Monate: Juli 2016

Hallo Tatendrang

Mittenrein ins volle, pralle Leben. Hallo August. Ich werde wandern, endlich wieder nach Berlin, ich werde Stand-Up-paddeln wie zuletzt in Nizza, aber jetzt an bayerischen Seen. Das ist mir völlig egal, ob das gerade Trendsport ist, das macht so ruhig, das ist so unglaublich entspannend wellenruhigmachend schön. Ich werde in meiner Hängematte liegen, habe viele Rezepte, die ich unbedingt ausprobieren möchte, so viele Ideen für ein neues Essen im Kopf, darf vielleicht und hoffentlich eine Bibliothek zusammenstellen und noch viel mehr und überhaupt verspricht der August ein guter Monat zu werden. Und selbst wenn nicht. Immer ganz reingeben. Geistig gepackt und gerüstet wäre ich hiermit. Schön geformt: Diese Weingläser [1] sind so zart und filigran und überhaupt haben sie es mir sehr angetan. Frank Berzbach. Seine Bücher bedeuten mir sehr viel. Und das neuste [2] liegt schon auf dem Stapel. »Während wir uns an den abstrakten Sinnfragen abarbeiten, übersehen wir die überschaubare und gestaltbare Wirklichkeit.« Muss ich mehr sagen? Gazelle. Schon immer. Und jetzt neu aufgelegt und ich kann mich nicht zwischen rosa oder in mint [3] …

aufgelistet: Treibgut einer faulen Sommerwoche

Eine Woche lang mein eigener Rhythmus. Ich und alleine ich bestimme, was ich mache, wann ich es mache und ob überhaupt. Das sagt sich leicht und denkt sich so einfach in Zeiten, in denen andere den Ton vorgeben. Und dann saß ich da und musste das erstmal wieder lernen. In der Hängematte liegen und den Wolken zusehen. Lesen. Oder auch nicht. Nichts Absichtsvolles tun, nichts, dass mich irgendwo hinführt, einzig allein mich treiben lassen. Dabei eingefangenes Treibgut, dass mir so ins Leben gespült wurde: Eine Sendung mit Andreas Weber gehört. Gedanken, die so ganz anders waren. Ein Interview mit ihm gelesen und mir sein neustes Buch bestellt. Es handelt von Enlivenment. Das ist ein sperriges Wort, für das, was die Aufklärung ergänzen könnte und ein Denken, dass von Kontrolle und Verwertbarkeit ausgeht eintauscht gegen Kreativität, Sinnhaftigkeit und unbändige Freude. Peter Bieri, den ich so mag über würdevolles Leben. Ein Artikel über Frauen und Sport. Nicht, den um der Pflichterfüllung willen, der ein weiteres „Du musst noch“ auf der langen Liste ist, sondern den, der Spaß macht, weil man sich verausgaben kann und spürt. Warum es …

Szenenreifes Eis

Es gibt im Film „Pretty Woman“ eine Szene, in der Julia Roberts in einem Restaurant mit dem korrekten Essen von Weinbergschnecken so ihre Probleme hat und das mit „schlüpfrige kleine Scheißerchen“ kommentiert. Das könnte man auch über Mochi-Eis sagen. Nicht, dass das Essen desselbigen sonderlich schwer wäre. Durch den Teigmantel ist Eisessen wahrscheinlich sogar unfallfreier möglich. Aber das Zubereiten kommt dem kniggereifen Verspeisen einer glibbrigen Schnecke sehr nahe. Mochi-Eis [adaptiert von diesem Rezept / reicht für ungefähr 8 bis zehn kleine Eiskugeln] 50 Gramm Klebreismehl 100 Gramm Zucker 100 Milliliter Wasser reichlich (und ich meine wirklich reichlich) Speisestärke Mehl, Zucker und Wasser mit einem Schneebesen so verrühren, dass keine Klümpchen mehr da sind. Die Mischung unter ständigem Rühren aufkochen. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Herstellung von Brandteig. Nach einiger Zeit löst sich der Teig vom Topf und wird zu einer festen glasigen Masse. Vom Herd nehmen. In allen Rezepten hieß es, der Teig müsse heiß verarbeitet werden. Aufgrund von nicht funktionierendem Multitasking habe ich festgestellt, dass er auch sehr gut kalt bearbeitet werden kann. Das …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Der Montag ist schon vorbei. Heute ist Dienstag. Und auch jetzt muss ich mich noch anstrengen, um etwas zu finden, dass ich mag. Der Freitag Abend hat Spuren hinterlassen und Risse in meinem ureigenen Gefühl von Sicherheit bleiben. Das war noch nicht verdaut, da kam am Sonntag Nacht eine Ahnung und am Montag die Gewissheit. Eine persönliche Geschichte und doch auch nicht. Da hat ein ganz feiner Mensch zu lange zu schwer an der Welt getragen und sie am Ende nicht mehr ertragen. Es gibt natürlich Dinge, die ich weiterhin mag und schön finde. Nur scheinen sie etwas belanglos gerade. Eine Sache nicht. Eine ist sehr passend, weil sie Mut macht, die Augen öffnet, das Stigma aufbricht. Ich mag das Gemeinschaftsprojekt von meiner Freundin Kirsten Becken, ihrem Vater und ihrer Mutter. „Seeing her ghosts“ heißt es und behandelt das Thema Schizophrenie. „Schizophrenie ist eine überbordende Innenwelt, die ein Leben in unserer Gesellschaft ohne „Verbündete“ fast unmöglich macht“, so beschreibt sie die Krankheit ihrer Mutter. In einem Interview mit Indre, das ich sehr gerne gelesen habe, erklärt sie es …

lost in Schlummerland

Es gibt Menschen, die hören das erste Weckerklingeln und stehen auf. Und es gibt die Snoozer. Ich gehöre zu letzteren. Aus Überzeugung. Die snooze-Zeit am Morgen, dieser schöne Zustand zwischen den Welten  ist mir heilig. Noch nichts ganz. Noch nicht ganz wach, nicht mehr ganz schlafend, träumend zwischen der einen und der anderen Realität hin- und herwechseln. Irgendetwas dazwischen. Ein Zwischenraum. Und davor ein Raum der Möglichkeiten. Das ist der Unterschied zum Abend, an dem ich auch für mich alleine bin, wenn die ganze Welt außen herum schon schläft. Auch da schwanke ich zwischen den Zuständen. Schon müde, aber noch wach. Nur ist da ist der Tag schon rum, das Tagwerk erledig. Er liegt nicht mehr wie ein Versprechen vor einem. Es geht ums Abschließen, nicht ums Aufbrechen. Am Morgen ist das Dahindämmern ein anderes, weil die kleine Möglichkeit besteht, dass die Träume auch wahr werden können. Viele Stunden liegen vor einem und wollen gefüllt sein. Statt der Bilanz dessen was-ich-alles-nicht-geschafft-habe, erstreckt sich der weite Möglichkeitsraum der das-will-ich-alles-heute-machen Gedanken. Yrsa Daley-Ward hat einmal geschrieben: „Find …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Es heißt: Fake it till you make it. Ich wandle ab auf: Feier, bis es sich auch so anfühlt. Celebrate every tiny victory. Irgendwas ist immer. Irgendeinen Grund, um die Korken knallen zu lassen, wird sich wohl schon finden. Was ich deshalb dringend brauche und mag: Eine Konfettikanone für die Schreibtischschublade. Ich mag außerdem dieses Kleid sehr. Zum feiern, zum faul sein, einfach so. Ich mag dieses Lied sehr, schon sehr lange und immer wieder. „Blow out all the candles…“ Kerzen ausblasen, Konfetti hochwerfen, Siege feiern, auch die kleinen und wahlweise einfach das Leben. Kommt feierlich in die Woche.

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„We need never be hopeless, because we can never be irreparably broken. We think that we are invincible because we are. We cannot be born and we cannot die. Like all energy, we can only change shapes and sizes and manifestations. They forget that when they get old. They get scared of losing and failing. But that part of us greater than the sum of our parts cannot begin and cannot end and so it cannot fail. …. Thomas Edison´s last words were, „It´s very beautiful over there.“ I don´t know where there ist, but I know it´s somewhere, and I hope it´s beautiful.“ aus: Looking for Alaska von John Green Nizza.

gutes Investment, schlechte Erklärung

„Schreibst Du etwas über den Abend?“ Ja, das mache ich. Das mache ich irgendwann. Wenn ich weiß was. Noch fehlen mir die Worte. Wenn mich jemand fragt, warum ich das mache, weiß ich nicht was antworten. Weil etwas einfach zu tun sehr schön ist? Weil Schönes tun einfach sehr schön ist? „Da braucht man aber viel Enthusiasmus“, kommentierte einer leicht verständnislos auf diese, meine Erklärungsversuche. Wenn ich eine befriedigendere Antwort habe und bessere Worte gefunden, dann formuliere ich das. Dann sage ich etwas darüber, dass man nicht immer fragen muss, warum. Dass man auch einfach mal machen kann. Nicht um etwas Bestimmtes zu erreichen, sondern einfach nur aus Spaß und Freude am Tun. Darüber dass diese blöden irgendwann-mache-ich-das-Mals anstrengender sind, als es einfach anzugehen. In dieser Ausstellung von Stefan Sagmeister, in der ich noch nicht war, aber in die ich unbedingt irgendwann gehen möchte, sind wohl zwei Sätze zu lesen, mit denen ich auch hätte kontern können: „Immer wenn ich denke: „Das sollte ich machen“ oder „das sollte ich ausprobieren“ und es dann doch nicht mache, …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Alles. So viel Gutes und Schönes ist passiert. Und wie es schlechte Essensverwerter gibt, deren Stoffwechsel langsamer arbeitet, so brauche ich ein wenig Zeit, um alle Gedanken und alles Erlebte zu verdauen, richtig einzuordnen und zu verarbeiten. Bis das soweit ist, begnüge ich mich damit einfach sehr, sehr begeistert und ebenso dankbar zu sein. Die Begeisterung für flache Schuhe, mit denen sich sockenlos und flink durch die Welt flanieren lässt, ist bei mir immer groß. Und in gelb, in gelb! Ich mag dieses Lied. Ein vergessener Klassiker.

Vorherbesserwisser oder: Sushi muss man nicht grillen. Kann man aber

Max Frisch hat einmal auf die Frage, was er im Rückblick in seinem Leben anders gemacht hätte, gesagt, dass er im nachhinein sieht, dass er doch so vieles eigentlich früher gewusst habe und dann doch so lange gewartet hat. Mit der Architektur hätte er früher abschließen können, mit der ein oder anderen Frau ebenfalls. Ich weiß nicht, ob man es früher weiß. Im Rückblick vielleicht. In dem erscheint alles so viel klarer und offensichtlicher. „Hinterher haben es immer alle vorher gewusst“, habe ich einmal irgendwo gelesen und ich weiß nicht mehr wo, aber ich denke oft daran, wenn wieder einmal einer der ewigen Bedenkenträger, einer der nicht den Mut hat, überhaupt ein Risiko einzugehen, schlau daherredet oder jemand die 10 ultimativen Erfolgsformeln anpreist, nur weil bei ihm einmal etwas geklappt hat. Im Rückblick ist es so einfach. Mittendrin und davor ist es schwer und der Blick getrübt. Eine gewisse Blindheit gegenüber dem, was alles schiefgehen kann und keine Angst vor dem Scheitern selbst gehören dazu. Redet nur keiner darüber. Angst haben, es nicht genau wissen und trotzdem machen. …

Montagsmögen

Jeden Montag, zwei die ich mag. Wie ich es mögen würde, wenn ich diese Sandalen mein eigen nennen könnte. Handgemacht. Aus Griechenland. Diese würde ich auch nehmen. Ich mag diese Picknickdecke. Weil sie so fröhlich ist und damit ein guter, wenn nicht gar der beste Untergrund für faule Tage am See. Ich mag den Satz, den ich hier gelesen habe: „You are worth my time“.  Statt des Klagens darüber keine Zeit zu haben, sich welche zu nehmen für einen anderen Menschen, weil er es mir wert ist. So etwas ist viel wert. Ich freue mich auf einen Sommernachtstraum – und wer mag: Es sind noch ganz wenige Plätze frei. Und ich mag diese Interpretation eines Liedes mit der wichtigen Fragestellung: Are we human or are we dancers? Kommt fröhlich, faul-genießend und menschlich in und durch die Woche.