Monate: Januar 2016

Künstliche Eisberge – natürliche Eiskulinarik

Ich zähle mich nur sehr bedingt zur Fraktion der Wintersportler. Sehr bedingt. Aber dass es am Schnee mangelt, habe auch ich mitbekommen. Tangiert mich im Alltag wenig. Ich habe mich dennoch der Situation angenommen und dafür Eisberge zum Nachtisch gemacht. Wenn das Eis nicht auf den Berg kommt, muss der Berg zum Eis kommen. Oder so. Ich habe quasi die Skikanone in der Küche angeworfen. Und weil die Technik, die Natur nicht ganz in der Hand hat und es möglichst lebensecht sein sollte, sind kleine grüne Sprenkel in Form von Thymian auch dabei und markieren so im Dessert die Stellen, wo es der Kunstschnee nicht hingeschafft hat. Stimmt nicht. Ich mag einfach Thymian sehr und der musste untergebracht werden. Eisberge Baiser 2 Eiweiße 100 Gramm feiner Zucker 1 Prise Salz einige Tropfen Zitronensaft Eis entweder einfach gekauftes Sahneeis nehmen, dann wird es weißer oder selbst machen. Hierzu muss ich sagen, dass das weiße Schokolade-Thymian-Eis fantastisch schmeckt, allerdings farblich ein wenig ins Gelbliche abrutscht und damit die Gesamt-Eisbergoptik abschwächt. Da muss man sich entscheiden. Man kann nicht alles haben …

klare Ansage

„Hab Geduld, harre aus, geh tiefer hinein, halte deine Vorurteile zurück, warte, bis sich etwas von selbst zeigt.“ Das sagen Rüdiger Sünner die Werke von Joseph Beuys. Mir sagen seine Werke auch sehr viel. Ebenso wie diese Worte.

Montagsmögen

J Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Vertrauen. Vertrauen zu haben, ob in sich, in andere oder in die Welt, ist eine schwierige Sache. Aber wenn es gelingt, eine ganz großartige. That which is meant for you will not pass by. Die nächste Chance kommt bestimmt. Ich mag außerdem Kaschmir, weil es so schön weich ist auf der Haut und Decken, weil sich einzukuscheln ein so wunderbares Gefühl. Eine Kashmirdecke kann daher nur ein großes Mögen hervorrufen. Irgendwann ist aber auch Schluss. Loslassen. Hat auch immer mit Vertrauen zu tun. You can go now. Ein ganz berührendes Lied, das ich sehr mag, das mir sehr viel bedeutet.

frühe Einsicht

I ch krame in Schubladen auf der Suche nach dem einen Beleg, den ein Amt von mir will und finde dabei ein altes Notizbuch. Schon ganz abgegriffen. Auf den Einband habe ich die Jahreszahl geschrieben. Ich war 18 damals. 18. Ein paar sinnlose Textfragmente, Gedankensprünge habe ich mir da notiert. Irgenwann das Schreiben aufgegeben, weil es wohl Wichtigeres zu tun gab. Die meisten Seiten sind leer. Aber der erste Satz, der die Lebenserkenntnis meiner jungen Jahre zusammenfasst, lässt mich verwundert über mich selbst zurück. „Dem Leben sollte man immer frontal begegnen“ steht da. Was mich damals schon zu dieser weisen Einsicht bewog, weiß ich nicht mehr. Aber viele Jahre später würde ich es genauso wieder schreiben.

aufgelistet: zurück im Alltag

I ch hatte gefühlt zu lange Urlaub. Zu lange Urlaub haben, geht überhaupt nicht, aber ich war so lange aus dem festen Rhythmus draußen und nur meinem eigenen Takt unterlegen, dass ich nun ab und an noch hadere mit der neuen Schlagzahl. Ein Satz von Stephen Nachmanovitch, der so vieles ist, der Künstler ist, Lehrer, Buchautor, Computerwissenschaftler – also auch viel zu tun hat, hilft mir: „Jede Handlung kann als Kunst, als Handwerk oder als Schinderei ausgeübt werden.“ Das ist eine Ansage, an der sich gut festhalten lässt und auf einmal ist Alltag nicht alltäglich. Einiges, das bei mir hängen und haften geblieben ist: Niemals vergessen, wie privilegiert man ist. Miese, fiese Liebe. Ein wunderschöner Liebescomic-Generator. Herrlich lustig. Erich Fromm zuhören, wie es mit dem guten Leben oder Frank Berzbach, wie es mit dem kreativen Leben leben geht oder Stephan Nachmanovitch, wie das mit der Improvisation geht. Am besten alle drei. In Kombination sind die unschlagbar. Ein schöner Literaturblog und ein Interview mit Kathrin Wessling drin. Das mit dem sein Ding machen mal hinterfragen. Als ewiger Optimist, der …

Konzentration auf das Wesentliche

E ingeschlafen über diesen Sätzen von Joseph Beuys. Aufgewacht und sie sind immer noch im Kopf. Und werden es noch lange bleiben. „Das Einzige, was sich lohnt aufzurichten, ist die menschliche Seele. Ich meine jetzt „Seele“ im umfassenden Sinn. Ich meine nicht nur das Gefühlsmäßige, sondern auch ihre Erkenntniskräfte, die Fähigkeit des Denkens, der Intuition, der Inspiration, das Ichbewusstsein, die Willenskraft. Das sind ja alles Dinge, die sehr stark geschädigt sind in unserer Zeit. Die müssen gerettet werden. Dann ist alles andere sowieso gerettet.“  

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich mag es gerade mich ein wenig zu zerstreuen. Geht hervorragend mit diesen Instagram-Account von Melody Hansen. Feelings are temporary. Geht vorbei. Auch mit meinem Wasserkocher geht es so langsam vorbei und ich suche einen neuen. Dieser genügt auch meinen ästhetischen Ansprüchen. Nicht nur kurzzeitig. Ein Lied, dass ich mag. Es braucht so wenig.

Wort zum Sonntag

„Von außen lässt sich nicht kompensieren, was im Inneren fehlt.“ Mein veritabler Grund für heute um drinnen zu bleiben, Zimtschnecken zu essen, mehr Espresso zu trinken als es dem Magen gut tut und zu sinnieren.

Let there be toast

Es gibt die Klassiker. Das Baguette. Es gibt die Exoten. Das Rote-Beete-Walnuss-Brot mit Quinoa. Und es gibt die, die man besser nicht erwähnt. Unscheinbar. Langweilig. Weißes Toastbrot gehört in diese Kategorie. Verschmäht. Nicht so bei den Engländern. Die zelebrieren es elegant zum High Tea oder aber auch weniger elegant, aber in der von mir präferierten Variante, gefüllt mit Chips. Kohlenhydrate Fukushima nenne ich das und es gibt Tage, da gibt es nichts Besseres. Die Kunst im Leben besteht darin das Besondere im Alltäglichen zu finden. „Let there be cake“ ist keine große Sache. Es sich am Wochenende gut gehen zu lassen, sich am Geburtstag selbst zu feiern stellt kein Problem dar. Aber Champagner am Montagabend, ein Festmahl am Mittwoch, sich einfach dafür belohnen, dass man einen Tag geschafft hat und ganz ordentlich durchgekommen ist, darauf kommt man eher selten. Meine Theorie ist, dass wenn man am Freitag Abend etwas Schönes macht statt einfach nur auf der Couch einzuschlafen, einem das Wochenende gleich viel länger vorkommt. Und übertragen auf den Rest der Woche lässt sich so jeder Tag …

Für und Wider eines Buches

I ch wäge ab, indem ich aufliste. Rechts plus, links minus. Soll ich oder soll ich nicht? Eine klare Auflistung dessen, was dafür und was dagegen spricht. So bringe ich Klarheit in den Kopf. Was habe ich mit dieser Methode schon Entscheidungen getroffen. Habe Männer aussortiert, Studienplätze gewählt, Umzüge beschlossen. So ein niedergelegtes Für und Wider zeigt schwarz auf weiß, was der Bauch schon längst entschieden hat. So eine kleine Plus-Minus-Liste habe ich auch schnell im Kopf angefertigt, bevor ich mich endlich für dieses Buch entschied. Das große Los. Was dagegen sprach: Der Spiegel-Bestseller Aufkleber. Wenn der auf einem Buchcover klebt, denke ich  mir oft: Nicht für mich. Wer fleißig bemüht ist sein Leben sorgfältigst zu kuratieren, kann doch nicht hinsichtlich Lektüre einfach blind dem Massengeschmack folgen. In einer Zeit, in der das Handgemachte en vogue ist als ein Ausdruck individualistischen anders-sein-wollens und als Gegenbewegung zur industriellen Massenfertigung, wie Melanie Kurz die Ästhetik des Handgemachten erklärt, vermittelt solch ein Sticker keine Sicherheit, sondern steht für Mainstream und gerade den gilt es zu verhindern, weil man in seiner Individualität …

Montagsmögen

Jeden Montag, heute Dienstag: Zwei Dinge, die ich mag. Was ich nicht mag. Es ist gerade so laut. Es tönt und töst so sehr. Für mein Gefühl zu sehr. Jeder weiß, was sagen und meinen. Nur ich nicht. Müsste ich nicht auch meinen Senf dazugeben, mich positionieren, frage ich mich. Muss ich? Ich weiß es nicht. Ich habe keine Antworten gerade, weshalb ich es weiter ruhig angehen werde, nicht die Augen verschließen vor dem was draußen ist, aber den Blick nach innen wenden, wo es manchmal klar und ruhig ist. In dem Bild ist alles das. Und das mag ich. Ich mag ein himmelblaues Fahhrad. Wie dieses. Meines wurde geklaut. Ich dachte erst, ich hätte es vielleicht falsch abgestellt oder der Hausmeister es im Hof einfach nur zur Seite geschoben, aber es ist weg. Jemand anders fährt es nun. Nun gut. Mag ich nicht, aber ist so. Ich mag dieses Lied. Beginners. Weil wir doch alle irgendwie Anfänger sind. In irgendwas in diesem Leben.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich mag das alles noch so frisch ist und neu. Dass es langsam losgeht wieder. Neustart. Ich mag es unter dem Sternenhimmel zu schlafen, aber weil es dafür gerade noch etwas zu kalt ist, wäre derweil das Nächtigen mit einer Wolkenwand hinter mir eine Alternative. Ich mag diese Vorratsdosen, die nicht himmel-, dafür aber nachtblau und zudem sehr formschön sind. Ich habe mich ein wenig in Mick Flannery verguckt. In seine Stimme, seinen Humor und das ein wenig Schüchterne. Aber nicht nur deshalb mag ich dieses Konzert. Das könnte ich  mir im Bett ansehen, eine Dose voller Popcorn als Begleiter und dabei die Lichter der Nacht betrachten. Und ich glaube, das mache ich jetzt auch. Es geht zwar los, man kann es aber auch ruhig angehen.