Monate: November 2016

schmerzvoll

Ein Text. Ein großer. Gelesen am Morgen, als ich noch nicht bereit war für den Alltag und bis zum Abend ließ er mich nicht los. Wir können entscheiden, ob wir uns von etwas berühren lassen oder Dinge und Menschen nicht an uns heranlassen. Ich weiß nicht, doch ich weiß, was mehr weh tut.

angekommen

„Ein unschätzbares Gefühl: nicht hier und nicht da, sondern einfach fort zu sein“ schrieb Franziska zu Reventlow in Amouresken. Dazu die beste und zuverlässige Resteverwertung für Gemüse, das seine besten Zeiten schon hinter sich hat. Gemüse im Backofen rösten, zuvor mit Misopaste bestreichen, ein wenig Ahornsirup darüber träufeln für den karamelligen Geschmack. Dabei dieses Lied hören, weil es ein leidenschaftliches für zwischen hier und da ist. Zum Schluss noch Sesam über das Ganze streuen. Schwarzen am besten, einfach weil es hübscher aussieht. Ganz weit weg sein. Bei sich sein. Da sein.

Richtungsverändernde Begegnungen

  Ein Sonntagnachmittag. Zur Pinakothek spazieren und dazwischen länger als nötig im Tambosi verweilen, bei noch warmes Croissant und frisch gepressten Orangensaft die Dame beobachten, die älter scheint als sie ist und ein wenig zu früh an ihrer Weinschorle nippt. Über Bilder sprechen. Wie sie den eigenen Blick auf die Welt zeigen, wie man sich selbst zeigt in Bildern, weil immer etwas von einem selbst durch sie hindurchscheint. Und auf einmal habe ich wieder Lust und Mut durch den sanften Anstoß. Greife zur Kamera, die ich so viele Monate vernachlässigt habe, weil der Zugang fehlte und drücke den Auslöser. Danke Annett. Ich will nur den Schlüssel abholen. Schließlich kennt man sich kaum. Ein zwei kurze Hallos und lose Gespräche. Freunde von Freunden. Und dann wird aus dem kurzen Kaffee ein zweiter und noch ein Tee und es entspinnt sich ein Gespräch über den Osten und den Westen, das Leben und was man will und was nicht und wie schwer es ist, das eine vom anderen zu unterscheiden. Was eine Sache von fünf Minuten hätte sein sollen, …

Dienstagsmögen

Jeden Montag, manchmal auch Dienstag: Zwei, die ich mag. Diesen Satz von Hemingway über Werte, Stärke und Verletzlichkeit. Die Formulierung „sich die Seele aus dem Leib husten“ hat seit zwei Wochen eine ganz neue Bedeutung für mich. Nie mehr ohne Mütze aus dem Haus. An den Tagen, an denen es gar nicht mehr ging, habe ich dieses Lied gehört. Supergirls. In Kombination mit Ernest, Kopfbedeckung und viel Ingwertee hat es geholfen irgendwie.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Seit ich auf der Suche nach eigentlich etwas ganz anderem auf diese Pflanzenbilder gestoßen bin, lassen sie mich nicht mehr los. Ein wenig Kugelmoos an der Wand steht jeder Wohnung. Als schöne Erinnerung daran zu wachsen, dass alles in Bewegung ist oder einfach weil lebendiges Grün alle anderen Farben in den Schatten stellt. Bis ich weiß, ob ich mir wirklich so etwas an die Wand hänge, mag ich dieses Bild von Feelizia (wie überhaupt alles von ihr) sehr. Love yourself. Das kann im Alltagstrubel schnell untergehen. Im neu-deutschen Marketing spricht man davon, dass man erste, lose und diffuse Anfragen „nurturen“ muss. Solange nähren und versorgen, bis sie irgendwann an einem konkreten Angeboten Interesse haben. Wenn man das schon mit Verkaufsgelegenheiten macht, sollte man das bei sich selbst niemals vergessen. Alles ist gut, pflege ich zu sagen. Das mag ich und lasse es mir niemals nehmen. „All is well“ ist das Lied dazu. Und die Ode an „die Stadt, die immer schläft“ gleich hinterher. Einfach weil es ein schönes Lied ist. Auf eine …

aufgelistet: Revolution und Rebellion im Kleinen

Alltag. Jeder Tag anders und doch gleich. Dinge verändern sich im Kleinen. Ich mich. Hoffentlich jeden Tag. Nicht müde werden es wieder und wieder zu versuchen. „Mut. Nur Mut“ steht seit neuestem an der frisch gestrichenen Küchenwand für den Fall der Fälle, dass er mich verlassen sollte. Ein paar Dinge, die Mut machen, nachdenklich stimmen, Veränderungen hervorrufen im Kleinen und später dann im Großen. Schon älter. Ich habe die olympischen Spiele verpasst. Aber das Interview mit der chinesischen Schwimmerin fand ich so großartig. Wie sie sich freut. Und wie sie die Frage, wie sie wohl morgen performen wird, abtut und das einzig richtige sagt und tut: Nämlich, dass sie sich erst einmal über das freut, was sie heute geschafft hat. Überhaupt, dass sie einfach so herrlich ihre Ding machte. Tolles Interview. „Vielleicht wird später eine Idee daraus“: Ein herrlicher Vortrag von Peter Breuer, der seine Ideen auf eine ganz eigene Art sammelt und umsetzt. In 24 Stunden. Wer macht, hat Recht. „Was machen Sie beruflich?“ ist die Eröffnungsfrage. So schade. Reduziert sie einen auf das was man tut. Als Alternative: 27 …

Eine Frage der Zeit: Butterkürbissuppe mit Orange und Mandel

„Trust the timing of your life“. Weiß ich, will ich. Und dann kommt doch wieder alles ganz anders. Manchmal funktioniert es mit dem Vertrauen, Zeit geben und los lassen. Manchmal auch nicht. Ich hätte es gerne schneller, anders, wobei ich auch nicht genau sagen kann wie und im Pläne schmieden war ich schon immer groß. Pläne, nach denen sich das Leben zwar nicht richtet, was mich aber nicht daran hindert trotzdem welche zumachen. Es hat sich so viel verändert. Im letzten Monat, im letzten Jahr. Immer wieder Neuanfänge, immer wieder ein Reset-Button, immer wieder nahm das Leben eine Wendung ohne mir vorher Bescheid zu sagen. In den guten Momenten kann ich mich darauf einlassen. Dann überrascht mich, wie klein ich gedacht habe in den Momenten der Auswegslosigkeit und als nichts klappen wollte. Geht doch, denke ich dann, wenn es im nach hinein Sinn gemacht. Aber im nachhinein haben es schließlich immer alle vorher gewusst. Trust the timing of your life. Es ist Herbst. Es ist Zeit für Kürbissuppen.   Butterkürbissuppe mit Orange und Mandel 1 Butterkurbis  1 …