Monate: Februar 2017

Ausreichendes Montagsmittwochsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Heute ist Mittwoch, fast schon Donnerstag. Und dann fängt die leise, laute Stimme in meinem Kopf an mir zu erzählen, dass andere das doch auch schaffen, dass ich mich eben einfach ein wenig mehr anstrengen muss, dann passt das schon unter einen Hut, noch ein wenig mehr leisten und dann ist es genug, bin ich genug. Was Quatsch ist. Reicht jetzt schon. I am enough. Das mag ich. Ich mag dieses Lied. Das mich gerade ein wenig zum Weinen gebracht hat. Weil es so wahr ist. Weil es so wenig braucht. Weil es so schön ist. In Melodie und Text. „Hinter den Häusern fängt das Meer an. Ich glaube fest daran.“ Es reicht.

alle Möglichkeiten

„Was ich habe, will ich nicht verlieren, aberwo ich bin will ich nicht bleiben, aberdie ich liebe, will ich nicht verlassen,aberdie ich kenne will ich nicht mehr sehen, aberwo ich lebe, da will ich nicht sterben, aberwo ich sterbe, da will ich nicht hin:Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.“ Eines meiner liebsten Gedichte von Thomas Brasch aus dem Band „Was ich mir wünsche„.

aufgelistet: Gedankenfetzen und große Fragen

Was mich gerade umtreibt ist so einiges. Was tun? Wie Stellung beziehen? Muss ich? Kann ich? Soll ich? Die richtige Form habe ich noch nicht gefunden.  Aber es gibt immer wieder einiges, das mir Mut macht. Gespräche, die mir nachgehen. Sichtweisen, die etwas verändern. Ich lese und suche, frage und eine zeitlang habe ich mich auch im Häuslichen verkrochen. Die Küche neu geordnet, im Bad umgestellt und bei allem nie vergessen aufzulisten. Hier ein Auszug: Braucht Leben ein Ziel? Wilhelm Schmid, dem ich so gerne zuhöre, der so viel zu sagen hat, spricht dazu. Dieses Projekt: Jeden Tag ein Polaroid bis zum Tod. Das Glück liegt im Kleinen. Warum man es als Frau Kleidungstechnisch nur falsch machen kann. Gegen Vorurteile angehen. Allein durch den Iran. Ein Film über Kristina Paltén, die Angst hatte vor dem Iran, den Muslimen, dem Islam. Und die sich aufmachte, um sich den Ängsten zu stellen. Sie lief 1840 Kilometer durch den Iran. Allein. Als westliche Frau. Hat mich sehr berührt. So könnte es gehen. Beuys. „Zeige Deine Wunden“ ist eines der Bücher, …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Mögen wäre jetzt zuviel gesagt, aber im Laufe des Lebens arrangiert man sich mit sich selbst. My brain has too many tabs oben. Von Herzen mag ich bald wieder ein Essen geben, ein überbordendes, verschwenderisches. Eines einfach um der Freude Willen, weil Bekochen eine besondere Form von Geben ist. Ich mag dieses Lied. Collide. Den Kopf im Himmel, sich verschwendend – das kann mal kollidieren. Sei´s drum.

Ich fühle mich so Apfel-Cranberry-Pekan-Crumble

Es gibt immer mehr Emojis. Aber nie das passende. Facebook bietet die Gefühlsäußerungen:  „voll motiviert“, „amüsiert“, „begeistert“ an. Das ist nicht nur schlecht übersetzt, das trifft niemals auch nur annähernd das, was in mir vor sich geht. „Voll motiviert“ ist alleine das, was einem amerikanische Konzerne als adäquates Gefühlsspektrum zugestehen. Nicht dass es einfach wäre zu wissen, was man fühlt, geschweige denn es auszudrücken. Das macht die neue Ausdrucksform der Emojis nicht leichter. Bin ich nur betrübt oder schon traurig und welches Adjektiv ist das richtige für die Schwere, die manche Tage mit sich bringen und die dann stetig über einem hängt? Sich zu fragen, ob ich mich gerade gespannt, erwartungsvoll, neugierig, gelangweilt, uninteressiert, überdrüssig selbstbewusst, stolz, aufrecht, verletzt, ausgenutzt, sicher, stark, klar, mutig, vorsichtig, furchtsam, verängstigt, erfüllt, begeistert, fasziniert, frustriert, missmutig, deprimiert, fröhlich, heiter, gut gelaunt, enttäuscht, desillusioniert, minderwertig, verärgert, gereizt, sauer, entspannt, vertrauensvoll, optimistisch, traurig, niedergeschlagen, melancholisch, sehnsüchtig, misstrauisch, argwöhnisch, feindselig, respektvoll, anerkennend, wertschätzend, scheu, schüchtern, befangen, leicht, frei, ungezwungen, abgelehnt, zurückgewiesen, verkannt, engagiert, inspiriert, dynamisch, isoliert, allein, einsam, empört, wütend, zornig, mitfühlend, verständnisvoll, müde, lustlos, …

Worum es geht von einem der fehlt

Vor einem Jahr ist Roger Willemsen gestorben. „Es geht nur darum, mit Menschen zu sprechen, sie zu sehen, sie zu verstehen, ihre Möglichkeiten auszudehnen, sie zu ermöglichen. Es geht nur darum, aufmerksam zu sein, immer entgegenkommend und alles im Blick zu behalten. Es geht darum, dass Angst kein Gegner ist, der sich in den Weg stellt, sondern ein Freund, der einen an der Hand nimmt. Es geht darum, das Leben als Augenblicke der Möglichkeiten zu empfinden, die genutzt werden wollen und die genutzt werden sollen.“ Ein Auszug aus einer der Trauerreden um ihn

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Dieses Buch. Eine Seite noch, eine noch. Ich sollte doch schlafen, egal. Noch eine. Das hatte ich schon lange nicht mehr und das gefällt mir sehr. Ich mag es dem anders und damit interessant sein zu frönen. Die große Chance, die darin liegt nirgends reinzupassen. Das zu mögen hat gedauert, dauert noch, werde aber immer besser darin. Ich mag diese zwei Lieder: Erstens Olivia, das so herrlich Schwung gibt und dann noch das wunderschöne Lied von Lambchop, das Ruhe einkehren lässt. Beides braucht es. Beides mag ich.

Eigene mathematische Gleichung setzt Naturgesetze ausser Kraft

Die Überschrift ist reines Clickbaiting. Was will man machen? Von den Großen lernen, heißt es doch immer. Zurück zum eigentlichen Inhalt: Wir verzeichnen über O Grad. In meiner Welt heißt das: Der Frühling kann beginnen. Eine Schicht weniger. Dann noch eine und bald fliegen die Socken nicht mehr in die Ecke, sondern in die tiefsten Tiefen des Schrankes. Meine Zeit ist gekommen. „Das dauert aber noch ein wenig“, mag der ein oder andere schlaumeiern, aber ich habe mich erstens schon immer wenig darum geschert, was mein Umfeld sagt und zweitens bin ich hoffnungslose Träumerin und Romantikerin, die es mit der Realität nur ungern aufnimmt zuweilen. Deshalb nochmals: Über null Grad. Fast Frühling. Streifenshirts {1} in kurz oder lang. Gehen natürlich auch im Winter. Aber sobald es wärmer wird, machen sie einfach so viel mehr Sinn. Die klassische Bluse {2} Mit Schleifen an den Ärmeln. Das Knotenkissen {3}. Talentierte Menschen (ich gehöre nicht dazu) können es auch selbst nähen. Streifenrock {4}. Geht mit Strumpfhosen oder ohne. Gestreifte Bluse {5}. Nie genug Das Buch von Ingegerd Raman {6}. Tolle Designerin. Diese Posterleisten {7} …

leise Bilder, ganz laut

„Die leisen Töne werden gehört“, bemerkte einmal ein Kollege, als ich mich und ihn fragte, ob ich in der lautstarken Männerrunde nicht anders hätte auftreten sollen. Der Satz hat mich lange begleitet und tut es heute noch. Es gibt eine sehr feine Art der Kommunikation, die reduziert, sehr treffend ist, die weglässt und gerade darum mehr sagt. Die Bilder von Christoph Niemann sprechen so. Sehr leise, sehr direkt. Christoph Niemann ist Illustrator. Er hat viele Cover des New Yorker gestaltet, einen herrlichen Instagram-Account (allein diese Illustration, wie Social Media funktioniert ist so herrlich), eine wunderschöne App für Kinder herausgebracht, ebenso wie diverse Bücher. Er hat eine ganz eigene Sicht auf die Welt. Einen liebevollen Blick. „Man würde gerne einmal einen Tag in seinem Kopf verbringen“, so hat es der Feuilleton-Chef der Süddeutschen in einem Artikel über ihn formuliert. Man merkt ich bin begeistert von ihm und nicht nur deswegen habe ich in den letzten Tagen und Wochen ganz viel in seinem neusten Buch „Sunday Sketching“ geblättert. In den Momenten, in denen es mir schwer fiel mit einer Aufgabe zu beginnen, weil ich immer …