Author:

stepanini

Tröstlich

Trostessen. Als Kind durfte ich mir sich etwas zu essen wünschen, wenn ich krank war. "Was soll ich Dir kochen?" ist heute noch die Frage, wenn ich meine Eltern besuche. Vanillepudding heilt keine Wunden. Es ist nicht wissenschaftlich belegt, dass Pfannkuchen Fieber senkt oder Matjes mit Salzkartoffeln Familiendynamiken außer Kraft setzt. Aber vielleicht muss es das auch gar nicht. Vielleicht reicht es, wenn es einfach nur ein wenig gut tut. An allen Tagen. Nicht nur den kranken oder denen der Heimkehr. Wenn ein Gericht eine Belohnung dafür ist, dass man es redlich und ordentlich durch diesen Tag geschafft hat, zwar…

worum es geht

»Es geht nicht um Kunst, auch nicht um bloßes Können. Es geht um das Leben, und darum, für das Leben eine Sprache zu finden.« Pina Bausch…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich mag diese feine Linie. Dachte ich als ich heute Morgen dieses Interview mit Melanie Garanin bei Indre gelesen habe. Das ist klug, aber nicht überheblich. Das ist sehr auf den Punkt, aber nicht abgehoben. Das war so gut zu lesen. Ich mag es der Intuition zu vertrauen. Ich mag diesen grauen Mantel. Ich mag dieses Lied. Ich mag Farbe in all dem Grau. Kommt gut in die Woche.…

Erinngerung: Gleich zwei Mal

"Nicht müde werden sondern dem Wunder leise wie einem Vogel  die Hand hinhalten." hat Hilde Domin geschrieben. Und wenn noch Zweifel bestehen eines meiner liebsten Lieder hören, eines der ruhigen, der guten. Auch wegen dieser Zeilen: "I set the alarm clock ready for another day at work Another day in life's great adventure It's no small wonder"…

Sachunterschätzung und ihre Folgen

Ich komme aus einer Kleinstadt. Was das bedeutet, können nur Menschen nachvollziehen, die auch in einer groß geworden sind. Es mag einen Anklang haben von den Erzählungen unserer Eltern "wir hatten ja nichts damals", aber es ist wahr.  Es wurde nicht viel geboten. Die Auswahl war begrenzt, weswegen es auch auf einen Führerschein hinzufiebern galt oder wenigstens mit Menschen befreundet zu sein, die einen ebensolchen besaßen. Weil dann kam man raus. Dann gab es neben Marktplatz, Waldrand und Café Muck noch weitere Optionen um den Abend zu gestalten. Eng kam es mir vor und nach der Schule wollte ich nur…

Regenwolkensuppe

Für Regentage. Und alle anderen. Blumenkohl 600 Milliliter Hafermilch Schuss Weißwein 1 Limette 3 Schalotten 2 Teelöffel Pistazienöl Muskatnuss eine Handvoll Buchweizen Curry Den Blumenkohl klein schneiden, Schalotten schälen und anbraten. Mit Hafermilch und etwas Weißwein ablöschen. Salzen, pfeffern und Muskatnuss dazugeben. Mit Schale und Limettensaft nachwürzen. Alles pürieren. Derweil den Buchweizen mit dem Curry anbraten bis er kross ist. Auf die Suppe tröpfeln. Den Regen Regen sein lassen. MerkenMerken MerkenMerken MerkenMerken MerkenMerkenMerkenMerken MerkenMerken…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich mag die Illustrationen von Melanie Garanin. Ihre Kerzentiere, kann man erwerben und sich ansonsten an all ihren Alltagszeichnungen erfreuen. Diese hier bedeutet mir besonders viel. Und ich mag das neue Buch von Okka Rohd. Herdwärme.…

aufgelistet: Kopffreimacher, Herzerweiterer und Nichtstuerlauber

Eine Liste zu schreiben ist schon halb erledigt. Kein richtiges Deutsch, stimmt trotzdem. Wenn ich es aufgeschrieben habe, muss ich nicht mehr dran denken, mich nicht mehr sorgen, dass ich etwas Überlebenswichtiges vergessen könnte und der Kopf ist frei für die anderen wichtigen Dinge. Dasitzen, träumen, schweigen, nichts tun. Im Bett liegen, Eis essen, in Büchern zu blättern, ein wenig dösen und einfach noch mehr nichts tun. Dann ist irgendwann auch die große Lust wieder da etwas zu machen. Das Dumme an Vorurteilen, den Bildern, die wir im Kopf haben von Männern, Frauen, von dem was richtig und was falsch…

Der Sommer geht in die Verlängerung

Meine Oma hat immer "eingeweckt". Weckgläser finden sich ja heute in jedem guten Hipster-Cafe, aber die dazugehörige Einmachtradition lies sich leider nicht hinüberretten. Schade. Denn mit ihnen lässt sich der Sommer ein wenig verlängern und die Aprikosen bis in den Herbst hineinretten. Eingelegte Aprikosen (aus: Die grüne Stadtküche) 500 Gramm Aprikosen 300 Gramm Rohrzucker 200 Milliliter Weißweinessig 1 Stange Zimt 1 Teelöffel Senfsaat 1 Anisstern Für die Pasta mit Pinienkernen, eingelegten Aprikosen und Fetaziegenkäse. Einfach Pasta kochen - die Muschel-förmigen sehen am schönsten aus -, abseihen, Pinienkerne anbraten, eingelegte Aprikosen und Fetaziegenkäse drüberstreuen. Salzen und Pfeffern eh klar. Abschied nehmen.…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. "Be a nice human". Freundlich sein. Zu sich selbst und zu anderen. Immer wieder.  Unerbitterlich. Und jetzt erst recht. Ich mag diese Decke oder diese, auch wenn sie mein Budget überspringt und verstecken nicht gilt. Gerade jetzt nicht. Ich mag dieses Lied. "Black".…

Hört auf Pflanzenforscherinnen: Von Wissenschaft, Wachsen und Bäumen

Ich habe das Buch von ihr noch nicht gelesen. Hope Jahren ist Pflanzenforscherin. Von dieser Zunft besitze ich wenige bis eher gar keine Bücher. Selbst ein Mensch mit breiten Interessen hat Grenzen. Aber in einem Interview hat sie mir auf zwei Dinge eine andere und, wie ich finde, sehr schöne Perspektive gegeben: Wissenschaft und Bäume. Den Sinn, den sie aus ersterer zieht, sagt mir so sehr zu und das was wir von Bäumen lernen können, lässt sie mich gerade anders betrachten. "Ich sehe den Zweck der Wissenschaft ausschließlich darin, die Seele zu füttern. Genauso wie Musik, Kunst oder Literatur die Seele…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Immer wieder den feinen Radar nachzujustieren, ob ich das für mich mache oder um anderen zu gefallen. Ich mag diese Schuhe. Und zwar beide: Samtslipper und Sneaker bitte. Und ich mag dieses Lied: Without fear. Ohne Angst. Für mich.…

von Dauer

"Vielleicht schicke ich Ihnen bald wieder etwas, nur das kann dauern. Was immer das jetzt heißt", endete Charles Bukowski einen Brief an seinen Verleger. Bukowski verlor sich gerne und oft ans Trinken, ans Boxen, an die Frauen. Ich mich an den Sommer. Mir fiel nichts ein. Manchmal ganz viel. Aber nicht so viel, dass es reichte. Es fehlte die Lust. Dieses Wollen, das so groß ist, dass es wieder ein Müssen wird. Ein befreiendes. Und das ist etwas ganz anderes als das Müssen, das einem Schule, Eltern und was-weiß-ich -nicht-noch-wer eingetrichtert haben. Manchmal passiert eben nichts und das gilt es…

a la carte

"Man schaut nicht einfach hin und wählt etwas, man steckt immer schon bis zum Hals in seinem Leben." Iris Murdoch in Autonomie von Beate Rössler…