Jahr: 2017

aufgelistet: Gedankenfetzen und große Fragen

Was mich gerade umtreibt ist so einiges. Was tun? Wie Stellung beziehen? Muss ich? Kann ich? Soll ich? Die richtige Form habe ich noch nicht gefunden.  Aber es gibt immer wieder einiges, das mir Mut macht. Gespräche, die mir nachgehen. Sichtweisen, die etwas verändern. Ich lese und suche, frage und eine zeitlang habe ich mich auch im Häuslichen verkrochen. Die Küche neu geordnet, im Bad umgestellt und bei allem nie vergessen aufzulisten. Hier ein Auszug: Braucht Leben ein Ziel? Wilhelm Schmid, dem ich so gerne zuhöre, der so viel zu sagen hat, spricht dazu. Dieses Projekt: Jeden Tag ein Polaroid bis zum Tod. Das Glück liegt im Kleinen. Warum man es als Frau Kleidungstechnisch nur falsch machen kann. Gegen Vorurteile angehen. Allein durch den Iran. Ein Film über Kristina Paltén, die Angst hatte vor dem Iran, den Muslimen, dem Islam. Und die sich aufmachte, um sich den Ängsten zu stellen. Sie lief 1840 Kilometer durch den Iran. Allein. Als westliche Frau. Hat mich sehr berührt. So könnte es gehen. Beuys. „Zeige Deine Wunden“ ist eines der Bücher, …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Mögen wäre jetzt zuviel gesagt, aber im Laufe des Lebens arrangiert man sich mit sich selbst. My brain has too many tabs oben. Von Herzen mag ich bald wieder ein Essen geben, ein überbordendes, verschwenderisches. Eines einfach um der Freude Willen, weil Bekochen eine besondere Form von Geben ist. Ich mag dieses Lied. Collide. Den Kopf im Himmel, sich verschwendend – das kann mal kollidieren. Sei´s drum.

Ich fühle mich so Apfel-Cranberry-Pekan-Crumble

Es gibt immer mehr Emojis. Aber nie das passende. Facebook bietet die Gefühlsäußerungen:  „voll motiviert“, „amüsiert“, „begeistert“ an. Das ist nicht nur schlecht übersetzt, das trifft niemals auch nur annähernd das, was in mir vor sich geht. „Voll motiviert“ ist alleine das, was einem amerikanische Konzerne als adäquates Gefühlsspektrum zugestehen. Nicht dass es einfach wäre zu wissen, was man fühlt, geschweige denn es auszudrücken. Das macht die neue Ausdrucksform der Emojis nicht leichter. Bin ich nur betrübt oder schon traurig und welches Adjektiv ist das richtige für die Schwere, die manche Tage mit sich bringen und die dann stetig über einem hängt? Sich zu fragen, ob ich mich gerade gespannt, erwartungsvoll, neugierig, gelangweilt, uninteressiert, überdrüssig selbstbewusst, stolz, aufrecht, verletzt, ausgenutzt, sicher, stark, klar, mutig, vorsichtig, furchtsam, verängstigt, erfüllt, begeistert, fasziniert, frustriert, missmutig, deprimiert, fröhlich, heiter, gut gelaunt, enttäuscht, desillusioniert, minderwertig, verärgert, gereizt, sauer, entspannt, vertrauensvoll, optimistisch, traurig, niedergeschlagen, melancholisch, sehnsüchtig, misstrauisch, argwöhnisch, feindselig, respektvoll, anerkennend, wertschätzend, scheu, schüchtern, befangen, leicht, frei, ungezwungen, abgelehnt, zurückgewiesen, verkannt, engagiert, inspiriert, dynamisch, isoliert, allein, einsam, empört, wütend, zornig, mitfühlend, verständnisvoll, müde, lustlos, …

Worum es geht von einem der fehlt

Vor einem Jahr ist Roger Willemsen gestorben. „Es geht nur darum, mit Menschen zu sprechen, sie zu sehen, sie zu verstehen, ihre Möglichkeiten auszudehnen, sie zu ermöglichen. Es geht nur darum, aufmerksam zu sein, immer entgegenkommend und alles im Blick zu behalten. Es geht darum, dass Angst kein Gegner ist, der sich in den Weg stellt, sondern ein Freund, der einen an der Hand nimmt. Es geht darum, das Leben als Augenblicke der Möglichkeiten zu empfinden, die genutzt werden wollen und die genutzt werden sollen.“ Ein Auszug aus einer der Trauerreden um ihn

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Dieses Buch. Eine Seite noch, eine noch. Ich sollte doch schlafen, egal. Noch eine. Das hatte ich schon lange nicht mehr und das gefällt mir sehr. Ich mag es dem anders und damit interessant sein zu frönen. Die große Chance, die darin liegt nirgends reinzupassen. Das zu mögen hat gedauert, dauert noch, werde aber immer besser darin. Ich mag diese zwei Lieder: Erstens Olivia, das so herrlich Schwung gibt und dann noch das wunderschöne Lied von Lambchop, das Ruhe einkehren lässt. Beides braucht es. Beides mag ich.

Eigene mathematische Gleichung setzt Naturgesetze ausser Kraft

Die Überschrift ist reines Clickbaiting. Was will man machen? Von den Großen lernen, heißt es doch immer. Zurück zum eigentlichen Inhalt: Wir verzeichnen über O Grad. In meiner Welt heißt das: Der Frühling kann beginnen. Eine Schicht weniger. Dann noch eine und bald fliegen die Socken nicht mehr in die Ecke, sondern in die tiefsten Tiefen des Schrankes. Meine Zeit ist gekommen. „Das dauert aber noch ein wenig“, mag der ein oder andere schlaumeiern, aber ich habe mich erstens schon immer wenig darum geschert, was mein Umfeld sagt und zweitens bin ich hoffnungslose Träumerin und Romantikerin, die es mit der Realität nur ungern aufnimmt zuweilen. Deshalb nochmals: Über null Grad. Fast Frühling. Streifenshirts {1} in kurz oder lang. Gehen natürlich auch im Winter. Aber sobald es wärmer wird, machen sie einfach so viel mehr Sinn. Die klassische Bluse {2} Mit Schleifen an den Ärmeln. Das Knotenkissen {3}. Talentierte Menschen (ich gehöre nicht dazu) können es auch selbst nähen. Streifenrock {4}. Geht mit Strumpfhosen oder ohne. Gestreifte Bluse {5}. Nie genug Das Buch von Ingegerd Raman {6}. Tolle Designerin. Diese Posterleisten {7} …

leise Bilder, ganz laut

„Die leisen Töne werden gehört“, bemerkte einmal ein Kollege, als ich mich und ihn fragte, ob ich in der lautstarken Männerrunde nicht anders hätte auftreten sollen. Der Satz hat mich lange begleitet und tut es heute noch. Es gibt eine sehr feine Art der Kommunikation, die reduziert, sehr treffend ist, die weglässt und gerade darum mehr sagt. Die Bilder von Christoph Niemann sprechen so. Sehr leise, sehr direkt. Christoph Niemann ist Illustrator. Er hat viele Cover des New Yorker gestaltet, einen herrlichen Instagram-Account (allein diese Illustration, wie Social Media funktioniert ist so herrlich), eine wunderschöne App für Kinder herausgebracht, ebenso wie diverse Bücher. Er hat eine ganz eigene Sicht auf die Welt. Einen liebevollen Blick. „Man würde gerne einmal einen Tag in seinem Kopf verbringen“, so hat es der Feuilleton-Chef der Süddeutschen in einem Artikel über ihn formuliert. Man merkt ich bin begeistert von ihm und nicht nur deswegen habe ich in den letzten Tagen und Wochen ganz viel in seinem neusten Buch „Sunday Sketching“ geblättert. In den Momenten, in denen es mir schwer fiel mit einer Aufgabe zu beginnen, weil ich immer …

Montagsmögen

Jeden Montag, manchmal auch Dienstag: Zwei, die ich mag. Verantwortung. Welche ich habe, welche nicht, wie handeln, gegen was und für wen? Ich weiß es nicht gerade. Aber mit der Verantwortung, die ich in den Raum bringe, kann ich mal anfangen. Blumen auf die Bluse. Auf den Tisch. Blumen überall. Für mehr Freundlichkeit in kargen Büroräumen und im Rest der Welt sowieso. Ich habe mich sehr in dieses Cover verliebt. Sehr sehr. Wie es nur kleiner Veränderungen bedarf und etwas Altbekanntes erscheint in völlig neuem Licht. In diesem Sinne: Ich übernehme die volle Verantwortung, bringe Blumen mit und jetzt auf ins wilde Leben.

Karrierebooster: Backen für Faule

Es ist schon über zehn Jahre her, dass Corinne Maier in Frankreich mit einem Buch für Furore sorgte. „Bonjour paresse“. Zu Deutsch: „Die Entdeckung der Faulheit„. Sie arbeitet zu der Zeit bei einem französischen Energieversorger. Nach Erscheinen des Buches nicht mehr. Das lag daran, dass das Buch sehr treffend beschreibt, wie es in einem Großteil der Unternehmen zugeht. Nicht die Qualität der Arbeit zählt. Nicht der, der engagiert ist und etwas voranbringt macht Karriere, sondern diejenigen, die mit den richtigen Menschen zum Mittagessen gehen. Maier beschreibt alle Absurditäten des Systems. Die Psychoanalytikerin und Volkswirtin resignierte, ob allem, was sie in ihrem Berufsleben in Großkonzernen erleben durfte. Wenn man es nicht ändern kann, muss man sich das Spiel zu eigen machen. Sie gibt daher in ihrem Buch Tipps, wie man möglichst wichtig wirkt ohne eigentlich etwas zu leisten. Da wäre zum Beispiel der Vorschlag unvorbereitet ins Meeting zu gehen und einfach nur zu wiederholen was der Vorredner schon gesagt hat und in entscheidenden Momenten zustimmend zu nicken. Sich immer einen vollen Ordner oder ein paar Stapel Unterlagen unter den Arm klemmen, …

auf der Suche

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns. Da gibt es kein „entweder – oder“ mehr. Da richte ich nicht mehr und es wird nicht über mich gerichtet. Da wird nicht mehr moralisch abgewertet. Dort treffen sich Menschen und schauen, was in ihnen lebendig ist. Jetzt in diesem Moment. Dort treffen sich Menschen, die einander achten und wertschätzen und sich wechselseitig zum Leben helfen. Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ Schrieb Rumi in seinen mystischen Texten im 13. Jahrhundert. Ganz lange habe ich nach diesen Textzeilen gesucht, von denen ich wusste, dass ich sie schon einmal irgendwo gelesen hatte. Die vielleicht utopisch scheinen, aber eine tief sitzende Sehnsucht in mir beschreiben. In einigen Überlieferungen wird „Menschen“ mit „Männer und Frauen“ übersetzt. Was einen nicht minder kleinen Wunsch in mir trifft. Nicht gesucht habe ich nach diesem Buch. Es lag auf einem Stapel  in einem nassen Pappkarton auf der Straße. Dem Verweis „zum Mitnehmen“ konnte ich nicht widerstehen.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Shine. Den Kopf nicht in den Sand stecken und dabei immer gut aussehen. Dieses Lied von Damien Rice. Leonhard Cohen gewidmet. Wunderschön. Scheint schön und hell.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag: Picasso. Aber mehr noch seine Frauen. Da wäre Jaqueline, die zum Verlieben wunderschön melancholisch, ernst schaut. Noch ein wenig mehr hat es mir jedoch Francois Gilot angetan. Gilot – die einzige Frau, die ihn je verlassen hat, die Frau, die Nein gesagt hat, sowie wie diesen überaus klugen Satz: „Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden.“ [bei Sabine entdeckt] Dann mag ich noch: Mut haben und freundlich sein. Immer wieder. Ich mag diesen kleinen Ausschnitt einer Preisverleihung. Ich mag ihn nicht nur. Er macht mir Gänsehaut. Wahrheit, in Lacher verpackt, den richtigen Moment abgepasst und den Finger in die Wunde gelegt. „Then I´d be enough.“ Verstehen, dass man genug ist stellt alles in den Schatten. Nie ohne Musik: Ich mag es den Tag mit diesem Lied zu starten: Superman. Mutig, freundlich, Nein sagend, niemals langweilig. Genug.

Leicht verdauliche Päckchen

„Man nimmt sich selbst immer mit“ war ein Satz, den ich mir aufschrieb ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was das bedeuten sollte. Ich hatte gerade mein Abitur in der Tasche und sollte an einem Wochenende lernen was junge Menschen so erwartet, wenn sie für längere Zeit ins Ausland gehen. Wie das mit den Wasserreinigungstabletten funktioniert, worauf in der Kommunikation mit anderen Kulturen zu achten ist, warum Frauen keine Hosen tragen sollten und dass das was Max Frisch einmal über das Reisen sagte, nämlich dass wir es so mögen, weil es auch immer das Versprechen in sich birgt, dass man woanders auch ein ganz anderer sein könnte, eben nicht stimmt. „Man nimmt sich selbst immer mit“. Man hat neben dem Rucksack auf dem Rücken noch sein Päckchen dabei und das was man mitunter zurücklassen wollte, holt einen fernab von allem Vertrauten und Bekanntem stärker ein als man es sich wünschen oder träumen würde. Macht damals keinen Sinn, fünf Monate später schon. Ein neues Jahr ist im kleinen ebenso ein großes Versprechen wie eine lange Reise. …

Montagsmögen

Jeden Montag und somit auch im neuen Jahr: Zwei, die ich mag. „Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten.“ Ein Satz, der auch in 2017 noch gilt, der wahr ist und den ich mag. Ich mag Sneakers und schaffe es  sehr zuverlässig sie irgendwo liegen zu lassen. Neue, alte Stan Smith mit jetzt mal ein wenig Rot mag ich daher sehr. Ich mag dieses Lied. Sollte man zu müde zum Konfetti schmeißen sein, tut es gut einem hübschen Hipster zuzuhören, wie er einem die Welt verspricht: „I will be there.“ Kommt gut in die Woche.