Auf der Suche nach dem gewissen Etwas: Magisches Brot

I ch gebe ab und an mit Freunden Essen. Das kam zu mir wie alle guten Dinge im Leben. Ich hatte Lust, eines kam zum anderen und auf einmal war ich Teil von etwas sehr, sehr Schönem und was einst Traum war, jetzt wahr.

Ich wurde mal gefragt, wie so etwas funktioniert. Das fand ich eine gute Frage. Die stelle ich mir selbst oft. Was macht ein Produkt gut? Was einen Ort so besonders? Warum habe ich nach dem Gespräch mit diesem Menschen ein so gutes Gefühl? Warum bei anderen nicht? Was macht es aus?

Ein wenig Magie ist immer dabei. Aber es hängt auch viel von der richtigen Zusammenstellung ab. Die Mischung macht es. Im Falle der Essen machen es die Menschen aus, die zum richtigen Zeitpunkt aufeinander treffen. Wenn jeder dann das, was er gut kann, einbringt, entsteht etwas das größer ist als der eigene kleine Beitrag.
Das Brot, das ich für das letzte Essen gebacken habe, hat auch ein gewisses Etwas.
Ich wollte eigentlich Pumpernickel selbst backen. Dieses Brot, das alles anders macht als gemeinhin Brote. Das nicht nur so einen einnehmenden Namen trägt, sondern auch weder süß, noch richtig herzhaft schmeckt, sondern irgendwie undefinierbar dazwischen. Das nicht eckig ist oder oval, sondern rund.

brot2

Was dann dabei herauskam ist streng genommen kein Pumpernickel. Aber im Design und der Entwicklung von guten Produkten geht es auch nicht darum etwas exakt zu kopieren, sondern die besten Elemente zu isolieren und herauszufinden, was es ist, dass es zu einem Erlebnis macht.

Magisches Pumpernickelbrot
[the absolute value of rundes Schwarzbrot]

1/2 Tasse Semolina
1/2 Tasse Roggenmehl
1/4 Tasse Vollkornweizenmehl
1/4 Tasse Weizenmehl
1/2 Teelöffel Meersalz
1/2 Teelöffel Backpulver
1/4 Teelöffel Natron
1/2 Tasse Zuckerrübensirup
1/2 Tasse Buttermilch
1 Ei

Wie bei allen guten Dingen: Hat man erst einmal die besondere Kombination heraus, die den Unterschied macht, ist die Herstellung ein Klacks. In diesem Fall:
Alle trockenen Zutaten, also das Mehl, Salz, Backpulver, Natron vermischen. Dann die flüßigen Zutaten wie Zuckerrübensirup, Eier und Buttermilch verquirlen. Das Flüßige mit dem Trockenen vermischen. Davor große runde Weckgläser buttern. Die Teigmischung zu 3/4 in die Weckgläser füllen. Mit Alufolie bedecken. Den Ofen auf 230 Grad vorheizen. In einen großen Bräter kochendes Wasser geben. Die Gläser reinsetzen und für gut zwei Stunden in den Ofen. Die Gläser rausnehmen. Das Brot sollte sich jetzt schon leicht aus den Gläsern lösen lassen. Der untere Teil ist durch das Wasserbad aber wahrscheinlich noch weich. Entweder umgekehrt, also mit der weichen Seite nach oben nochmals in das Wasserbad und in den Ofen. Oder wie ich in der faulen Variante einfach ohne Wasserbad, die Alufolie an der oberen Seite aber dranlassen, damit nichts anbrennt. Nach ungefähr zwanzig Minuten rausnehmen.

brot2 - Kopie073Wenn man das Semolina-Mehl weglässt, erhält man übrigens etwas das in Konsistenz und Geschmack an friesischen Teekuchen oder holländisches Frühstücksbrot erinnert.

„I began with an idea, then it became something else“ hat Pablo Picasso mal gesagt. Es war einmal ein Pumpernickel und wurde dann etwas ganz anderes. It´s magic.

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2 Comments
  1. susanne

    14. Februar 19:53

    Du schreibst mir aus den Gedanken …

  2. Frau Gold

    14. Februar 23:22

    yes plaese.

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