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alles sonst so

noch komisch, noch nicht tragisch

"Es ist immer der gleiche Spruch. Dieser alberne Witz, den nur wir verstehen. Aber mit diesem Witz bestätigen wir sozusagen die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit, dass wir es irgendwie geschafft haben. Es ist ein sehr wichtiges Ritual." aus: Schlaf von Haruki Murakami…

einschlafen und aufwachen

Jeder Mensch hat seine Mechanismen um mit dem, was das Leben einem so entgegenschleudert oder auf den Rücken packt, umzugehen. Die entwickeln sich eben im Laufe der Jahre. Welches Geheimrezept aus dem Apothekerkasten gegen die Sinnfragen und den Weltschmerz am besten funktioniert, hat man irgendwann heraus. Manche rennen davon, mancher betrinkt sich, andere zerstreuen sich und manches Mal hilft auch nur alles zusammen oder wahlweise hintereinander. Mache ich auch alles gerne. Aber mein ultimatives Heilmittel ist der Schlaf. In den Momenten, in denen die Welt ein wenig zu viel für mich ist und ich nicht weiß was tun, wie die richtige Antwort lautet,…

angekommen

»Manchmal denke ich, wir sollten an einem ganz anderen Ort wohnen, in einem anderen Haus, wir könnten ein ganz anderes Leben leben; doch sobald ich den Kiesweg hochgehe und die Tür aufschließe, bin ich unendlich froh, zu Hause zu sein«, hat Tomas Espedal gesagt. Gerne gebe ich es nicht zu, aber neidvoll und voller Bewunderung blicke ich auf diese Worte. Weil er solch passende gefunden hat, aber auch weil ich den Eindruck habe, dass sie für ihn wahr sein könnten. …

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Diesen Vorsatz, den ich mir ausgedruckt und an die Wand gehängt habe. Von dem ich sehr, sehr weit entfernt bin, was mich aber nicht daran hindern soll, es jeden einzelnen Tag wieder zu versuchen. Das viele versuchen und immer wieder versuchen kann anstregend sein und ich bin überzeugt davon, dass mir das Ausruhen vom Tagwerk noch besser gelänge, wenn ich es auf diesen himmelblauen Tolix-Stühlen tun könnte. Wobei ich auch von der Idee einer Hängematte auf dem Balkon schwer begeistert bin. Das Hängemattengefühl ist nämlich ein unbeschreibliches. Wie ich die auf meinem winzigen Stadtbalkon, auf den maximal…

ganz nah dran

F. Scott Fitzgerald hat sehr viele, sehr gute Sachen gesagt. Aber dieser Satz von ihm, der geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Darüber, dass wen man jemanden oder etwas sehr nahe an sich heran gelassen hat, man sich nicht mehr so einfach davon erholt und lossagen kann. Wie schön, wie wahr, wie schmerzhaft vielleicht auch, aber wie lebendig. Zaungast sein gilt nicht. Voll rein und dann ist der Weg heraus eben manches Mal nicht mehr so einfach zu finden. Dinge, die man aus der Ferne betrachten kann oder ganz nah. Dinge, die man an sich heranlassen kann. Dinge, mit…

Die Sache zieht sich

Mäandern. Ich habe mich in dieses Wort verliebt. Weil es sich so hinzieht, weil da alles drin steckt. Die ewig sich schlängelnden Serpentinen. Das Wort selbst ist ein einziges langgezogenes: Mama, wie lange noch? Ich möchte am Wochenende ein wenig mäandern. Das können nicht nur Straßen, habe ich beschlossen. Auch ich will mich langmachen auf der Couch, mich ziehen, strecken und dehnen, herumlungern, mich ganz und gar dem Nichtstun widmen, überraschen lassen von dem, was sich hinter der nächsten Gedankengabelung verbirgt, mit was das Leben so aufwartet, verlaufen, blind folgen, durchschlängeln, mich verlieren. Mich der Provokation des Unabsichtsvollen hingeben. Wann sind…

Es ist nicht nur die Sehkraft, die nachlässt

"Leider ist es so, dass wir mit zunehmendem Alter [...] eine gewisse Sensibilität einbüßen. Unserer Rezeptoren stumpfen ab. Deshalb ist das Alter so unerträglich, weil man sich plötzlich daran erinnert, wie es war […] ein Herz zu haben, ein Herz, das einen zu großen, unbesonnenen Taten befähigte, dazu, sich für etwas zu begeistern und sich als Teil des Lebens auf diesem Planeten zu fühlen." aus: Eine schöne junge Frau von Tommy Wieringa…

Kenn` ich schon

"Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei. Es ist ohnehin schon wenig genug.“ Von Max Frisch. Von wem sonst? Wenn ich reise, bin ich eine andere. Schon ich. Nur angepasst an die Umgebung und da erkenne ich neue Züge an mir, neue Seiten. Und ich entdecke überhaupt so viel Neues. Weil ich dem Glauben alles zu kennen ein für allemal überhaupt nicht anheimfallen kann. Angekommen in einer fremden Stadt, einem fremden Land, einer neuen Umgebung brauche…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Frei schwimmen, mich freischwimmen. Dafür gab es früher sogar ein Abzeichen. Den Freischwimmer. Richtig so. Ist ja auch nicht ganz so einfach. Dann mag ich noch mein sehr einfaches Vorhaben die Küche umzusortieren und alle herumstehenden Öle und Flüssigkeiten in diese schlichten Flaschen abzufüllen. Ich mag dieses Lied, weil in ihm Freiheit steckt, Größe, Weite. Weil es, wenn man es zulässt, einen umgibt und umarmt wie das Wasser im Ozean. Außerdem mag ich noch die myself. Fürs mich mögen. Nein, nicht nur dafür. Aber für Sätze wie diese, die ich in in der neusten Ausgabe in einem Artikel über…

sprachlos

"Er wusste nicht, was er sagen sollte, fürchtete sich vor dem, was er nicht hören wollte. Die Wahrheit war das Privileg des Starken." aus: Eine schöne junge Frau von Tommy Wieringa…

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Kleider. Schon immer und sehr lange. Dieses Seidenkleid hat alles, was das perfekte Kleid haben muss. Es ist schlicht, elegant, fließend. Mag ich sehr. Ebenso wie diese Teller des Tokyo Design Studio. Stripe heißen sie. Elegant, klassisch, schlicht sind sie. Und dieses Lied. Leise und zart die Töne. Die Worte so klar und wahr über das einfach immer wieder versuchen, weitermachen, nicht aufhören zu träumen, zu hoffen, zu wagen, zu lernen. You just try....try...just try. Nicht nur Montags.…

tief gehen, immer tiefer. Hoch steigen, immer höher.

"Wenn es einen Weg zum Besseren geben soll, erfordert das einen umfangreichen Blick auf das Schlimmste." Hat Irvin David Yalom, der Psychoanalytiker, Psychotherapeut und Autor gesagt. Darüber lässt sich sinnieren. Darüber lässt sich den Wolken am Himmel beim Treiben zusehen oder ins eigene Innere schauen. Darüber lässt sich ganz ruhig sein oder darüber dieses Lied hören. Ein Sonntagsmittaglied. Ein so ruhiges, unaufgeregtes mit der wichtigsten Zeile für jeden Tag: "Do not disturb me, let me be."…

Don´t judge a drink by it´s name

In meiner Jugend da trank man seltsame Dinge, für die ich mich heute ein wenig schäme. Auf dem Land groß geworden fühlte ich mich sehr erwachsen, wenn ich Jacky-Cola bestellte. Das war schlechter Whiskey vermengt mit koffeinhaltiger Limonade. Eine Ausrede wäre, dass auch nicht viele andere Möglichkeiten zur Auswahl standen. Alkohol schmeckte mir nicht so wirklich, was ich natürlich aber nicht sagen konnte, weil ich dann der Kategorie uncool zugeordnet worden wäre und die galt es damals mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln zu vermeiden. So landet man dann beim Mischgetränk. Es wären noch schlimmere Abgründe möglich gewesen, aber…

blaue Gesellschaft

Eine blaue Stunde, die ihrem Namen alle Ehre macht. Gelernt, dass es einen japanischen Spruch gibt: "Tai-mo hitori-ha umakazu" - "Even sea bream is not delicious when eaten in silence". Selbst der edelste Fisch schmeckt nicht ohne Gesellschaft. Diesen Satz mitgenommen und gleich erlebt, wie wahr das ist. Dabei nochmals herzhaft ein Stück vom Brot abgebissen. Das, dass ich nur schnell beim Bäcker geholt hatte und noch nicht einmal beim guten. Es hätte geschmacklich den Vergleich mit der besten aller Doraden nicht scheuen müssen.  …