sollte und die sich in Notwehr dauernd zur Welt verhalten müssen, weil sie ein Schrumpfen ihres eigenen Milieus sehen, ihres Lebensraums, ihrer Interessen, der Dinge, die sie noch wiederfinden, von dem was sie gerne hätten und mir scheint das eine sehr plausible Tätigkeit zu sein, dann tue ich alles dafür diesen Lebensraum aufrecht zu erhalten.“

Und wer ihm nach diesen Sätzen noch nicht verfallen ist, der muss nur diese Sendung sehen.
Ich liebe, wie er auf die Frage, wie lange er schreibt mit dieser tiefen, ehrlichen Sehnsucht in der Stimme sagt: „Solange ich irgend kann.“ Wie er ringt um eine Genauigkeit, die mir so oft fehlt, wenn ich hinweghusche und an der Oberfläche bleibe. Und so bewundere ich ihn dafür, wie er präzise nach Worten sucht, nach dem einen richtigen. Und erfreue mich dann an den Sätzen, die daraus entstehen, die ich sammeln, auswendig lernen, nie mehr vergessen möchte.
Einfach ein so feiner Mensch, der Herr Willemsen.

5 Kommentare

  1. RIKE sagt

    wie schoen, noch ein anhaenger … wobei mich der besuch eines seiner aelteren programme dank kleiner anzueglichkeiten und spuren von klamauk nahezu verstoert zurueckgelassen hatte. die dankbarkeit fuer diese bildbrueche folgte erst mit der zeit …

  2. RIKE sagt

    nach dem lauschen moechte ich nun noch ‚danke‘ sagen … fuer das teilen (!).

  3. Schöne, nein treffende, gut gefundene, die richtig passenden Worte zu finden, doch, ja , das macht weiche Knie!

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