Tag: 7. Mai

Spielarten der Wortführung

„Wie war das Gespräch?“, frage ich. „Die haben da halt so ihren Brainfuck gemacht“,sagt sie. Ich weiß genau, was sie meint. Ich habe jetzt ein Wort, wo vorher eine Lücke war. In der Sprache, nicht im Gefühl. Wir begreifen etwas, wenn wir es benennen können. Brainfuck. Ich wüsste keine besseres Wort für die Art der Gespräche, die bei mir immer ein ungutes Gefühl hinterlassen. Die, denen die Seele fehlt. Die, in denen einer den anderen mit Argumenten zu übertrumpfen versucht. Die, in denen es nicht ums Verstehen, sondern ums Überzeugen geht. Der Schlagabtausch, in dem das Ziel das Niederringen ist, statt die reine Freude am Auseinandersetzen. In denen das eigene Positionieren im Vordergrund steht. Die übergriffige Art mit Worten Grenzen abzustecken, in fremdes Gebiet vorzudringen. Den anderen an die Wand reden. Ich merke dann, dass ich gar nicht Gesprächspartner bin, sondern nur eine Vorlage, an der der andere sich abarbeiten kann, seine Überlegenheit demonstrieren. Wie schade, weil es so weit weg ist von dem was ein Gespräch auch sein kann. So leer gegen das, was ein Spiel von Geben und Nehmen ist. …