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aufgelistet: Sonnenaufgang für den Kopf

18792832254_6f83d6f108_k 19227786960_1b332d824c_z 19227794950_184e06ba34_k (2)Ein Fest, das bis in die frühen Morgenstunden ging und dann die Idee noch ans Meer zu fahren. Es auch getan, was den Unterschied macht, denn oft bleibt es allein bei den Worten.
Ins Taxi gestiegen und dann saß ich da und konnte dabei zusehen, wie die Nacht sich langsam zurückzieht und an den Tag übergibt. Es passiert nichts auf den ersten Blick und dennoch ist dauernd etwas in Bewegung. Ganz langsam. Der Himmel verfärbt sich. Als würde jemand den Lichtschalter langsam hochdimmen und wie auf einer Leinwand mit Aquarellfarben sanft ein wenig Farbe einfließen lassen. Im Sand gesessen als das kalte, silberne Nachtblau langsam heller wurde, das Licht wärmer und goldener. Gedacht oder gespürt, weil der Kopf in solchen Situationen ruhiger ist, wie magisch das ist und wie groß. Wirklich groß. Dieser kleine Moment. Und dabei war es noch nicht einmal ein Aufgang, der als Postkartenmotiv durchgegangen wäre. Zu milchig grau alles, zu verhangen. Und doch. Dass das jeden Morgen passiert und jeden Abend wieder. Dass es ein so zartes, eigenes Spektaktel ist und der Alltagstrubel so egal.
Einiges, das vielleicht auch so manches in anderem Licht erscheinen lässt oder wenigstens eine andere Farbnuance hereinbringt in das schwarz-weiße Denken.

  • Ein guter Text über das mit der Liebe und vor allem darüber womit sie anfängt. Und das ist nicht das Finden des Seelenverwandten oder des einen, wahren Prinzen. Es beginnt vorher. Viel früher.
  • Noch ein guter Text. Über Geschwindigkeit. Das worüber sich heute gerne alle beklagen: Dass alles immer schneller wird. Aber ob Entschleunigung die Antwort oder nur eine Mode ist?
  • Noch einer. Einer der schönsten, zartesten, verletzlichsten, berührendsten Texte, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Über Einsamkeit, das verloren sein, die grauen Tage.
    „…man kann reden, aber es sind immer die falschen Menschen, man kann versuchen zu lachen, aber weiß nicht worüber. […] Diese Nichtigkeit, die man spürt, an manchen Tagen, wenn man erwacht, wie immer, um die gleiche Zeit, und weiß, dass alles, was man tut, eine Routine ist, und mitunter tut es so weh, sich am Morgen bereits wieder nach dem Abend zu sehnen.“
  • Noch einmal etwas zu lesen. Ich habe mich ertappt gefühlt, erkannt, wie schon lange nicht mehr. Warum Frauen sich dauernd entschuldigen.  [dank Kirsten entdeckt, die nicht nur wunderschöne Bilder macht, sondern auch ein ebensolcher Mensch ist. Innen wie außen.]
    Weil das mit dem Entschuldigen ein großes Thema ist, gleich noch mehr dazu gefunden: Dies hier und dieser Werbefilm, der die Debatte wohl ausgelöst hat, sowie jenes Video. Entschuldigung, dass es so viele geworden sind. Quatsch. Wollte ich ja nicht mehr. Ich lerne.
  • Auch gut, dass es jemand mal anspricht. Cool und nach moderner Boheme aussehen alleine reicht nicht mehr. Das glatt gestreamte Leben, die schönen Eames-Chairs wollen nicht mit schnöder Büroarbeit verdient werden, sondern mit dem Designen von Art-Indie-Magazinen oder ökologisch abbaubaren Holzrahmenbrillen. Eine gute Sicht auf  Lifestyle, in dem zwar das Wort „Leben“ steckt, dass aber ganz weit davon entfernt ist.
  • Nach so viel zu lesen, braucht es noch Töne. Altbekannte neu entdeckt. Ich bin neu verliebt in Angus und Julia Stone. Die ätherische Stimme, die so zart flüstert höre ich immer und immer wieder. Dieses ganz besonders oft. Ach, die ganze Session einfach. Von Sonnenaufgang bis Untergang.

3 Kommentare

  1. Oh, wie schön! Das alles.
    Ich habe mich – dank Dir – auch gerade musikalisch nochmal neu verliebt und werde Julia & Angus gleich mal mit rüber nehmen ins Kaiserinnenreich. Hab Dank! <3

  2. stepanini sagt

    Liebste Mareice,
    und ich wüsste nicht, wo sie besser aufgehoben seien als im schönen Kaiserinnenreich, das ich so schätze und das so ein wichtiger Ort ist und so wertvoll, was Du tust.
    Hab´es gut.
    Stephanie

  3. Pingback: Die kaiserliche Woche // KW 28 | Kaiserinnenreich

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