Monate: Juni 2017

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Fragen, immer fragen. Hinterfragen. Das Fragebuch von Max Frisch liegt mir schon lange am Herzen. Fragen an mich selbst und an das Leben habe ich kürzlich entdeckt. Und gestern erst diese sieben Fragen von André Heller. Kommen in die Küche. Mag ich. Ich mag diese rote Regenjacke. Meine Antwort auf Regenwetter. Ich mag dieses Lied und diesen kleinen Film übers glücklich sein. Noch Fragen? Kommt gut in die Woche.

Machen wir was. Besuch mich

Früher hingen wir rum. Oder ab. Ich weiß nicht mehr, was damals genau der Jugendjargon war. Wir trafen uns am Nachmittag. Was hätte man auch sonst machen sollen auf dem Land? Micha, Ami und David. Manches Mal kamen noch andere dazu. Meist aber waren wir  zu viert. Es wurde ausgemacht, wo wir uns trafen. Meist bei Micha. Wir saßen so rum und überlegten gemeinsam, was man wohl tun könnte. Wir wussten nichts so recht mit uns anzufangen, vielleicht weil man in dem Alter noch gar nicht weiß wo sein Platz in der Welt ist. Manchmal fuhren wir an den Fluß. Zum Bienenhaus. Abends ins Atomic. Skatepark. Wir hörten Musik, einer spielte Gitarre, wir starrten in die Luft, redeten. Es waren lange Nachmittage, die sich zogen. Es galt den Tag miteinander zu verbringen. Eine Woche hatte damals noch keiner verplant. Die Frage, was wir bis zum Abend machen, erschien schon groß genug. Der Prozess des Überlebens wo man hingehen könnte und des Entscheidens zog sich oftmals solange hin, dass es schon zu spät war überhaupt etwas …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Schönheit. Und diese besonders. Ich mag schöne Form. Wie in diesem Bild. Und ich mag dieses wunderschöne, klare Lied. Pull it away. Kommt schön, formvollendet und klar in diese Woche.

was zurückbleibt

In der U-Bahn erzählt eine ältere Frau ihrer Bekannten, dass der Arzt zur Magenspiegelung geraten hat. Das hätte sie spannend gefunden. Das sei doch auch eine Gelegenheit. Biologie sei immer ihr Lieblingsfach gewesen und mal so ins eigene Innere sehen zu können und zugucken, was da drin so vor sich geht – wer könne das schon. Aber jetzt hätte sie erst einmal einen Zettel bekommen, was alles passieren könne. Das sei einiges! Das hörte gar nicht mehr auf. Sie sei jetzt zögerlich. Sie müsse zuerst einmal ein Testament machen und aufräumen. Aufräumen. Wie stark das Bedürfnis, etwas aus seinem Leben zu hinterlassen im Menschen doch verankert ist. Und wenn es nur eine saubere Wohnung ist.

auflisten: Von ganz weit oben

Ich war ganz weit oben. Von da aus sieht so vieles ganz anders aus. Wieder unten habe ich gesammelt. Allerhand. Auf dass es den Blick weit macht, den Kopf frei, das Herz weit und leicht. Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen,“ ist einer meiner Lebenssätze. Habe ich von Astrid Lindgren übernommen. Zehn weitere sehr schlaue Ratschläge fürs Leben von ihr. Sei authentisch! Sei einfach Du selbst. Oder lass es. Amüsanter Blick auf Peak Individualism Was das Bett ein wunderschöner Ort ist. Mein Rückzugsort. Die alte Formel aus Kindertagen, dass einem unter der Bettdecke keiner etwas anhaben kann, gilt für mich noch immer. Und ich bin nicht alleine: Eine Erklärung und Plädoyer fürs früh ins Bett gehen. Ich habe Frithjof Bergmann auf einer Konferenz sprechen hören. Es ging um neue Formen der Arbeit. New Work. Und zwischen all den Start-Ups und hippen Konzernmenschen fiel er so ganz aus der Reihe. Gegen Ende wurde es etwas zu verworren für meinen Geschmack und es waren sich zu viele zu schnell …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich kann das erklären. „Darling, you are different„. Genauso ist es. Erst spontan weggefahren, dann spontan länger geblieben, dann das Design umgestellt, nur um festzustellen, dass es vorher doch besser war. Es anders zu machen ist immer ein Versuch wert. Und das mag ich. Ich mag diese Tunika. Mehr Sommer geht nicht. Und das ändert sich nie. Es ist nicht so wie Du denkst. Ein Lied, das ich mag.

Gradmesser

Die Geschichten anderer, meine eigene und kurz der Wunsch nach einer dickeren Haut, die mich abschirmt, so dass nicht alles so tief geht, eindringt und sich breit macht in mir. Aber dann wieder das Wissen, dass das nun mal der Kern von Mitfühlen ist, dass es weh tun muss, wenn es echt ist, dass nur totes Fleisch nichts mehr spürt, dass das die Nebenwirkungen von Lebendigkeit sind. Dass es mir Welten eröffnet, die anderen verschlossen bleiben. Dass das der Preis ist, den ich gerne in Kauf nehme. „Some people when they hear your story. contract. others upon hearing your story. expand. and this is how you know.“ Nayyirah Waheed