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Ja, ich wollte jeden Tag etwas schreiben. Nein, ich habe es nicht geschafft. Das ist nicht schlimm. Nicht so schlimm jedenfalls, wie es wäre, sich nichts mehr vorzunehmen. Nicht so schlimm, wie es wäre es ganz sein zu lassen.
Solange die Vorsätze nicht enden, solange es ein weitermachen trotz allem gibt, ein immer wieder versuchen – solange ist noch alles in Ordnung. Vielleicht geht es auch genau darum, genau dann weiterzumachen, wenn es so oft nicht geklappt. Gerade darum.
Eine Liste mit schönen Dingen und Gedanken, die dabei hilft.

  • Dieses Cover von “Walking on broken glass”. Was gute Cover können. Das Lied schon tausend Mal im Radio gehört und in dieser Version ganz neu. Dass ist doch die große Kunst im Leben. Dem was man vermeintlich kennt, neues Leben einhauchen, eine Nuance.
  • Es ist so einfach sie nicht zu mögen. Weil sie so perfekt ist. Schön, zu schön. Erfolgreich. Zu erfolgreich und dann auch noch in allem. Als Schauspielerin, Unternehmerin, eigene Fernsehshow, Kochbücher. Ich spreche von Gwyneth Paltrow.
    Ich bewundere sie. Ja, es kann einschüchtern. Was sie über “concious uncoupling“, für das sie sehr kritisiert wurde, schreibt ist so reflektiert und klug.
  • Mirna Funk in diesem Podcast. Übers die Kunst loszulassen. Von Vorstellungen davon, wie das Leben zu sein hat.
  • Der Zauberberg hat Premiere ab dem 20. November und wird digital übertragen. “Hamlet” mit Sandra Hüller ist ebenfalls zu sehen und großartig. “Der Menschenfeind” von Poliere ist schon jetzt anzusehen und ich mochte die Inszenierung sehr. Das alles läuft unter “Starke Stücke” und vielleicht hat es gar nichts mit Corona zu tun, nichtsdestotrotz finde ich es großartig.
  • Ich habe es schon so oft gesagt, aber das macht es nicht weniger wahr. Er fehlt. So sehr. Roger Willemsen. Wie gerne würde ich hören, was er zu sagen hat zu dieser Zeit, zu dem was passiert. Es würde mir Hoffnung machen. Aber er ist nicht mehr da. Da ist eine Lücke. Und die fülle ich damit, dass ich immer wieder suche ob es nicht doch alte Veröffentlichungen gibt, ob nicht doch wieder etwas hochgespült wird von ihm. Ich habe dieses Manuskript gefunden. Nachrufe auf ihn von Menschen, die ihn kannten, die mit ihm zusammengearbeitet haben. Allein der Titel: Freigeist und Menschenfreund. Kann es eine schönere Kombination geben? Kann man etwas Schöneres über einen Menschen sagen?

In dem Manuskript zitiert Roger Willemsen übrigens Brecht mit den Worten:

“Die Tatsache der menschlichen Einsamkeit macht Feindschaft zum unerreichbaren Ziel. D.h. niemals können Menschen so miteinander befeindet sein, wie sie in einem kreatürlichen Sinne befreundet sein müssen. Aus dem einzigen Grunde, weil sie in ihrer Einsamkeit Monaden sind, die in jedem Akt des Liebens, Glaubens, Fürchtens, Begehrens, Brücken schlagen und dann damit versuchen diesen Kokon, diese Monade, in irgendeiner Weise zu sprengen und Kommunikation herzustellen. Aber nicht damit habe ich anfangen wollen, sondern das war eine Art captatio benevolentiae. Ich wollte Ihr Wohlwollen dadurch erringen, indem ich sage, wie wichtig Sie sind.”

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Wie wichtig das ist. Zu wissen, dass man wichtig ist und nicht allein.
Ich dachte, ich wiederhole es zur Sicherheit nochmals und stelle es an den Schluss, dass es auch wirklich keiner vergisst, der diese Erinnerung heute braucht.

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