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50 shades of Grün

Wie viel Grün verträgt das Auge? Die Farbe, die das Auge beruhigt, die Kräfte sammelt und Regeneration bringen soll. Sie soll das Auge nicht anstrengen, sondern stärken, weil es sich ausruhen kann. Urlaub in Irland. Das ist mehr Grün und so viel Grün und immer anderes Grün, dass nicht nur die Augen sondern auch der Rest des Menschen zur Ruhe kommt. Eine Landschaft, die an die sattgrünen, mit Kunstgras überzogenen Berge von Spielzeugeisenbahnlandschaften erinnert. Das tiefgrüne, dunkle Moos und schillernde Farbenspiele. Das sind Felslandschaften und dazwischen das hellgrüne Gras. Gras, Gras und noch mehr Gras und nur die Schafe die dort grasen, weil das Land sonst nicht mehr hergibt. Das sind die Eichenwälder. Mächtige Bäume und dann wieder Farne. So viel Grün in allen Nuancen. Und wahrscheinlich hat sie abgefärbt, diese freundliche Farbe auf die Menschen. Wie freundlich und fröhlich sie sind. Wie vieles immer „lovely“ ist. Und ja, das ist es und ich kann mich daran nicht satthören. Alles ist lovely und das Wetter gleich heavenly und die Iren so zugewandt und gastfreundlich. Vielleicht weil …

Sommerabendkonzert

Es sind oft die kleinen Dinge, die einen Abend groß machen. Ich weiß nicht, ob es dieses Gefühl der ersten warmen Frühlingstage war. Noch ganz unwirklich, ohne Jacke spazieren zu gehen, das Gras zwischen den Zehen fühlen zu können. Die Luft, sie ist so aufgeladen und diese Energie, die nach draußen drängt, weil die Tage drinnen zu lange waren, die ist so spürbar und zum Greifen nah. Die Augen sind dieses übergrüne Grün noch nicht gewöhnt, dieses neue Farbspektrum. Das Gras riecht so. Noch frisch. Noch ist alles frühlingsneu. Und an einem dieser Abende ein Konzert. Ein kleines, feines. Im Englischen Garten unter freiem Himmel. Papierschiffe leuchten und schwimmen im Teich. Dann auf der Wiese am See zu sitzen, ein selbstmitgebrachtes Bier zu trinken und Musik zu hören, die ohne Verstärker immer nochmals tiefer geht, mehr unter die Haut. Lieder, die berühren, weil sie schlicht sind und schön und die Frühlingsstimmung doch schon so elektrisierend, dass nichts passender sein könnte, als diese leisen Töne. Das ist groß. Alles andere wäre zu wenig.

Der richtige Platz zur richtigen Zeit

Nach einem Tag, der zu viel war, an dem alles zu schnell ging, den mein Kopf noch nicht verstanden und mein Herz noch nicht verdaut hat, genügt ein französisches Frühstück und ein Melange hier und es fällt zwar noch nicht wieder alles an seinen Platz, aber es ist schon ein wenig vorsortierter. Und dann kann man ja noch einen Melange bestellen, ein wenig warten, Listen schreiben, ein wenig lesen. Man kann dem Kulturkritikerpaar zur Rechten lauschen, die sich über Fördergelder und zu bemühte Sopranstimmen auslassen, den Herren in Anzügen zusehen, wie sie ihre Tagesgeschäfte beim Croissant regeln und zum Zahlen die Karte auf das Silbertablet schnalzen oder der mittelalten, sehr aufgeräumten Frau, die immer die Hand am Hinterkopf hält und man weiß nicht, ob um den Kopf zu stützen oder um sicherzustellen, dass der wohlgeföhnten Haarpracht nicht eine Strähne entwischt und spätestens dann merke ich, dass ich bei dem Tempo der Welt wieder mithalten kann, langsam lande und fast schon wieder angekommen bin. Das Stammhaus ist bestimmt kein Geheimtipp. Aber es gibt Tage, da braucht es genau …

gut für überhaupt alles

Ich bin für teuere Kosmetik zu haben. Was sind schon siebzig Euro gegen die Verheißung, dass Kaviarmoleküle mir imaginäre Augenfältchen wegradieren? Aber ein großer Glastopf, der ganze acht Euro kostet, lässt alle teuren Tiegel und Töpfchen in meinem Bad alt aussehen. Kokosöl. Genau. Das Kokosöl, das ich auch in den Kuchenteig rühre. Es macht die Hände weich, die Lippen zart, die Wimpern dichter, nimmt trockener Haut das Juckende und gibt den Haaren Glanz. Außerdem duftet es so leicht nach Bounty und ein wenig Südsee, was im kalten und grauen deutschen Januar auch nicht schaden kann. Alles in allem ist es also ein Wunderding. Sagen auch Experten. Es soll natürlich auch schlank machen und schlau, was mir persönlich ein wenig zu weit geht. Und nur für den Fall der Fälle, dass ich die Wirkung von Kokos auf Hauttiefen doch überschätzt haben sollte, greife ich zusätzlich immer noch zur Kaviarpaste. Und wenn es Kokos und Kaviar nicht sind, dann bleibt immer noch der Glaube daran. Der versetzt Berge und kann dann doch wohl auch ein paar Hautuntiefen …

erste zweite Wahl in München

In Berlin gibt es sie an jeder Ecke. Secondhand-Läden. In München sind sie ausgewählter und mein liebster ist Macy & Conway. Da gibt es Secondhand-Designerkleider, schön ausgewählt, gut kombiniert. Die richtige Mischung aus neu und alt. Macy & Conway Johannisplatz 16 München Montag bis Freitag: 11:15 Uhr bis 19 Uhr Samstag: 11.15 bis 16 Uhr Und wenn ich schon da bin, noch kurz über die Straße zu Feenkleid, dann noch ganz kurz um die Ecke bei Morhmanns vorbeischauen. Danach Tüten abstellen und bei einem Kaffee im Livingroom ausruhen. Nach Hause gehen, mich über meine Schätze freuen und mir vornehmen ab morgen aber wirklich zu sparen.

Da sein. Nicht nur anwesend.

Es war in New York. Vielmehr ich war in New York. Und wer in New York ist, für den ist die Moma Pflichtprogramm. Ich wusste schon, was ich sehen wollte, hatte mich schon darauf gefreut meinen geliebten Matisse endlich in echt zu sehen und – ich gebe es zu – mich auf den Museumshop gefreut, der einfach großartig ist.  Und dann stand ich auf einmal in einem großen Raum, durch weißes Plastikband aufgeteilt. In der Mitte ein Tisch, zwei Stühle auf jeder Seite und auf einem sitzt eine Frau in einem roten, bodenlangen Kleid: Marina Abramovic. Deren Name sagte mir damals noch nicht wirklich etwas. Die Künstlerin selbst saß dort den ganzen Tag auf einem Stuhl und jeder, der wollte, konnte sich ihr gegenübersetzen. Ich war in New York. Es gab so viel zu sehen. Aber nichts fiel mir schwerer als mich loszureißen von dieser Frau. An der Ballustrade zu stehen und ihr zuzusehen beim Sitzen, die Besucher zu beobachten und diejenigen, die sich ihr gegenübersetzen – das alles hatte eine Faszination und eine Präsenz, die ich nicht in …

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Schluss heißt der letzte Eintrag. Zwei Stunden lang nur gelesen, der Hals schnürrt sich zu, die Augen werden feucht, Beklemmung und doch immer wieder ein Lächeln, ob der klaren Sprache, des Witzes. Schluss.

Hört. Hört.

Wenn es von Tex kommt, kann es nur gut sein. Fasziniert von allem, was er tut, wie er es tut, habe ich mir sein neustes Hörbuch gekauft. Khalil Gibran, gesprochen und wunderschön untermalt, Sätze und Worte über das Leben, das richtige Leben. Dieses Buch bedeutet mir schon lange sehr viel. Hörend statt lesen entdecke ich immer neue Seiten, Sätze, die bisher untergeangen sind. Gut. So gut. Weise. Auf eine ganze spezielle Art.

Schönes München: Glückscafe

Immer wieder einer meiner Lieblingsplätze. Das Cafe Fortuna. So unprätentios liegt es auf dem morgendlichen Weg zum Zeitungskasten. Ein Espresso an der Bar und die Zeitung in der Hand ist es der lebende Beweis für das Italienische in München. Meine erste Anlaufstelle für frei Tage, denn besser können sie nicht starten. Oder enden. Denn jeden Donnerstag gibt es es Tanzmusik. Wen das immer noch nicht überzeugt hat, dem sei gesagt, dass hier diese schönen Karten von Ruth Gimpel verkauft werden. Muss ich mehr sagen?

Projekt Wohnzimmer

Als fleißige Leserin von Wohnzeitschriften und Design-Büchern habe ich eine sehr klare Vorstellung von der perfekten Wohnung. Meine jetzige ist perfekt in vielerlei Hinsicht. Vielleicht ist es der Frühling, aber gerade fällt mir so vieles auf, dass ich noch angehen möchte. Darauf hin erst einmal eine Liste gemacht. Hamburger Offenheit heißt wohl das, was wir zelebrieren. Manchmal möchte ich aber doch gerne für mich sein. Deshalb stehen Jalousien [1] auf der Liste. Die immer noch vorläufige Müllsammlungskonstruktion soll ersetzt werden durch diesen formschönen Mülleimer [2], der auch noch auf den Namen „Pushboy“ hört. Auf die Fensterbänke bitte etwas Dekoratives mit Stil [3] und diesen Stuhl [4] freistehend so platzieren, dass ich ihn jeden Tag sehen und mich daran erfreuen kann. An einem weißen Smeg-Kühlschrank [5], der in unserer Küchenecke frei steht, würde ich mich ebenfalls täglich erfreuen. Ein neuer Spiegel [6] sollte her und eines, fernen Tages wird auch das Barcelona Daybed [7] Einzug halten. Jetzt, da die Liste steht, ist schon die Hälfte geschafft.

vor einem Jahr

V or einem Jahr: Lag Deutschland im Schnee. Und wir waren mittendrin. Ein Roadtrip München – Berlin – Hamburg und zurück. Einmal quer durch Deutschland. So viel gesehen, so Gutes gegessen, so viele Eindrücke.