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Schutzraum

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Dieses Lied wieder gehört. Sonst schalte ich schnell ab, wenn ein Satz mit „früher“ beginnt. Denn da war beileibe nicht alles besser.
Aber wie ich Schutzraum für mich definiere und abgrenze, wo der Rückzugsraum, von dem ich weiß, dass ich ihn brauche, anfängt und aufhört, wer wo herein darf und wo nicht, wenn ich wann und wie hereinlasse – das war früher vielleicht besser, vielleicht schlechter, auf jeden Fall anders. Heute ist alles immer nur einen Klick oder einen Wisch mit dem Finger entfernt. Die Ablenkung, die Reize, die Bestätigung.
Die Grenzen zwischen außen und innen verschwimmen, zwischen öffentlich und privat und das nicht nur weil sie nicht mehr durch Räume abgegrenzt werden. Wenn ich an manchen Tagen die Freiheit schätze nicht ins Büro fahren zu müssen, so bedeutet das eben auch dass der Küchentisch zum Schreibtisch wird. Und das war früher nicht so.

„Meine Post eine Kampagne, Urlaubsbilder Bewerbungsfotos.
Ich nehme die Arbeit mit nach Hause, ich arbeite an mir selbst.
Die Freundschaften sind Kontakte und der Status ein Symbol.

Früher war das hier ein Schutzraum, heute ist es ein Büro.
Ich stell‘ nochmal was rein, ich schick‘ nochmal was raus.

Wir sind gar nicht hier, wir sind überall.
Auf welcher Seite von dem Gitter stehen wir in diesem Zoo?“

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