Monate: Juli 2014

es berührt sich noch bis unzertrennlich

Es gibt ein Gedicht von Günter Grass und ich beginne es erst jetzt und so langsam zu verstehen. Ich kann nur Teile davon auswendig, aber es sind drei Zeilen, die sich so fest eingeprägt haben, dass ich sie jederzeit zitieren kann. „Doch meine und deine Interessen berühren sich immer noch an immer den gleichen Stellen.“ Ob als Lob auf die Ehe oder als abgewandelte Hommage an die Schwarzwälder Kirschtorte oder weil, wenn sich etwas an der gleichen Stelle berührt, man es nicht trennen soll: Eine Kirschtarte. Unzertrennliche Kirschtarte [nach einem Rezept abgewandelt von Annik Wecker] Für den Teig: * 100 Gramm kalte Butter * 70 Gramm Puderzucker * 2 Esslöffel gemahlene Mandeln * 1 Prise Salz * 1 Ei, Größe * 200 Gramm Mehl Für die Creme: * 150 ml Crème double * 70 Gramm Butter * 300 Gramm Vollmilchschokolade für obendrauf: * Kirschen Die kalte Butter in Flocken zerteilen und mit dem Puderzucker, den Mandeln und dem Mehl schnell verkneten. Das Ei hinzugeben. Zu einer Teigkugel formen und für eine halbe Stunde eingepackt in Frischhaltefolie …

Montagsmögen

Jeden Montag oder manchmal auch erst Dienstag: Zwei, die ich mag. Sommernächte [1]. Nach Gewittern, Regenschwere noch in der Luft und überhaupt die Luft diese Tage, so dick und warm zum darin Baden. Jeansshorts [2] als die einzig mögliche textile Antwort auf dieses Wetter. Und ein Träumerlied.

wiedergefunden

Von Worten getroffen, wie schon lange nicht mehr. Vielleicht weil sie die richtigen sind für das Gefühl, wie es ist, wenn man ist, wie man ist. „The truly creative mind in any field is no more than this: A human creature born abnormally, inhumanly sensitive. To him… a touch is a blow, a sound is a noise, a misfortune is a tragedy, a joy is an ecstasy, a friend is a lover, a lover is a god, and failure is death. Add to this cruelly delicate organism the overpowering necessity to create, create, create—so that without the creating of music or poetry or books or buildings or something of meaning, his very breath is cut off from him. He must create, must pour out creation. By some strange, unknown, inward urgency he is not really alive unless he is creating…” Pearl S. Buck [noch mehr Videos dazu und ein Magazin. Entdeckt hier.]  

aufgelistet: aufgesammelt

Was sich so angesammelt hat, was ich so aufsammle, was ich aufgegabelt habe am Wegrand. Dem virtuellen in diesem Fall. Damit ich es nicht vergesse, damit mehr es erfahren, damit es mal einer gesagt hat. Einer muss es ja tun. die andere Perspektive. Die eigene Wohnung aus den Augen des Kindes hat etwas derartig Rührendes, weil doch wirklich jede Bodendiele wie gemacht für Stau ist und die Funktion von Telefonen niemals klarer auf den Punkt gebracht werden könnte. Und dann wäre da noch, das was eine Amerikanerin über die Kindererziehung in Deutschland sagt und ich lese von freundlichen Hebammen, die wie Schwestern sind und der Ode auf das Elterngeld und selbst wenn ich den naturgegebenen Hang zur Übertreibung der Nordamerikaner abziehe, denke ich wieder mal: Es ist ein guter Ort, an dem ich hier lebe. ich werde das Lied künftig mit anderen Augen hören. Und ja, das geht. Dann bin ich Foy Vance verfallen. Bei Fee entdeckt. Cowboys kann ich immer zuhören. Und welchen, die mal etwas anderes im Gesicht tragen als Vollbart, gleich viel mehr. mich …

zwischendrin

Es fühlt sich so dazwischen an. Mal Herbst, mal Sommer. Mal furchtbar viel Energie und dann eine große Müdigkeit. Mal unendliche Lust auf so vieles und dann überfordert von den Möglichkeiten. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Trotzdem oder gerade deshalb hilft eine Lederjacke [1] – gegen Dünnhäutigkeit und sonst auch alles mögliche. Eine Kette mit klaren Formen [2] und eine durchlässige Schale aus Draht [3]. Eine Tasche für in die Tasche [4], um den ganzen Kleinkrimskrams zu verwahren, der sonst wild durcheinander fliegt. Vielleicht noch eine Seidenbluse [5]. Die sind nie verkehrt. Weil sich der Stoff so gut anfühlt auf der Haut, weil sie elegant sind, aber nicht aufdringlich, weil sie kühl sind und warm halten und so alle Widersprüche in sich vereinen. Auf maximalen Geschmack [6]. Ganz nach Lust und Laune. Oder irgendwas dazwischen.

weiter gehen

„In bin nicht weit genug gegangen, das ist es. In die Einsamkeit muss man eindringen, man muss sie aushalten. Der eisige Beginn ist das Schlimmste. Man muss da durch. Man darf nicht auf halbem Weg umkehren, man muss durch die Bitterkeit hindurch, durch die Gefühle der Selbstgerechtigkeit, man muss auf sie zugehen wie auf eine heilige Stadt, man spürt die tiefe Freude, die einen erwartet. Ich versuche, sie in mir wachzurufen, sie heraufzubeschwören. Ich bin sicher, dass sie da ist, aber es ist nicht leicht, sie zu finden. Natürlich nicht. Man schwankt. Man muss kämpfen. Aber so ist das, wenn man an etwas glaubt, es ist ein Schnitt bis auf den Knochen.“ aus: Ein Spiel und ein Zeitvertreib von James Salter

eine Frau, die man mögen muss

Ich mag diese Frau. Lange hatte ich keine Meinung oder eher eine vorgefertigte. Ladykracher nie gesehen oder mal im Hotel reingezappt. Hat einfach nicht gepasst oder war nicht auf meinem Radar, wie es eben mit so manchen Sachen ist, im Leben. Man kann ja nicht alles konsumieren, was die Medienlandschaft einem so bietet. Dann war da dieser kleine kluge Satz über die Aserbaidschan bei der Moderation des Eurovision Song Contest und das ging mir nach, weil es mutig ist, raffiniert und so gewitzt. Und dann habe ich irgendwann diese Reportage gesehen und seitdem bin ich hin und weg von Anke Engelke. Sie sucht das Glück und das könnte schrecklich trivial sein, aber was so berührt und mir so nachgeht, ist ihre ungezwungene Art, wie sie den Kindern auf der Krebsstation begegnet. Ich frage mich, wie ich reagieren würde und alleine der Gedanke lässt mich ein wenig hilflos zurück. Aber wenn, dann bitte so wie sie. Das ist nicht diese weinerliche, bemitleidende Art, das Umgehen oder Wegducken oder der manchmal von oben herabschauende Erwachsenenduktus, sondern so ehrlich und …

Küchenpsychologische Managementlehre in der Praxis: Gegensätzliche Ergänzung zu bestem Ergebnis

Ich bin meines Zeichens  Küchenpsychologin. Mein Wissen basiert auf der Lektüre von Frauenzeitschriften und diverser Managementliteratur. Aus diesen fundierten Quellen weiß ich, dass man diejenigen gerne mag, die einem ähneln. Vom Lebensstil und Charakter, von der Arbeitsweise und dem Auftritt. Man neigt dazu, sie besser zu benoten und vorzuziehen. Aber wirklich erfolgreich sind gemischte Teams, wenn gegensätzliche Eigenschaften sich ergänzen. Saure Beeren und süßer Kuchen beweisen das schon lange. Über Gegensätzliches und Neues habe ich nachgedacht und nebenher gebacken. Süß-sauerer Johannisbeer-Polentakuchen [von Jenny] * 1 Schale Johannisbeeren * 50 Gramm Polenta * 200 Gramm Mehl * 25 Gramm gemahlene Mandeln * 2 Teelöffel Backpulver * 1 Prise Salz * 115 Gramm Butter * 200 Gramm Zucker * 2 Eier * 100 Gramm griechischer Joghurt Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Kastenform einfetten. Die Johannisbeeren waschen, verlesen und in die Tiefkühltruhe geben (so werden sie im gebackenen Zustand nicht so schnell matschig und bilden schöne Tupfen). Polenta, Mehl, Mandeln, Backpulver und Salz mischen. Danach Butter und Zucker schaumig schlagen. Die Eier untermischen und dann langsam das Mehl und den Joghurt …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag: Geschirr [1], das so schön ist, zart und zebrechlich, so dass ich daraus gar nicht essen muss, sondern es reicht, es einfach nur anzusehen. Ein Geheimnis [2], das gar keines ist und doch muss ich mich immer wieder daran erinnern. Noch eines. Und ein Lied, dass ich hören und hören kann und nicht genug bekomme.

machen und Zeit lassen

Es gibt Zeiten, da fließt alles so leicht von der Hand. Das Machen, das Anpacken, etwas zu sehen, wo vorher nichts zu sehen war, Fäden zu spinnen und aufzunehmen und so vieles. Es sprudelt einfach so vor sich hin. Und jetzt ist gerade eine Zeit, da sprudelt nichts, da scheint es fast versiegt und da fällt alles so schwer und natürlich nicht alles, weil vieles auch gut ist, aber irgendwie ist jede Handbewegung, jeder Schritt, jede Forderung, die das Leben eben so stellt, eine zu viel. Die Leichtigkeit ist verschwunden und die Müdigkeit hat sich so leise eingeschlichen. Und zuerst ist da diese schleichende Angst, dass es so bleiben könnte, sich einnistet und wohnlich wird. Das macht nichts. Das geht vorüber. Vor allem seit ich weiß, dass ich bald ein paar Wochen haben werde, die frei sind von Verpflichtungen oder nur voll von selbstauferlegten. Und alleine mit dem Entschluss und der Freiheit in Sicht, ist da wieder ein Hauch dieser Leichtigkeit und eine Gewissheit, dass es auch dieses Mal gut werden wird. Vielleicht weil ein Ende in Sicht …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Dieses Gefühl, nur so ein Gefühl und froh ein Bild zu haben, dass es ausdrückt [1] Mehr nicht. Und auch nicht mehr, als dieses schlichte, graue T-Shirt [2], einen guten Text und ein ruhiges Lied.

Rettung der französischen Küche und des Sonntagsfrühstücks

Die französische Küche soll dem Niedergang geweiht sein, zumindest steht es wohl nicht gut um sie. Aber die Amerikaner nehmen sich ihr an. Ich habe keine Belege für diese These. Dafür liegt mein letzter New York Aufenthalt zu lange zurück. Aber ich kann französische Einflüsse im amerikanischsten Frühstück beobachten. Zumindestens in diesem Rezept. Scones. Scones, das sind normalerweise die schnell in zehn Minuten kredenzten Frühstücksbrötchen. Noch nicht einmal die Knethaken kommen zum Einsatz. Beim Zusammenrühren der Zutaten ist alles, aber keine Präzision gefordert. Das Gegenteil zu den aufwändig gefalteten französischen Croissants, mit deren Zubereitung man schon 18 Stunden zuvor beginnen muss,  möchte man sie frisch zum Frühstück servieren. Diese Scones zählen nicht nur zu den besten Scones, die ich je gegessen haben, sondern verbinden auch die aufwändige Blätterteigtechnik der Croissants mit der schnellen Herstellung des amerikanisch-englischen Frühstücksgebäck. Fusionsküche quasi, auch wenn die schon lange nicht mehr gefragt ist. Französisch inspirierte Erdbeerscones [hier entdeckt und abgewandelt] * 2 Tassen Vollkornmehl * 1 Teelöffel Backpulver * 2 Teelöffel Zucker * 1/2 Teelöffel Salz * 12 Teelöffel kalte Butter * 1/2 Tasse griechischer Joghurt * 2 …