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Gerald Uhlig, der Mann, dem ich einen meiner Rückzugsorte in Berlin verdanke, der Ort, an dem nicht nur ich gerne verweile, sondern auch die wirklich Wichtigen, Politiker und Geschäftige sitzen, auf jeden Fall beobachtet er sie still aus seiner Ecke herau, notiert, wie sie sich geben, verhalten, nach welchen Regeln sie spielen.
Er fasst seine Beobachtungen in Worte:

„Einige Leute, die hier morgens ihren […] Geschäften nachgehen, sind Körpergeister. Sie nehmen ihre Umgebung gar nicht wahr. Sie sind so eingezwängt in die Machtstrukturen, sind so angespannt, dass sie sich gar nicht mehr in ihrem Körper zu Hause fühlen. Das merkt man, die dünsten das aus.
Sie haben kein poetisches Ich.“

Zwei Dinge: Einmal zum Hören und Sehen, einmal zum Lesen. Beide vielleicht dazu gemacht, dem poetischen Ich auf die Sprünge zu helfen.

  • Eine Lesung oder vielmehr eine Vorstellung seiner Thesen. Von einem, der ein gutes Buch darüber geschrieben hat, wie das geht, das mit dem kreativen Leben leben. Sachlich und ruhig beschreibt er, was es braucht, worauf zu achten ist.
  • Ein Comic. Ein Comic, das den Weg, die Geschichte und die Gedanken von James Rhodes zeichnet. Einem Pianisten, der zehn Jahre lang das Klavier ruhen lies, weil andernorts mehr zu holen war. Dumm gelaufen, könnte man sagen. Einmal falsch entschieden und der Zug ist abgefahren. Nicht für ihn. Es ist nie zu spät – das erzählt seine Geschichte. Spät ist relativ. Aber auf jeden Fall nahm er etwas in Angriff zu einem Zeitpunkt, an dem mancher sagen würde, jetzt lohnt es sich doch nicht mehr, warum noch anfangen, macht doch keinen Sinn. Dabei lohnt es sich doch immer. 
    Hier schreibt er, warum es wichtig ist dranzubleiben, warum die „Ich wollte schon immers“ so schal klingen.
    Es ist möglich, immer möglich. Nie zu spät. Nie.
    Und das nicht zu vergessen, sich daran zu erinnern, hat eine ganz eigene Poesie.

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