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0330341 Roger Willemsen schreibt täglich zur Buchmesse und lässt einen so teilhaben an diesem Spektakel mit dem ihm so ganz eigenen Blick. Wie ich seinen heutigen Text aufgesogen habe. Er handelt nicht von Büchern, sondern von den Schreibenden. Und diese Achtung vor den Autoren, vor den Menschen hinter dem Geschriebenen, die würde ich mir so viel öfter wünschen und die lässt mich ihn noch mehr mögen, falls dies überhaupt möglich ist.

„Ich sitze am Tisch zwischen Menschen, die alle gute Gründe gefunden haben, ihr Leben Büchern zu widmen. Mein Glück liegt gerade darin zuzusehen, wie die Bücher aus ihnen heraus scheinen, die schon geschriebenen und die noch nicht entfalteten.

Judith Hermann spricht unangestrengt, doch bewusst, das heißt voller Skrupel. Auf die Weise, wie ihr Gedanken und Worte kommen, verrät sich selbst im Sprechen das jahrelange Arbeiten an haltbaren Sätzen. Sie muss eine ethische Provokation gewesen sein vor allem für Männer mit einem ordinären Verhältnis zu Sätzen.

…Und ich denke, selbst wenn diese Menschen und ihresgleichen scheiterten, unverstanden blieben, dann wären da eine Integrität und auch Zartheit, die sich im Binnenverhältnis zwischen diesen Schreibenden und ihren Stoffen, Themen und Büchern zeigen. Diese teilen sich mit, sie gehen hinaus und haben so gar nichts zu tun mit der Zudringlichkeit und der Brutalität der Kommentierung. Ihre Formen, die Welt zu lesen, verschränkten und beantworteten sich, unabhängig von der Schaumschlägerei des »Betriebs« auch auf der »Weltmesse der Kommunikation«. Es ging nicht um das, was diese Schreibenden können, sondern um das, was sie sind.“

3 Kommentare

  1. Anonymous sagt

    So ein schöner Eintrag, die Liebe zu Büchern ist doch etwas Wunderschönes.
    So ein schönes Bild. Darf man fragen, wie der Rest aussieht und wo es erstanden wurde?
    So ein Vergnügen deinen Worten zu folgen. Für das Teilen deiner Gedanken danke ich dir. Liebe Grüße, Anna

  2. Pingback: Ich wäre dann soweit | stepanini

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