Monate: März 2016

Ostermontagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Feiertage. Dieser Luxus. Es ist Montag und der ruft eigentlich nach Arbeit und frühem Aufstehen, nach Pflicht und Verpflichtungen. Nur dass das heute keinen interesiert und der Sonntag einfach verlängert werden darf. Und dann noch Ostern, dem immer so etwas Frohes und Hoffnungsvolles innewohnt. Und die Sonne scheint. Und es ist Frühling. Und mit dem kommt dieses Gefühl aus der Gauloise-Werbung. Der langen Sommernächte, in denen man in Kontemplationen über das Leben versinken kann. Mag ich sehr. Ich mag diesen Korb für die Handtücher im Bad. Ich mag dieses Lied schon sehr lange. Ich  mag diese Schweizer Sendung, die ich kürzlich entdeckt habe. Die Gäste, die Themen und die Fragen liefern ausreichend Stoff für laue Sommernachtsgespräche und freie Montage.

aufgelistet: Lichtblicke

Ich bin kein Morgenmensch, aber ich mag den Morgen. Weil er immer auch ein neues Versprechen ist. Alles ist neu, alles wird neu, alles liegt vor mir, alles scheint in neuem Licht nach einer Nacht und wenn sie noch so schlaflos und kurz war. Die Chance es heute besser zu machen als gestern, es nochmals versuchen zu dürfen wirft ein völlig neues Licht auf die Dinge. Alles ist möglich. Der Tag noch unberührt. Es gibt so viel zu lernen und zu entdecken. Ein paar Lichtblicke, die neues Licht werfen auf vermeintlich Altbekanntes. Doch ich glaube das braucht es und jetzt mehr als sonst: Ein Handbuch für den Medienkonsum Man lernt nie aus. Deshalb: Wie man richtig spazieren geht. Gute Nebenwirkung des kreativen Seins: nahe am eigenen Selbst zu sein. Ich mag mögen-Listen. Diese ist sehr schön. Ein anderer Blick auf das, was wir meist meiden: Über das Schöne am Tod und über das, was wir suchen oder verdrängen: Über Erfolg und Scheitern. Eine Kinderserie, die schon alt ist, in die ich aber schwer verliebt bin. Wunderschön gezeichnet, sehr wahr. Senior Rossi …

gute Unterhaltung

In einem Interview mit Christoph Joseph Ahlers bin ich über diesen Ausdruck gestolpert: Dialogisch denken. Er sagt, dass er durch den Dialog mit einem anderen, in der Lage ist, Gedanken und Assoziationen zu entwickeln, auf die er ohne sein Gegenüber nicht kommen würde. Susan Sonntag hat Ähnliches für sich formuliert. Mir gefällt dieser Gedanke sehr. Unterhaltungen und Gespräche, die über das hinausführen, was im eigenen Kosmos liegt und generell solche die echt sind, wie Erich Fromm es genannt hat. Sich im Gespräch begegnen, dialogisch denken kann eine so schöne Form der Unterhaltung sein und jedes Mal wieder wenn sie gelingt, scheint mir der Begriff small talk wieder so passend. Kleines Gerede, das auch seinen Platz und seine Zeit hat, aber dass es schwer aufnehmen kann mit wirklich großer Unterhaltung.

schlechte Witze und heiße Hasen

Bei meinen guten Freunden habe ich mir über viele Jahre hinweg einen Titel hart erarbeitet. Ich werde die Königin des schlechten Witzes genannt. Deshalb und nur deshalb darf ich Sätze sagen wie: Warum sich einen Mann backen, wenn man sich auch einen Hasen kneten kann? Oder: Wer braucht schon hot cross buns, wenn er auch hot bunnies haben kann? Hot cross buns sind Englands Antwort auf den deutschen Hefezopf. Ich habe diese zwei Konzepte genommen und nachdem ich mal über diese kreative Herangehensweise der Schulbrotzubereitung gestolpert bin, diese gleich mit einbezogen und so sind sie entstanden: Die heißen Hasen. Hot bunnies [das Grundrezept stammt von Jeanny] 300 Milliliter Vollmilch  50 Gramm Butter ca. 500-525g Mehl, am besten backstarkes Weizenmehl (Type 550) 1 Packung Trockenhefe (7g) 1 Prise Salz  1/2 Teelöffel Zimt 4 Esslöffel Zucker 1 Ei etwas grob gehackte Schokolade Für die Kreuze und Glasierung: 50 Gramm Mehl 1/2 Teelöffel Zucker 4-5 Esslöffel Wasser 3 Esslöffel Aprikosenkonfitüre Milch und Butter auf dem Herd kurz erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Sie soll allerdings nicht kochen. Vom Herd nehmen und handwarm abkühlen …

Allesdurcheinander-Mögen

Jeden Montag, heute Dienstag: Zwei, die ich mag. Was ich gerade mag? So vieles und überhaupt nichts. Und das Ganze gleich doppelt. Mir gefallen sehr gegensätzliche Dinge gerade, die in keine Kategorie passen wollen und aus dem Rahmen fallen. Aber wie bei einer gereiften Persönlichkeit, auch unterschiedliche Persönlichkeitsanteile integriert sein wollen, trenne ich auch im Mögen nichts ab und nehme alles auf. Deshalb heute 2 + 2. Ich mag meinen Vorsatz in groß zu stricken irgendwann. Getrieben von dem Wunsch mich zu verstecken, zur Ruhe zu kommen, einzukuscheln, nicht das Haus zu verlassen. Dazu passt endlich einen gusseisernen Topf fürs Brot backen mein eigen zu nennen. Und auf der anderen Seite drängt alles nach draußen und ich freue mich so über das Vogelgezwitscher am Morgen. Ich freue mich über geöffnete Fenster und das Grün und dass das zarte Band so langsam und leise flattert. Ich freue mich darauf bald wieder diese leichten Sommerkleider tragen zu können. Ich mag diese Musik. Zwei Lieder. Beide lassen sich nicht den gewöhnlichen Kategorie und Genres zuzuordnen. Beide sind etwas Besonders. Eines für die frühen Stunden, …

Nähe-Distanz

In einem Interview mit Elisabeth Ruge beschreibt sie, ich glaube, es war ihre Tante mit Worten, die ich mir gemerkt habe, weil sie umschreiben, diese seltene Gabe oder Charaktereigenschaft, die für Führung, das Eltern sein, für Beziehungen, für fast alles Zwischenmenschliche mir die geeignetste scheint. Sie beschreibt jemanden, der es versteht, da zu sein ohne übergriffig zu werden, Freiheit zu geben und Sicherheit zu vermitteln, da zu sein und loszulassen. „… große Souveränität ausstrahlte, sehr natürlich war. Herzliche Distanz einer Frau, die einem viel Platz gelassen hat und gleichzeitig viel Sicherheit gegeben und Wärme zugelassen hat.“

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ehrlichkeit, immer wieder. Nicht nur wegen des authentisch seins, denn authentisch ist ein Salatkopf, heißt es so schön. Ehrlich sein, um des ehrlich sein willens. Weil wir doch nichts anderes tun können als aussprechen, was ist und wie es ist in unseren Augen. Das mit dem Takt und dem weniger Direkten muss ich allerdings noch üben zuweilen. „Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, daß er hineinschlüpfen kann – nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen“, hat der gute Max Frisch gesagt und das habe ich noch ehrlichen Nachholbedarf. Ich mag diese Bluse. Ehrlich und schlicht ist sie. Ich mag dieses Lied. Love is all. Ganz ehrlich

Neues von der Zitrone: Faul und eingelegt

Von Elisabeth Raether stammt diese allerbeste Definition von Wochenende: „Man wirft Freitagabend die Schuhe in die Ecke, und erst am Montagmorgen zieht man wieder eine richtige Hose an.“ Die geht einher mit einem Rezept für Zitronenbutterspaghetti, das ich mir sogleich ausgedruckt habe und probieren muss. Zitrone und Butter und Spaghetti erscheint mir nämlich nicht die naheliegendste und eine für mich neue Kombination und damit per se reizvoll. Der Reiz des Neuen ist für mich mindestens so stark wie der des Verbotenen. Novelty seeker nennt man solche Menschen und die Routine sowie das Bekannte sind ihr Feind. So lernte ich die eingelegten Zitronen kennen. Durch das Einlegen verlieren sie ihren sauren Geschmack und werden sehr milde, sehr intensiv. Muss ich selbst ausprobieren, dachte ich mir, was ich auch tat und dann standen sie da so eine Weile im Kühlschrank herum, weil ich vorher nicht präzise darüber nachgedacht hatte, wofür ich die gebrauchen könnte. In der marokkanischen Küche verwendet man sie für Tajine, aber so einen Topf hatte ich nicht und keine Muße fürs Geschnipple, denn es war ein …

Die entweder-oder-Frage

Soll ich oder soll ich nicht? Ein neues Jeanshemd {1} brauche ich, weil das geliebte Alte im Koffer war, den ich mitsamt Inhalt jetzt nicht mehr mein eigen nennen kann. Ich habe endlich eines meiner Bilder auf Acrylglas drucken lassen {2} und weil ich jetzt im Bildaufbereitungsfieber bin, überlege ich mir zudem als Dankeschön für eine Reise ein Fotobuch zu machen als kleines Geschenk und weil gedruckt doch netter ist als nur der Link auf den dropbox-Ordner. Ich wünsche mir entweder dieses Japan-Kochbuch oder das neue von Ottolenghi: Nopi heißt es und beinhaltet Rezepte aus seinem Restaurant in London Soho, in dem ich einmal essen durfte, was zwar schon zwei Jahre her ist, aber den Geschmack des Tahini-Eises werde ich nie wieder vergessen. Mir hat es dieses T-Shirt sehr angetan {4} und da mein Faible für goldene Schuhe wohl niemals vergehen wird, werden es wohl sowohl diese Sneakers  {5} als auch die Flip Flops {7}, denn die sockenlose Saison ist mit dem Monat März eröffnet. Ich mag das Geräusch, das sie machen. Diese sanfte Flip-Flap-Schnappen. Manches Mal muss es das laute Klacken von hohen Schuhen sein um die …

Schwache Momente und klarer Geist

Über das Für und Wider digitaler Bücher lässt sich vortrefflichst streiten. Den einen geht nichts über die Haptik des Gedruckten, die anderen preisen den Vorteil des leichten Reisens und wie viele Stücke Weltliteratur doch in so einen kleinen Kindle passen. Ich erinnere mich noch gut an meine Studententage und die Besuche bei Kommilitonen oder Freunden von Kommilitonen und mein Blick auf die Bücherregale, in dem sich sämtliche Goethe und Schillerausgaben neben Lessing, Schnitzler und Odysseus stapelten. Rilkes Sommergedichte lagen fein säuberlich neben dem Bett aufgeschlagen. Ein wenig ungebildet kam ich mir dann vor, weil mir während des Studiums durch den Zwang, unter dem ich nie gut funktioniere, zeitweise die Lust an der Literatur und Sprache abhanden gekommen war und als ich dann später etwas ganz anderes in Angriff genommen hatte, war der Kopf abends einfach zu voll als dass noch der deutsche Literaturkanon oder griechische Mythologie reingepasst hätten. Erst später ist mir aufgegangen, dass so mancher das auch nicht gelesen, sondern nur dekorativ im Regal zur Schau gestellt hat. Wobei ich nicht ausschließen will, dass …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Unabhängigkeit mag ich. Die hat viele Formen. Indem man sein Ding macht, egal wie wer was wie warum sagt. Indem man dem rebels manifesto folgt. Karl Lagerfeld ist für mich die personifizierte Unabhängigkeit. Unvorhersehbar, einer der unabhängig von Erwartungen der Welt außen herum sein Ding macht. Diesem Geiste folgend mag ich dieses Shirt oder dieses. It´s okay. Egal was andere meinen oder sagen. Und damit hätten wir auch ein Lied.

Ab heute wird alles anders

Es gibt einen Werbespot eines bekannten Sportartikelherstellers, indem ich mich wiedererkannt habe. „Es ist keine Schande nur einen halben Halbmarathon zu laufen“, habe ich auch schon gedacht, flehend auf die Kilometerschilder geblickt und war überzeugt, dass hier ein Vermessungsfehler der Strecke vorliegen muss. Lächeln musste ich auch bei:“So Yoga. Jetzt ändere mal mein Leben.“ Bei diesem Gedanken habe ich mich auch des Öfteren schon erwischt. Ich kenne diese Anflüge nur zu gut. Ab jetzt wird alles anders. Morgen bin ich ein neuer Mensch. Vorsätze finde ich dabei immer wieder neue. Ich esse nur noch vegan und gesund. Keine Schokolade mehr. Ich stehe jeden Morgen um fünf Uhr auf und laufe meine 10 Kilometer. Ab jetzt jeden Abend eine Yogasequenz vor dem Einschlafen. Das hält dann meist so vier Tage im Schnitt. So viel zum veränderten Leben. Umso erstaunlicher, dass mich die goldenen Milch schon seit fast acht Wochen begleitet. Entdeckt hatte ich sie bei der Raumfee, wiederentdeckt bei 1akitchen sogar mit Video, wurde beim geliebten Fräulein nochmals daran erinnert und sicherlich sonst noch irgendwo in den guten Ecken …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Den Blog dieser Frau. My unfinished home heißt er. Ich mag ihn nicht nur, weil er sehr schön anzusehen ist und es manchmal am Tag einfach gut tut in schönen Bildern zu schwelgen statt Hochgeistiges zu produzieren oder Weltbewegendes zu schaffen, sondern auch wegen des Titels: Unfertig. Ein schöner Zustand eigentlich. Ich mag diese Bluse, mit der man frisch wie aus dem Ei gepellt aussieht, auch wenn man nicht viel Zeit hatte sich richtig fertigzumachen. Ich mag die Arbeiten der Illustratorin Laurène Boglio, die so schön sind und witzig, dass egal wie fertig ich bin, sie mich zum Lächeln bringen. Diese ist unschlagbar. Lieder mag ich auch. Aber diese Woche noch mehr diesen Beitrag zu Paul Watzlawick, weil das Erinneren daran, dass wir alle Konstrukteure unserer Wirklichkeit sind, alles fertig unfertig leicht sein lässt.