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Ich musste es kaufen. Es war der Titel.

Es ist ein beeindruckendes Buch. Françoise Giroud war eine beeindruckende Frau.
Sie hat vieles hinterlassen. Unter anderem einen Text, der 2013, da war sie schon zehn Jahre tot, auftauchte und vor drei Jahren veröffentlicht wurde. „Ich bin eine freie Frau“.

Girod schrieb in ihrem Leben über 30 Bücher. „Ich bin eine freie Frau“ war nicht als ein solches geplant. Freunde rieten von der Veröffentlichung ab. Girod schrieb es nicht um ein weiteres Buch zu schreiben. Sie schrieb es nach einem gescheiterten Selbstmordversuch, um sich und das Geschehene besser zu verstehen. Ihr damaliger Geliebter, mit dem sie gemeinsam das Nachrichtenmagazin „L´Express“ gegründet hatte, verlies sie und schmiss sie aus der Redaktion. Sie hatte beides verloren. Ihre Liebe und ihre Arbeit, die für sie immer mehr als nur Broterwerb war. Sie schrieb, um wieder ins Leben zu finden.

Sie verfasste damals einen Text. Schonungslos, offen und ehrlich, wie ein Schreiben sein kann, wenn einer alles verloren hat und auf der Suche ist nach seinem Platz in der Welt. Sie analysiert, betrachtet nüchtern und klar und diese Offenheit zeugt von einer Freiheit im Denken und im Fühlen, die beeindruckend ist. Sie sieht klar den Tatsachen ins Gesicht, verschönt nichts.

Sie war so vieles. Sie war Kulturministerin, jahrelang Chefredakteurin der Elle. Sie war Mitglied der Resistance, sie schrieb über 30 Bücher. Sie interviewte die ganz Großen von Margret Thatcher bis zu Christian Dior. Sie gründete mit über 60 nochmals einen gemeinnützigen Verein. Sie war eine sehr leidenschaftlich Liebende. Sie war eine große Journalistin.
Sie war ehrlich zu sich selbst, wie man es nur sein kann, wenn man nichts mehr zu verlieren hat.

„Ich bin eine freie Frau. Eine glückliche Frau war ich auch – was gibt es Selteneres auf der Welt?“ schreibt sie. Es gibt selten eine so schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, in der eine große Freiheit liegt.
Das ist beeindruckend, weil es Eindruck hinterlässt. Bei mir zumindest hat es das.

2 Kommentare

  1. Liebe Stephanie, durch Dich komme ich zum Lesen. Oder zur Sehnsucht nach dem Lesen. Oder zum Hören. Wie es die Zeit erlaubt 🙂 Ich werde im Oktober ganz vieles machen, anhören und teilen. Ich hatte vergangene Woche einen Traum von Dir! Ich melde mich bald! Schönste weibliche Grüße zum Wochenende!! :*

  2. Daniela sagt

    Oh…was für ein schatz lässt sich hier erahnen. Danke fürs vorstellen. Daniela

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