Monate: April 2016

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Neuanfänge. A fresh start. Es muss kein unbeschriebenes Blatt sein, aber gegen eine neue, weiße Seite hätte ich nichts einzuwenden. Ich mag Picknicks und werde mich diesen Sommer generalstabsmäßig darauf vorbereiten. Wenn der Sommer dann auch startklar ist, kann ich sagen: Ich bin vorbereitet. Ich mag dieses Lied: Es eignet sich zum Starten, zum Beginnen, zum Loslegen.

mit Rilke´s Blick

Es gibt ein Gedicht von Rilke, das ich fast vergessen hatte. Obwohl es mir einmal so viel bedeutet hat. Letzte Woche hat es jemand zitiert und ich bin wieder ganz hingerissen. Die immer gleiche Routine, die Langeweile, die Gitterstäbe. Und darin ein Raubtier, das wenn es in seiner Natur und frei ist vor Spannung strotzt, voller Energie und Grazie ist. Schon zu viel gesagt. Der Panther muss für sich alleine sprechen. Im Jardin des Plantes, Paris Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein, geht durch der Glieder angespannte Stille – und hört im Herzen auf zu sein.

Nopi für zu Hause. In Form von Pekannuss.

Ich war einmal im Nopi essen. Das war ein geschäftlicher Anlass und die mag ich nicht immer, weil es ab und an anstrengend ist, weil nicht jedes Gespräch leicht ist und sich ergibt, sondern manches Mal hart erarbeitet werden muss, damit es nicht versiegt, was aber nie so aussehen darf. Und hunderttausend ungeschriebene Gesetze gleich dazu. Das war nur an dem Abend egal, weil das Essen im Nopi stattfand und ich meine Begeisterung darüber schwer verbergen konnte. Ich weiß nicht mehr, was wir genau gegessen haben, nur dass alles ganz fantastisch war und unerwartet. Ich habe immer noch ein Tahini-Eis im Kopf, von dem ich nicht genau sagen kann, was da noch drin war, nur dass es unglaublich geschmeckt hat und ich so etwas in der Art vorher noch nicht erlebt hatte. Ehrensache also, dass ich das Nopi-Kochbuch haben musste, wo ich doch auch alle anderen Kochbücher von Ottolenghi bereits besitze. Dann waren die Rezepte zum Nachkochen aber doch ein wenig zu ausgefallen, bis auf die Pekannussfinanciers. Pekannuss und Financiers, das klang gut, das klang nachvollziehbar, …

Montagsdienstagmögen

Jeden Montag, heute Dienstag: Zwei, die ich mag. Yeah. Yeah, wird schon. Yeah, ist doch eigentlich ganz gut. Yeah auf das Leben. Yeah mag ich. Wer laut Yeah sagt, kann auch Carrie-Momente zelebrieren und Tüllröcke tragen. Ich mag dieses Lied sehr. Da ist alles drin. Ein großes Yeah auf Musik und was sie mit einem macht. Kommt gut in die Woche.  

Irritationsgefahr

Wenn es irritiert, ist es gut. Im Alltag mag das selten passieren und wenn ist es ein Ärgernis, weil alles darauf angelegt ist durchzurutschen, zu flutschen, reibunglos abzulaufen und zu funktionieren. Kinder wissen das noch nicht, fügen sich noch nicht ein in die vorgegebenen Abläufe und bringen sie so aus dem Takt. Kunst kann das oft. Und manches Mal Bücher. Eins im Andern ist so eines. Es irritiert nicht abrupt. Es beginnt mit dem Alltäglichen. Die Kinder müssen in den Kindergarten gebracht werden, der Hund ausgeführt, die Wäsche aufgehangen werden. Die Arbeit am Schreibtisch, ein kleiner Mittagsschlaf. Der normalen Lauf der Dinge. Dann kommt eine Nachricht, die des Selbstmordes ihrer ersten großen Liebe. Auf einmal geben Erinnerungen einen neuen Rhythmus vor. Sie erinnert sich an ihre vergangenen Lieben. Wie eine Matrojschka nimmt sie Schale um Schale auseinander und verfolgt den Weg, der sie dort hingeführt hat, wo sie heute ist. Sie verliert sich ein wenig dabei. Ich mochte dieses Buch. Es entwickelt einen Sog, weil es so verwoben ist. Die nächste Biebung, die die Geschichte nimmt, kann …

aufgeklärt

In einem Beitrag zur Bedeutung der Aufklärung eine ganz wunderbare Passage gehört und mir aufgeschrieben. Der Gedanke, dass ein Ausweg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit nicht nur durch Argumente und das Rationale zu finden ist, sondern durch die Macht der Kunst, der Rhetorik … „… Alles was uns dazu bringt in eine gewisse Stimmung zu kommen, eine gewisse Neigung zu entwickeln, eine gewisse Flexibilität zu haben. Mut und Entschlossenheit zu haben, sich anderen Gedanken auszusetzen, die Energie und die Arbeit aufzubringen, Alternativen zu denken und dann bei aller Überzeugung der eigenen Klugheit möglicherweise, sich irritieren zu lassen, dieses kleine Moment des sich Irritieren lassens ist das Entscheidende.“

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Die Idee die Badezimmertür so zu bekleben. Oder weitere Türen so. Wie wenig es braucht, um alles in ganz anderem Licht erscheinen zu lassen. Ich mag diese Tücher für das Badezimmer, weil sie einem das Gefühl griechischer Inselfröhlichkeit liefern. Ich mag dieses Lied. Und diesen Satz von Botho Strauß: „Für mich können Menschen ohne den gedankenlosen Untergrund einer großen Empfindungskraft niemals klug sein.“

An der Referenz von Kokos, Cashew und Sesam

Es braucht eine Referenz. Leberwurst vegan, Tofuwürstchen und was der Markt sonst noch bietet ist nur ein scheinbarer Widerspruch in sich. Ohne Referenzrahmen weiß keiner, was er sich einhandelt. Deshalb für den Rahmen: Ich habe vegane Raffaelos gemacht. Enstanden sind sie, weil ich bei akuten Schokoladengelüsten zu Löffel und Nutellaglas greife. Es stand aber auch Kokosmus und Cashewmus in der Nähe und ich wollte eine gesündere Alternative. Nach ein wenig experimentieren, sind dann diese Kokos-Cashew-Sesamkugeln entstanden, die geschmacklich denen, aus der Fernsehwerbung sehr nahe kommen, aber um Tonnen gesünder sind. 1/4 Tasse Cashewmus 1/2 Tasse Kokosmus 3 Esslöffel Kokosöl 1 Bourbonvanille Kokosraspeln Das Cashewmus in einer Pfanne leicht erhitzen, so dass es flüßig wird. Kokosöl dazugeben und zum Schluss das Mus unterrühren. Vanille dazugeben. Sesam unterrühren für die Knusprigkeit. Abkühlen lassen, was ein paar Stunden dauern kann, um dann Kugeln zu formen und in Kokosraspeln zu wälzen. Fertig. Perfekt für mitternächtlichen Schokoladenhunger oder nachmittägliche Süßigkeitentiefs. Oder zum Frühstück als Belohnung dafür, dass man aufgestanden ist. Oder einfach so. Referenzlos. Unvergleichlich.

Verspätetes Montagsmögen

Jeden Montag, manchmal auch Dienstag: Zwei, die ich mag. Den Kreislauf, den ich immer wieder durchmache. Immer wieder. Ich mag dieses Schlaftuch, das ich für mein Patenkind gefunden habe. Ich mag dieses Lied: Strawberry swing. Hello Frühlingsgefühle.