Monate: Januar 2015

Potenzierter Genuss

Selbst das liebste Lieblingsessen wird fad, wenn man es jeden Tag isst. Aber viele Lieblingsessen in einem und auf einmal kombiniert, erhöhen exponentiell das Genusserlebnis. Das Resultat: Potenzierter Genuss. So meine Theorie. Wissenschaftlich nicht erforscht, empirische Grundlagen liegen bisher nicht vor. Einzig und allein mein höchst subjektives Empfinden. Birne, Schokolade, Espresso. Mag ich alle drei sehr. Grund genug sie in ein Dessert zu packen, was von allen Gängen sowieso mein liebster ist. Schokoladenkuchen [nach dem Rezept von hier] * 200 Gramm Schokolade mit Espressostückchen * 200 Gramm Butter * 200 Gramm Zucker * 200 Gramm gemahlene Mandeln * ½ Päckchen Backpulver * 1 Päckchen Vanillezucker * 1 Prise Salz * 4 Eier * 3 Esslöffel Mehl (evtl.) * 1 EL Puderzucker Schokolade mit der Butter über dem heißen Wasserbad schmelzen lassen. Zucker, Mandeln, Backpulver, Vanillezucker, Salz und zum Schluss die Eier unterrühren. Wenn der Teig sehr flüssig ist, eventuell noch 2 bis 3 EL Mehl unterrühren. Schokoladenteig in eine am Boden mit Backpapier gebutterte Springform geben und den im Backofen bei 160 Grad etwa 40 Minuten backen. …

Zweites Leben

„Virtuelle Biografien sind ambivalent: Wer in der Realität immer nur die möglichen anderen Leben im Blick hat, lockert sein Verhältnis zum Hier und Jetzt, zum wirklichen Leben. Ihm droht Realitätsentzug. Andererseits ist der Wartesaal der Möglichkeiten ein Reservoir der Fantasie, der Einbildungskraft, der Überschreitung des Gegebenen. Virtuelle Biografien haben Auswirkungen auf die Wahrnehmung des eigenen Lebens, auf das Selbstbild. Wie ja auch das Gedächtnis an jeder aktuellen Wahrnehmung beteiligt ist, so gehört die Vorstellung von parallelen Leben zum wirklichen Leben unabdingbar hinzu.“ aus: Im Wartesaal der Möglichkeiten. Lebensvarianten in der Postmoderne von Michael Lommel

schwankend dazwischen

Neu ist es nicht mehr das Jahr. Aber auch noch nicht alt. Dazwischen. Und das dazwischen ist ein so schönes. Noch nicht hier, noch nicht dort. Zwischenstadien. Wenn ich noch nicht weiß, was wird, aber es ahne. Alles zwischen den Zeilen. Auch in kleinen Dingen. So schwanke ich bei allem nun folgenden zwischen „hätte ich gerne“ und „brauche ich doch nicht“. Dieses Kleid [1]. Weil der Schnee bald schmilzen wird und ich vorbereitet sein will. Ein Füller, nicht irgendeiner. Einer in Kupfer [2]. Becher und Schalen. Es ist ein Kindergeschirr [3]. Nur wusste ich das nicht. Und das macht auch nichts, denn die grauen Becher sind einfach sehr schön und liegen gut in der Hand. Und kompostierbar ist es wohl auch. Eine Clutch. Eine silberne. [4] Weil ich habe ein Kleid und damit auch eine Tasche. Fehlt nur noch das passende Fest dazu. Eine Seidenbluse [5].  Eine für alle Fälle. Ein Kupferkorb. [6] Zum Ablegen von noch zu bezahlenden Strafzetteln beispielsweise. Noch ein Kleid [7]. Und noch eines [8]. Sie tragen sich einfach so schön. …

aufgelistet: berührt

Vielleicht weil es draußen so kalt und kühl und ungemütlich ist oder weil es an Schlaf fehlt, ist die Haut gerade sehr dünn und ich so durchlässig. Und dann berührt mich so vieles. Im Schlechten, aber auch im Guten. Da ist kein Schutzschild mehr. So bin ich angetan wie nie von Schönem, Besonderem, Traurigem. Die kleinen Fundstücke, die von innen wärmen auf diese ihnen ganz eigene Weise. Alles dringt durch. Hängengeblieben ist einiges. eine Ode an das faul sein und alles was daraus erwachsen kann. Die Berliner können es live erleben. Allen anderen bleibt dieses digitale Magazin. ein Woody Allen. Der sich schon mit dem Trailer so anfühlt wie sich nur Woody Allen Filme anfühlen können. Verschroben, leicht verrückt, ein wenig eigen und mit großer Liebe für diese Welt. ein so schönes Video über Verantwortung, über Führung und über die, denen die wahre Ehre gebührt über die Angst und was sie mit uns macht ein nüchterner Blick auf die Liebe neue Blickwinkel auf die Kreativität ein so herrlicher Vortrag über ebendiese. Ich habe ihn fünf Mal gehört. Weil er die Sicht auf …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Freestylen, bunt mischen, mir aus jeder Welt etwas herauspicken und daraus meine eigene machen. Kleidungstechnisch [1]. und auch sonst. Eher vorhersagbar und doch so gut: Skandinavisch backen. Denn das passt bestens zusammen, wenn ich an Zimtschnecken denke beispielsweise [2]. Was ich außerdem mag und sowohl Vorhersagbares, als auch Unvorhersagbares, Wildes und Geordnetes einfacher macht: Ein nicht-so-viel-denken-lieber-machen-Lied.

Satzgeschenke

Schreiben heißt auch verstehen. Siegfried Lenz, von dem dieser Satz stammt, bezog dies auf das Verstehen seiner selbst. Für mich gilt es auch für das Verstehen des Satzes. Das wirkliche Begreifen. Das Schreiben zwingt mich zur Langsamkeit. Wäre der Kopf mit den Gedanken schon weiter, so muss er sich so an das Tempo der Hand gewöhnen.  So schreibe ich Sätze ab. Schreibe sie heraus. Diejenigen, die mir zu groß erschienen, zu besonders, als dass sie sich verstecken dürften und bei denen es so schade wäre, blieben sie zwischen Buchseiten alleine zurück. Ich sammle sie. Für irgendwann. Für schlechte Zeiten. Und ich habe schon immer Sätze verschenkt. Manchmal aus Mangel an eigenen Worten. Manchmal weil andere es schlicht und einfach besser sagen. Und manches Mal, weil in dem was ich herauslese und dem was ein anderer möglicherweise darin sieht, schon die Grundlage für ein gutes Gespräch liegt, auf das ich mich freue. Und manches Mal auch, weil ich jemanden mag, sehr mag und Sätze schenken, an denen mein Herz hängt, eines der intimsten Gaben ist, mit denen …

nur wenn es mühsam ist, ist es gut. Oder auch nicht.

Ich weiß nicht woher es kommt. Aber irgendwie und irgendwann hat sich bei mir der Glaube verfestigt, dass Erfolg immer mit immenser Anstrengung verbunden sein muss. Stimmt auch oftmals. Die zehntausend Stunden, die es braucht, um exzellent zu werden in dem was man tut. Unterstreiche ich. Sofort. Und doch gibt es Dinge, die mir leicht von der Hand gehen, die mir leicht fallen. Dann bin ich schon fertig, aber statt mich zu freuen, zweifle ich und hadere, weil das müsste doch viel länger gehen, andere brauchen doch auch mehr Zeit und vielleicht ist das Ergebnis gar nicht so viel Wert. Anstatt zu akzeptieren, dass es so ist und mich zu freuen. Über Talent oder Glück oder vergangene investierte Stunden, die sich jetzt eben auszahlen. Mit Marshmallows verhält es sich ähnlich: Es gibt nämlich zwei Arten sie zuzubereiten. Und sie könnten gegensätzlicher nicht sein. Die eine geht schnell, so unglaublich schnell und es ist ein Kinderspiel. Die andere ist komplizierter, es zieht sich, geht manches Mal daneben. Aber egal wie groß oder klein die Anstrengung – es lohnt sich. Marshmallow – …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Normalerweise schlichte Kleidung [1]. Weil das Schnörkellose meines ist und manchmal auch einfach weil sie keine Angriffsfläche bietet. „Für Frauen können Buchstaben vor ihrem Namen eine Rüstung sein“, hat Siri Huvstedt einmal geschrieben. „Vor allem in den Welten in denen man das Problem von Weiblichkeit am stärksten spürt, weil es eigentlich nicht vorkommen sollte“. Manches Mal aber der Wunsch, dem etwas entgegenzusetzen [2]. Das mag ich. Ebenso wie dieses Lied. Eines, das weiblich ist, ganz zart und doch sehr stark. Das rüstet auch irgendwie. Für so vieles.

Chronik eines Abends

Eine Woche zuvor im Überschwang der Gefühle und der guten Vorsätze, weil das Jahr noch so jung, leer und frisch ist, nicht lange nachgedacht. Gin- und Weingetränkt alle eingeladen, die ich gerne habe und viel zu selten sehe, weil man das doch viel öfter tun sollte. Am Tag davor überlegt, ob ich aus dieser Nummer wieder rauskomme, weil es nicht passt, gerade so gar nicht. Weil Research Proposals und Artikel geschrieben, Präsentationen erstellt werden sollen, weil die Liste mit Aufgaben länger statt kürzer geworden ist, weil die Wohnung nicht in dem Zustand ist, dass ich sie anderen zeigen möchte. Und ist das nicht ein Kratzen im Hals? Und eine Erkältung, die kann ich jetzt wirklich nicht brauchen. Aufs Handy schauen, ob vielleicht einer der anderen absagt. Nicht den ersten Schritt machen wollen. Am Tag selbst hektisch vom Büro nach Hause fahren, nebenbei noch telefonieren und vertrösten, ja, die Präsentation, nein, die habe ich nicht vergessen, die kommt. Wahllos einkaufen, weil die Zeit noch nicht einmal für das Schreiben der Einkaufsliste gereicht hat. Nochmals zurückrennen, weil …

wahrhaft zeitgemäß

„Modern zu sein bedeutet, in einer Umgebung zu leben, die uns Abenteuer, Macht, Freude, Wachstum und Wandel verspricht – und gleichzeitig droht, alles zu zerstören, was wir kennen und sind.“ von Marshall Berman, All that is solid melts into air aus:To Do: Die neue Rolle der Gestaltung in einer veränderten Welt: Strategien | Werkzeuge | Geschäftsmodelle von Florian Pfeffer

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Literaturtapete. Leichte, schwere Worte an der Wand [1]. So warm, dass die Sockenzeit fast schon ein Ende hat. Hallo Sommerballerinas [2]. Was ich außerdem mag: Dieses leicht-schwere Sommerlied. Lost in the light.

Gebrauchsanleitung für das mittendrin

Mittendrin ist es immer am schwierigsten. Rückblickend hat für mich immer vieles Sinn gemacht und vorausschauend war auch alles klar. Aber so zwischendrin? Neblig, unklar, verworren. Was ich sagen kann: Ich habe noch nicht ansatzweise verstanden, was es ist, was da gerade passiert. Markiert mit dem Schlagwort Digitalisierung. Und das obwohl ich teilweise damit mein Geld verdiene es zu erklären. Ich weiß aber, dass ich mittendrin bin oder dazwischen, wie Richard Gutjahr es mal genannt hat. Und ich weiß es zwar noch nicht, aber habe vielmehr eine Ahnung, dass es etwas Großes ist, etwas sehr Großes, das da passiert. Dampfmaschinenvergleiche helfen da nicht, aber die Druckerpresse. Gutenberg. Weil das zwar auf den ersten Blick einfach nur das Drucken von Büchern war, aber im zweiten Schritt die Tür geöffnet hat für etwas sehr viel größeres: Die Verbreitung von Wissen, damit das breitete Spektrum der unterschiedlichen Meinungen und Weltanschauungen,  die Auflösung der bisherigen Herrschaftsformen, das Zerfallen des mittelalterliche, hierarische, Gott-zentrierte Weltbildes. Eine Entwicklung, die die Gesellschaft entscheidend verändert und die Menschen gezwungen, ganz neue Selbstbeschreibungen und Weltbilder zu erfinden. Ich …