Monate: August 2014

leichter Wegbegleiter

Ich mag Bücher, an denen ich mich abarbeiten kann, die sich mir nicht erschließen, die ich knacken muss, bei denen ich um jede einzelne Seite, ach was, um jeden Satz kämpfe. Aber auch die leichten. Die, die mit denen ich lesend und wach wegdämmern kann, nicht nachdenken muss, wo es jetzt langgeht, sondern einfach der Geschichte folgen kann. Wenn Bücher Gespräche sind, dann ist es eine nette Unterhaltung. Diese kleinen Pläusche zwischendrin, für die ich gerne anhalte. Nicht der sich ewig ziehende Small-Talk und auch nicht die Erkenntnis-schwere Unterhaltung beim Rotwein in der Nacht. Aber die drei Minuten mit der Nachbarin aus dem Erdgeschoss, die paar Worte mit dem türkischen Gemüsehändler – all die Gespräche, die nicht nötig wären, es aber doch lebenswerter machen das Leben. Und alle so yeah ist so ein Buch. Ein leichtes, ein netter Plausch. Ein Buch, das in die Vergangenheit führt, das ich gerne gelesen hätte als ich jünger war. Wobei das Alter egal ist, weil es auch davon handelt, wie es ist, wenn es zu viele Möglichkeiten gibt, zu viele …

Wünsche werden wahr

„Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.“ Goethe [hier gefunden]

Samstagskaffee. Ein Hoffnungsvoller.

Samstagskaffee. Einer über Hoffnung, Widerstände und Kraft. dieser Blog heißt stepanini und stammt aus dem Land, in dem ich erwachsen geworden bin. Südafrika. Und an dem ich mit einer Sehnsucht hänge, die ich nicht erklären kann. Dieser Artikel von einem, dem es ähnlich ging, hilft zu verstehen. Wenn ein Land für Hoffnung steht, dann dieses. das größte Versprechen im Leben. Für immer. Und eine, die es auf wunderschöne und ganz unkitischige Weise einfängt und festhält. Ein Interview, das mich berührt hat. Wegen der Reife, die nicht vom Alter herrührt, der Klarheit und Selbstbestimmtheit. „Sobald man etwas Schwieriges überwindet, kommt ein solcher Schub an Energie, dass man gar nicht versteht, wie man es hat schwierig finden können.“

worauf es ankommt

„… Er sprach von Opferbereitschaft, Leidenschaft, Verlangen, Detailversessenheit, von der Notwendigkeit, sich Tag für Tag ins Zeug zu legen wie ein Champion. In Henrys Ohren klangen die Worte wie Musik…“ aus: Die Kunst des Feldspiels von Chad Harbach

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Niemals, nie vergessen, dass es einfach keine Option ist.[1] Niemals, nie vergessen, das Herz am rechten Fleck zu tragen [2]. Niemals, nie vergessen, dass gute Musik alles gleich besser macht. Den Rest vergessen. Und jetzt: Weitermachen.

Samstag: born to be wild

Ein Affogato zum Frühstück. Samstagskaffee. Eine Kugel Vanilleeis gleich in der Früh unter den Espresso geschmuggelt und damit in die Vollen gehend. Auf einen Samstagsabendfilm verweisend. Bonjour Sagan. Ein Film über Francoise Sagan, die mit 18 das Buch „Bonjour Tristesse„ schrieb, das ich gelesen habe als ich ungefähr so alt war, aber das mir heute noch in Erinnerung ist. Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden, über einen Sommer im Ferienhaus, so voller Lebenslust und ungezügeltem Hedonismus. Da wird das Leben ausgekostet und gleichzeitig zieht sich immer dieser Hauch Melancholie, der tiefschönen Traurigkeit durch die Seiten wie eine leichte Meeresbrise. Francoise Sagan, die eine Leben lebte wild, ungestüm, maßlos und traurig. Die ebensolche Bücher schrieb. Immer in die Vollen gehend. „Ich habe immer gelebt, ohne zu zählen. Das Geld, die Zeit, alles ist zerronnen.“ Ich hingegen habe die Postkarte mit dem Aufruf wild und gefährlich zu leben an der Kühlschrank-Tür hängen, aber da sich bereits das Verspeisen von Eis zum Frühstück verwegen anfühlt,  schaue ich mir am Abend zum zweiten Mal die verfilmte Biographie einer wahrhaften Wilden an. Aus der sicheren Perspektive des …

Weinbergpfirsich a la carte

Es gilt die Saion voll auszukosten. Sich sattzuessen, so lange es noch geht. Jetzt liegen sie im Supermarkt, die Weinbergpfirsiche. Alleine dieser Name. Und diese Form. In der Pfanne anrösten oder auf den Grill legen. Als Salat mit Ziegenkäse und gerösteten Pinienkernen und Balsamicodressing. Danach gleich noch zwei grillen. Etwas Frischkäse mit Vanillezucker verrühren. Eine viertel Tasse braunen Zucker mit etwas Wasser aufkochen und zehn Minuten köcheln lassen bis es Sirup-ähnliche Konsistenz annimmt. Dann zwei kräftige Schuss Sahne unterrühren. Einen Schuss Bourbon dazu. Und zum Schluss etwas Meersalz. Auf den warmen Pfirsich die Vanille-Frischkäse-Creme und dann ganz langsam den salzig-süßen Bourbon-Karamell darüber gießen. Glauben, man sei im Himmel. Beschließen gleich morgen nochmals Weinbergpfirsiche zu kaufen. So lange es noch welche gibt.

Ferienzeit

Die paar Wochen im Jahr. Wenn Tage ineinanderfließen, wenn es Dienstag sein könnte oder Mittwoch, vielleicht auch schon Donnerstag und selbst das wäre egal. Wenn ich mich frage, ob ich noch frühstücken soll oder lieber gleich zu Mittag essen. Wenn die einzigen wichtigen Entscheidungen, die es zu treffen gilt, die sind, ob ich nachdem ich gestern ein Nogger und vorgestern zwei Magnum hatte, heute vielleicht das Solero nehmen soll. Wenn ich mir einfach noch eine Folge Newsroom ansehe, weil es egal ist, wie spät es ist und wie spät es wird, weil die die Stimme der Vernunft auch im Urlaub weilt. Wenn ich mich nicht frage, was ich morgen anziehen soll, weil da noch ein T-Shirt über dem Stuhl hängt, der Bikini obligatorisch ist und Flip-Flops und barfuß mich sowieso ganz weit tragen. Wenn ich im Grass am Fluß liege, weil allein das schon eine tagesfüllende Tätigkeit sein kann und den Wolken zusehe und nichts passiert, rein gar nichts und das gut so ist. Wenn ich keine Listen schreibe, weil es nichts aufzuschreiben gäbe, nichts zu …

die Laufschuhe schnüren

„Die meisten laufen nicht, weil sie länger leben wollen, sondern weil sie ein schöneres Leben führen wollen. Ist es nicht viel angenehmer, zehn Jahre mit klaren Zielen und voller Vitalität zu verbringen, als nur in den Tag hineinzudämmern? Ich glaube, das Laufen verhilft dazu. Sich selbst bis an seine persönlichen Grenzen zu verausgaben ist die Essenz des Laufens und eine Metapher für das Leben überhaupt (und für mich auch für das Schreiben).“ aus: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede von Haruki Murakami

für Sommerregentage

An Sommerregentagen virtuell durch die Läden ziehen. Auf meiner Wunschliste sind gelandet: Ein schlichtes, weißes T-shirt ohne Firlefanz [1] und ein neues Magazin „Liebling“ [2]. Für Kinder und Babies das T-Shirt mit dem Bären [3]. Neue Turnschuhe sind eingezogen [4] und es läuft sich gleich viel schneller und leichter. Es tippt sich viel schneller und leichter mit Urlaubsgefühl auf den Händen [5]. Die Leuchtschrift im Flur [6], das wäre eine sehr große Sache.

warmer Salat

Salat. Salat. Salat. Sehr gerne warm. Warm ist immer besser. Einfach Rucola, Babyspinat, Feldsalat oder von allem etwas. Zuchini in dünne Scheiben schneiden, anbraten, getrockneten Tomaten klein schneiden, Pinienkerne anrösten. Mit Ziegenkäse und Balsamicoreduktion beträufeln.

Samstagskaffeemusik

Ein Samstagskaffee. Mit deutscher Musik. Einem neuen Lied und dem besten Video dazu. So einfach und doch ist da alles drin. „Gefühle, die wir vorher nur auf Englisch empfunden hatten, klangen nur auch in unserer eigenen Sprache“. aus: Die Sache mit dem Ich von Marc Fischer

Gekochtes lesen

Eigentlich stehen schon genug im Regal. Aber für das ein oder andere wäre noch Platz. United States of cakes hört sich gut an. Schwelgen in der amerikanischen Backkultur, die mit Whoopies, Pies, Brownies so wunderbar buttrig-dekadent ist. Amerikanisch. Immer nochmal eines drauf. Auf die Hand ist das neue Kochbuch, von dem, der über Essen schreibt, wie kein anderer. Mit dieser ganz eigenen Mischung aus Poesie und Präzision. In seinen neuen Buch geht es um Streetfood mit Rezepten und Geschichten über die Menschen dahinter.  What Katie ate at the weekend ist ein Bilderbuch. Schon ihr erstes Buch war großartig, ihr Blog ist eine Augenweide. Man muss das gar nicht kochen, man kann nur darin blättern, in die Bilder eintauchen, die im Aufbau Gemälden gleichen. Üppig und barockesk. Auch wenn es dieses Wort nicht gibt, hierfür müsste es erfunden werden. Fotos, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, die überbordend sind und voll und Lust machen. Und dann wäre da noch Bread Exchange. Eine wunderschöne Schwedin (die auch noch schön wohnt) backt Sauerteigbrote und tauscht diese. Gegen alles. Nur kein Geld. Das bringt ihr Geschichten ein, …