Monate: Januar 2017

Montagsmögen

Jeden Montag, manchmal auch Dienstag: Zwei, die ich mag. Verantwortung. Welche ich habe, welche nicht, wie handeln, gegen was und für wen? Ich weiß es nicht gerade. Aber mit der Verantwortung, die ich in den Raum bringe, kann ich mal anfangen. Blumen auf die Bluse. Auf den Tisch. Blumen überall. Für mehr Freundlichkeit in kargen Büroräumen und im Rest der Welt sowieso. Ich habe mich sehr in dieses Cover verliebt. Sehr sehr. Wie es nur kleiner Veränderungen bedarf und etwas Altbekanntes erscheint in völlig neuem Licht. In diesem Sinne: Ich übernehme die volle Verantwortung, bringe Blumen mit und jetzt auf ins wilde Leben.

Karrierebooster: Backen für Faule

Es ist schon über zehn Jahre her, dass Corinne Maier in Frankreich mit einem Buch für Furore sorgte. „Bonjour paresse“. Zu Deutsch: „Die Entdeckung der Faulheit„. Sie arbeitet zu der Zeit bei einem französischen Energieversorger. Nach Erscheinen des Buches nicht mehr. Das lag daran, dass das Buch sehr treffend beschreibt, wie es in einem Großteil der Unternehmen zugeht. Nicht die Qualität der Arbeit zählt. Nicht der, der engagiert ist und etwas voranbringt macht Karriere, sondern diejenigen, die mit den richtigen Menschen zum Mittagessen gehen. Maier beschreibt alle Absurditäten des Systems. Die Psychoanalytikerin und Volkswirtin resignierte, ob allem, was sie in ihrem Berufsleben in Großkonzernen erleben durfte. Wenn man es nicht ändern kann, muss man sich das Spiel zu eigen machen. Sie gibt daher in ihrem Buch Tipps, wie man möglichst wichtig wirkt ohne eigentlich etwas zu leisten. Da wäre zum Beispiel der Vorschlag unvorbereitet ins Meeting zu gehen und einfach nur zu wiederholen was der Vorredner schon gesagt hat und in entscheidenden Momenten zustimmend zu nicken. Sich immer einen vollen Ordner oder ein paar Stapel Unterlagen unter den Arm klemmen, …

auf der Suche

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns. Da gibt es kein „entweder – oder“ mehr. Da richte ich nicht mehr und es wird nicht über mich gerichtet. Da wird nicht mehr moralisch abgewertet. Dort treffen sich Menschen und schauen, was in ihnen lebendig ist. Jetzt in diesem Moment. Dort treffen sich Menschen, die einander achten und wertschätzen und sich wechselseitig zum Leben helfen. Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ Schrieb Rumi in seinen mystischen Texten im 13. Jahrhundert. Ganz lange habe ich nach diesen Textzeilen gesucht, von denen ich wusste, dass ich sie schon einmal irgendwo gelesen hatte. Die vielleicht utopisch scheinen, aber eine tief sitzende Sehnsucht in mir beschreiben. In einigen Überlieferungen wird „Menschen“ mit „Männer und Frauen“ übersetzt. Was einen nicht minder kleinen Wunsch in mir trifft. Nicht gesucht habe ich nach diesem Buch. Es lag auf einem Stapel  in einem nassen Pappkarton auf der Straße. Dem Verweis „zum Mitnehmen“ konnte ich nicht widerstehen.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Shine. Den Kopf nicht in den Sand stecken und dabei immer gut aussehen. Dieses Lied von Damien Rice. Leonhard Cohen gewidmet. Wunderschön. Scheint schön und hell.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag: Picasso. Aber mehr noch seine Frauen. Da wäre Jaqueline, die zum Verlieben wunderschön melancholisch, ernst schaut. Noch ein wenig mehr hat es mir jedoch Francois Gilot angetan. Gilot – die einzige Frau, die ihn je verlassen hat, die Frau, die Nein gesagt hat, sowie wie diesen überaus klugen Satz: „Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden.“ [bei Sabine entdeckt] Dann mag ich noch: Mut haben und freundlich sein. Immer wieder. Ich mag diesen kleinen Ausschnitt einer Preisverleihung. Ich mag ihn nicht nur. Er macht mir Gänsehaut. Wahrheit, in Lacher verpackt, den richtigen Moment abgepasst und den Finger in die Wunde gelegt. „Then I´d be enough.“ Verstehen, dass man genug ist stellt alles in den Schatten. Nie ohne Musik: Ich mag es den Tag mit diesem Lied zu starten: Superman. Mutig, freundlich, Nein sagend, niemals langweilig. Genug.

Leicht verdauliche Päckchen

„Man nimmt sich selbst immer mit“ war ein Satz, den ich mir aufschrieb ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was das bedeuten sollte. Ich hatte gerade mein Abitur in der Tasche und sollte an einem Wochenende lernen was junge Menschen so erwartet, wenn sie für längere Zeit ins Ausland gehen. Wie das mit den Wasserreinigungstabletten funktioniert, worauf in der Kommunikation mit anderen Kulturen zu achten ist, warum Frauen keine Hosen tragen sollten und dass das was Max Frisch einmal über das Reisen sagte, nämlich dass wir es so mögen, weil es auch immer das Versprechen in sich birgt, dass man woanders auch ein ganz anderer sein könnte, eben nicht stimmt. „Man nimmt sich selbst immer mit“. Man hat neben dem Rucksack auf dem Rücken noch sein Päckchen dabei und das was man mitunter zurücklassen wollte, holt einen fernab von allem Vertrauten und Bekanntem stärker ein als man es sich wünschen oder träumen würde. Macht damals keinen Sinn, fünf Monate später schon. Ein neues Jahr ist im kleinen ebenso ein großes Versprechen wie eine lange Reise. …

Montagsmögen

Jeden Montag und somit auch im neuen Jahr: Zwei, die ich mag. „Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten.“ Ein Satz, der auch in 2017 noch gilt, der wahr ist und den ich mag. Ich mag Sneakers und schaffe es  sehr zuverlässig sie irgendwo liegen zu lassen. Neue, alte Stan Smith mit jetzt mal ein wenig Rot mag ich daher sehr. Ich mag dieses Lied. Sollte man zu müde zum Konfetti schmeißen sein, tut es gut einem hübschen Hipster zuzuhören, wie er einem die Welt verspricht: „I will be there.“ Kommt gut in die Woche.

aufgelistet: Geistige Warmmacher

Es ist kalt draußen. Das dürfte keinem entgangen sein. Aber das macht nichts, weil es gibt viele Dinge, mit denen man es sich drinnen gemütlich machen kann. Geistige Warmmacher sozusagen. Hier wären einige: Andrew Solomon über Mut, über schwierige Zeiten im Leben und Stärke. Über das, was uns zu dem macht, der wir sind. Ich kann mir diesen Vortrag immer wieder ansehen. Er ist so verletzlich, er ist so stark. Ein Lied, das mich diese Woche begleitet hat. „We expected something more.“ Ein wunderschönes Lied, das ich bei Indre entdeckt habe. John Berger nachtrauern. Ein Artikel über seine Kunst des Sehens, eines seiner Interviews mit Susan Sontag und ein Film über ihn. Großzügigkeit gewinnt. Nicht der Stärkere. Ein Vortrag über das Geben von Adam Grant, den ich sehr mochte, weil er zeigt, wie wichtig und richtig und notwendig das auch in der Wirtschaft ist. Auf mehr und mehr unverbesserliche Businessromantiker. Unsere Zeit kommt! Die erfolgreichsten Unternehmer unter 30, die Top 40 unter 40 und was noch mehr. Was ein Quatsch. Viel besser: Eine Liste, in der sich jeder wiederfindet. Auf …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Da wäre zum einen das Motto für das neue Jahr. Es hat schon im alten gut funktioniert. Ich mag die neue Konstruktion am Bett, die noch rechtzeitig in 2016 fertig geworden ist. Fast unfallfrei. Ich mag dieses Shirt, weil Ferien einfach immer gut sind. Ich mag dieses Konzert. Perfekte Schreibbegleitmusik. Und ich mag diesen Film, der mir noch sehr lange nachhing: Gnade. Ich mag das neue Jahr. Genug gemocht. Für heute.

Klartext

Ja, das gelingt manchmal. „Offenherzig reden, ohne Rücksicht auf das Alter oder was auch immer, über die persönlichsten Dinge, wissen, dass man verstanden wird, und wissen, dass die wirklich wichtigen Fragen ganz nahe sind.“ Julien Green, in einem Interview mit Iris Radisch. Gefunden im Buch „Die letzten Dinge: Lebensendgespräche“