aufgetaucht

ImageZurück. Und alles so neu. So intensiv. Noch nie haben Äpfel so süß geschmeckt, Kaffeebohnen so kräftig gerochen.

Das erste Mal Fasten. Noch im Zug hatte ich mir überlegt, ob das eine gute Idee war von mir. Wo ich mich doch glücklich backen kann, Kochbücher lese wie andere Krimis, manches Museum für einen ausländischen Supermarkt links liegen lassen würde und mich schon am Nachmittag darauf freue, abends ein neues Rezept ausprobieren zu können.
Es war eine gute Idee. Eine sehr gute sogar.

Nicht nur, weil Fasten mehr ist als nicht Essen. Verzicht ist Freiheit, hatte mir jemand gesagt. Und dass, wenn der Körper kein Essen mehr verdaut, er am Inneren nagt.
Und so war es.
Manchmal braucht es Abstand, um das Nahe wieder zu schätzen. Wie neu entdeckte alte Lieblingslieder, die nach zu vielen Repeats ganz unten auf die Playlist gesunken sind. Wie die Sommerkleider, die sich neu anfühlen, weil sie den Winter im Keller verbracht haben. Wie gemütlich sich die eigene Wohnung präsentiert, wenn man länger unterwegs war.

Es ist wie beim Schwimmen. Diese kurze Phase unter Wasser zwischen den Schwimmzügen. Alles ist für wenige Sekunden ausgeblendet. Ich bin abgetaucht, halte die Luft an, gleite durchs Wasser, höre nur meinen Herzschlag, sammle Kraft, kurz anhalten und dann wieder auftauchen.

So ist Fasten.
Wird jetzt jedes Jahr gemacht.

7 Comments
  1. avalon

    29. April 23:10

    ach ja…danach sehne ich mich.

  2. matimuk

    29. April 23:17

    du klingst so gut..
    schön, dass du wieder da bist..

    /
    t

  3. Edvin Ramić

    30. April 6:35

    sehr schön beschrieben…

  4. julie

    30. April 20:50

    oh, ich bewundere dein durchhalten. du hast es in ganz fabelhaft bildliche worte gepackt. das klingt gut, du klingst gut. ich wünsche dir viele schöne geschmackserlebnisse.

  5. Anja

    3. Mai 8:46

    Liebe Stepanini, hier spricht eine stille Mitleserin. Es ist so schön hier regelmäßig vorbei zu schauen. Fasten. Es ist als würden auch die Augen gewaschen. Und die Seele. Ich war so fröhlich hinterher und kam zurück mit einem Plus an Energie. Auf das Dir der Zauber noch lange bleibt…

    • stepanini

      9. Mai 22:49

      Liebe Anja, danke. Ich freue mich immer so, wenn sich stille Mitleser melden. Und danke für den Fastenlink. Weil nämlich Fastenwandern auf Mallorca für nächstes Jahr geplant ist… Und das und Deine Bilder haben den Ausschlag gegeben.

  6. nina

    3. Mai 9:43

    du klingst so wohl – behalt es dir!

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