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Rosmarin- und Thymianmandelbrot

Was übrig bleibt, muss nicht schlecht sein. Auf meinem kleinen Balkon haben Thymian- und Rosmarinreste das geschafft, was ich nicht vermutet hätte: Sie haben nicht nur den gesamten Winter, sondern auch jüngste Kälteeinbrüche überlebt. Ich verneige mich vollster Hochachtung vor diesem Wunder der Natur. Nur den Sommer wird ein Teil nicht mehr sehen. Denn sie wurden sie zu Brot verarbeitet. Brot oder Kuchen, das kann man so genau nicht sagen. Genauso wenig wie welche Kräuter dann schließlich und endlich doch drin gelandet sind. Rosmarin-Thymian-Mandelbrot {von hier kopiert} 4 Eier 2 1/2 Teelöffel Kokosöl 1 Teelöffel Apfelessig 1 1/2 Teelöffel Honig 2 1/4 Tassen gemahlene Mandeln 1/4 Tasse geschrotene Leinsamen 1/2 Teelöffel Meersalz 1 Teelöffel Backpulver Thymian, Rosmarin und alles, was der Garten so übriggelassen hat Den Ofen auf 170 Grad vorheizen und eine Backform fetten. Die Eier verschlagen, Apfelessig und Honig unterrühren. Das Mandelmehl, die Leinsamen, Salz, Backpulver untermischen. In die Form geben und die Kräuter draufstreuen. Für etwas mehr als 20 Minuten im Ofen backen. Das Brot schmeckt am ersten Tag am besten. Leicht getoastet mit Honig. Wenn nichts anderes übrig bleibt, …

Keine Kompromisse: Schokoriegel

Kompromisse geht man schon genug ein im Leben. Diese Schokoriegel oder Kuchenstücke sind gesund und lecker. Was eine feine Kombination ist. Sehr schnell gemacht außerdem und mit Zutaten, die man zu Hause hat. Kompromisslose Schokoriegel Bei Frau Gold entdeckt, die diese Variante abgewandelt hat, die ich dann auch nochmals variiert habe. Everything is a remix, weiß der versierte Internetnutzer. Für den Boden: 1 Tasse Mandeln 1 Tasse Datteln Prise Meersalz Für den Belag: 1/2 Tasse Cashewbutter 1/2 Tasse Kokosnussöl 1 Tasse Datteln 2-3 Teelöffel Kakaopulver etwas Zimt und etwas Kardamon, Vanille ordentlich Kakaonibs zum Bestreuen Die Mandeln im Mixer fein mahlen, dann die Datteln dazu und so lange zerkleinern bis eine feste Masse entsteht. Auf Backpapier ausstreichen und für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben. Cashewbutter (man kann auch Cashews einweichen für ein paar Stunden und dann in den Mixer geben – gleicher Effekt) mit den Datteln, Kokosöl, Kakao und Gewürzen im Mixer zerkleinern und mischen. Auf den Boden geben, Kakaonibs obendraufstreuen und nochmals in den Kühlschrank.

Ich fühle mich so Apfel-Cranberry-Pekan-Crumble

Es gibt immer mehr Emojis. Aber nie das passende. Facebook bietet die Gefühlsäußerungen:  „voll motiviert“, „amüsiert“, „begeistert“ an. Das ist nicht nur schlecht übersetzt, das trifft niemals auch nur annähernd das, was in mir vor sich geht. „Voll motiviert“ ist alleine das, was einem amerikanische Konzerne als adäquates Gefühlsspektrum zugestehen. Nicht dass es einfach wäre zu wissen, was man fühlt, geschweige denn es auszudrücken. Das macht die neue Ausdrucksform der Emojis nicht leichter. Bin ich nur betrübt oder schon traurig und welches Adjektiv ist das richtige für die Schwere, die manche Tage mit sich bringen und die dann stetig über einem hängt? Sich zu fragen, ob ich mich gerade gespannt, erwartungsvoll, neugierig, gelangweilt, uninteressiert, überdrüssig selbstbewusst, stolz, aufrecht, verletzt, ausgenutzt, sicher, stark, klar, mutig, vorsichtig, furchtsam, verängstigt, erfüllt, begeistert, fasziniert, frustriert, missmutig, deprimiert, fröhlich, heiter, gut gelaunt, enttäuscht, desillusioniert, minderwertig, verärgert, gereizt, sauer, entspannt, vertrauensvoll, optimistisch, traurig, niedergeschlagen, melancholisch, sehnsüchtig, misstrauisch, argwöhnisch, feindselig, respektvoll, anerkennend, wertschätzend, scheu, schüchtern, befangen, leicht, frei, ungezwungen, abgelehnt, zurückgewiesen, verkannt, engagiert, inspiriert, dynamisch, isoliert, allein, einsam, empört, wütend, zornig, mitfühlend, verständnisvoll, müde, lustlos, …

Karrierebooster: Backen für Faule

Es ist schon über zehn Jahre her, dass Corinne Maier in Frankreich mit einem Buch für Furore sorgte. „Bonjour paresse“. Zu Deutsch: „Die Entdeckung der Faulheit„. Sie arbeitet zu der Zeit bei einem französischen Energieversorger. Nach Erscheinen des Buches nicht mehr. Das lag daran, dass das Buch sehr treffend beschreibt, wie es in einem Großteil der Unternehmen zugeht. Nicht die Qualität der Arbeit zählt. Nicht der, der engagiert ist und etwas voranbringt macht Karriere, sondern diejenigen, die mit den richtigen Menschen zum Mittagessen gehen. Maier beschreibt alle Absurditäten des Systems. Die Psychoanalytikerin und Volkswirtin resignierte, ob allem, was sie in ihrem Berufsleben in Großkonzernen erleben durfte. Wenn man es nicht ändern kann, muss man sich das Spiel zu eigen machen. Sie gibt daher in ihrem Buch Tipps, wie man möglichst wichtig wirkt ohne eigentlich etwas zu leisten. Da wäre zum Beispiel der Vorschlag unvorbereitet ins Meeting zu gehen und einfach nur zu wiederholen was der Vorredner schon gesagt hat und in entscheidenden Momenten zustimmend zu nicken. Sich immer einen vollen Ordner oder ein paar Stapel Unterlagen unter den Arm klemmen, …

Leicht verdauliche Päckchen

„Man nimmt sich selbst immer mit“ war ein Satz, den ich mir aufschrieb ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was das bedeuten sollte. Ich hatte gerade mein Abitur in der Tasche und sollte an einem Wochenende lernen was junge Menschen so erwartet, wenn sie für längere Zeit ins Ausland gehen. Wie das mit den Wasserreinigungstabletten funktioniert, worauf in der Kommunikation mit anderen Kulturen zu achten ist, warum Frauen keine Hosen tragen sollten und dass das was Max Frisch einmal über das Reisen sagte, nämlich dass wir es so mögen, weil es auch immer das Versprechen in sich birgt, dass man woanders auch ein ganz anderer sein könnte, eben nicht stimmt. „Man nimmt sich selbst immer mit“. Man hat neben dem Rucksack auf dem Rücken noch sein Päckchen dabei und das was man mitunter zurücklassen wollte, holt einen fernab von allem Vertrauten und Bekanntem stärker ein als man es sich wünschen oder träumen würde. Macht damals keinen Sinn, fünf Monate später schon. Ein neues Jahr ist im kleinen ebenso ein großes Versprechen wie eine lange Reise. …

[Nr. 17 von 1/2]: Wintersalat

Ein Salat für den Winter. Nicht irgendeiner. Einer, der herrlich rot leuchtet. Einer, der obwohl er gesund ist, nicht so schmeckt. Einer, der obwohl ein im Grunde kaltes Gericht, irgendwie warm macht. Winterweihnachtssalt [aus das vegetarische Kochbuch] rote Beete Radicchio Feigen Granatapfel 3 Esslöffel Balsamicoessig 1 Teelöffel scharfer Senf 1 Esslöffel Feigenmarmelade 6 Esslöffel Olivenöl Salz und Pfeffer Haselnüsse (ich habe Pinienkerne genommen, auch gut) Ziegenkäserolle Die rote Beete kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Radicchio putzen, zupfen. Granatapfelkerne herausschälen, Feigen in Scheiben schneiden, den Käse auch. Die Nüsse in einer Pfanne anbraten. Den Ziegenkäse auch kurz von beiden Seiten. Balsamicoessig, Öl, Senf, Feigenmarmelade, Salz und Pfeffer vermischen. Über den Salat geben. So gut.

[Nr. 14 von 1/2]: Weihnachtskarottentannenzapfen

Sehr simpel: Ich hatte Lust auf Karottenkuchen. Der hat zwar gerade keine Saison, aber mit Lebkuchengewürz und ein wenig Rosmarin untergemischt und der richtigen Darreichung merkt das keiner. Was nicht passt, wird passend gemacht.  200 g brauner Zucker 180 g Pflanzenöl  3 EL fetter Joghurt 3 Eier  1 TL Vanille-Extrakt oder das Mark einer Schote  250 g Mehl 1 TL Backpulver 2 TL Zimt  1/4 TL Muskatnuss 3 Teelöffel Lebkuchengewürz  1/2 TL Salz 260 g geriebene Karotten 150 g Walnüsse Frosting: 300 g Frischkäse 120 g zimmerwarme Butter 200 g Puderzucker Mark einer Vanilleschote 1/2 TL Salz viele Mandeln Braunen Zucker, Öl, Eier, Vanille, Zimt, Muskat, Salz und Joghurt in einer Schüssel verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Mehl und Backpulver nach und nach einsieben und weiterrühren, bis sich die Zutaten verbunden haben. Karotten schälen und fein raspeln. Die Walnüsse grob hacken und beides zum Teig geben. Um die Tannenzapfenform zu erhalten, habe ich einfach aus Backpapier eine Türenform gerollt, so wie man Fisch garen würde. Hat prima geklappt. Den Teig hineinfüllen und den Kuchen bei …

angekommen

„Ein unschätzbares Gefühl: nicht hier und nicht da, sondern einfach fort zu sein“ schrieb Franziska zu Reventlow in Amouresken. Dazu die beste und zuverlässige Resteverwertung für Gemüse, das seine besten Zeiten schon hinter sich hat. Gemüse im Backofen rösten, zuvor mit Misopaste bestreichen, ein wenig Ahornsirup darüber träufeln für den karamelligen Geschmack. Dabei dieses Lied hören, weil es ein leidenschaftliches für zwischen hier und da ist. Zum Schluss noch Sesam über das Ganze streuen. Schwarzen am besten, einfach weil es hübscher aussieht. Ganz weit weg sein. Bei sich sein. Da sein.

Eine Frage der Zeit: Butterkürbissuppe mit Orange und Mandel

„Trust the timing of your life“. Weiß ich, will ich. Und dann kommt doch wieder alles ganz anders. Manchmal funktioniert es mit dem Vertrauen, Zeit geben und los lassen. Manchmal auch nicht. Ich hätte es gerne schneller, anders, wobei ich auch nicht genau sagen kann wie und im Pläne schmieden war ich schon immer groß. Pläne, nach denen sich das Leben zwar nicht richtet, was mich aber nicht daran hindert trotzdem welche zumachen. Es hat sich so viel verändert. Im letzten Monat, im letzten Jahr. Immer wieder Neuanfänge, immer wieder ein Reset-Button, immer wieder nahm das Leben eine Wendung ohne mir vorher Bescheid zu sagen. In den guten Momenten kann ich mich darauf einlassen. Dann überrascht mich, wie klein ich gedacht habe in den Momenten der Auswegslosigkeit und als nichts klappen wollte. Geht doch, denke ich dann, wenn es im nach hinein Sinn gemacht. Aber im nachhinein haben es schließlich immer alle vorher gewusst. Trust the timing of your life. Es ist Herbst. Es ist Zeit für Kürbissuppen.   Butterkürbissuppe mit Orange und Mandel 1 Butterkurbis  1 …

Can you feel the beat?

„You are the music while the music lasts“. Hat T.S. Eliot gesagt. Das Gefühl völlig aufzugehen in der Sache, die Zeit zu vergessen, bei sich zu sein oder auch ganz woanders. „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“. Hat Duke Ellington nicht gesagt, aber gesungen und das zählt genauso viel, wenn nicht sogar doppelt. Was beide meinen und man in der Musik erfahren kann, ist das sich zu verlieren im Tun. Beim Popsicles machen, funktioniert das sehr herrlich. Beim Schreiben manchmal auch. Beim Klavier spielen, beim Zeichnen, beim Lesen und bei langen Läufen. Gerne auch beim Ideen haben oder so einer diffusen Vorstellung im Kopf, wie etwas auch aussehen könnte. Pop. Schon fertig. Leichte Popsicles (solange es noch warm ist) 75 Gramm Cashewnüsse 1 Dose Kokosnussmilchunroasted, unsalted cashews 1 große, reife Avocado 250 Gramm weiche Datteln 55 Gramm Kakao Zum Dekorieren: Schokolade, getrocknete Blüten, Kokoschips (gibt es auch mit gesalzenem Karamelgeschmack!), Pistazien, Pollensamen, Kokains, alles mögliche. Die Cashewnüsse in leicht gesalzenem Wasser über Nacht einweichen lassen. Abseihen und gut abspülen. In einem wirklich …

auf die französische Art

Französisch. Wenn etwas französisch ist, ist es nicht einfach nur französisch. Dann ist es elegant, es ist leicht, es hat das gewisse Etwas. Das bekommen nur wenige Nationen so hin. Das beste Kompliment beim Securitycheck am Flughafen ist es immer, wenn ich gefragt werde: „French“? Nein, bin ich nicht. Aber wenn ich mich wie eine kleide, ist alles gut. Französinnen können alles besser. Essen, Kinder erziehen, schlank bleiben, aussehen, sich anziehen, sprechen. Und das immer unangestrengt. Wo der Deutsche bemüht ist, ist die Französin entspannt. Zumindest ist es das, was man ihnen nachsagt und womit sich wohl gut Bücher verkaufen lassen. Unangestrengt gut aussehen. Nonchalant. Die Haare ein wenig zerzaust, nicht glattgekämmt und zu bemüht. Das Chanel-Kleid nur zufällig übergeworfen. Ein Baguette im Arm und olala – toller Anblick. Clafoutis oder französischer Pflaumenkuchen und Zwetschgendatschi sehen zwar beide nicht sehr aufgeräumt aus, aber mit seinem Hefeteig, der per se viel Zubereitungszeit in Anspruch nimmt, ist die französische Variante um so vieles unkomplizierter. In der Zeit, in der man sonst knetet, kann man nachsehen, wie das mit dem französischen Lifestyle nochmal so geht. Es …

Gefahrenwarnung: Melone

„Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, sollte es mal mit Routine versuchen: Die ist tödlich.“ Paulo Coelho wird dieses schöne Zitat zugeschrieben. Jetzt ist aber Routine das, was den Alltag bestimmt. Im Urlaub ist das anders. Selbst ein fauler Strandurlaub ist ein Abenteuer, denn weit weg von zu Hause sind alle Routinen aufgebrochen. Es gibt keinen Lieblingsbäcker, bei dem man sich das morgendliche Croissant holen könnte, weil ich noch gar nicht herausgefunden habe, wo sich hier überhaupt der nächste Supermarkt befindet. Da ist auch kein fester Rhythmus, der mir vorgibt, wann ich wo zu sein habe und nur an den Rändern ein wenig Luft lässt, um darüber nachzudenken, wonach mir denn eigentlich ist. Da liegt ein Tag vor einem, der gefüllt werden will und kann nach völligem Belieben, nach Lust und Laune. Hallo Abenteuer im Kleinen. Ich war immer ein Verfechter davon, dass das nicht nur im Urlaub gelingen darf, diese Leichtigkeit und Freiheit, sondern, dass sie rein muss ins ganz normale Leben. Gegen die Routine dem Urlaubssommerobst schlechthin, der Melone, verwegen neue Formen gegeben und andere …

(Anti)alcopops(icles) – Hauptsache Gurke

Es spricht vieles für die Gurke. Sie macht schlau und schlank. Entspannt wohl auch. Mich macht sie sehr entspannt, wenn sie in ein wenig Gin und Tonic schwimmt und leicht gegen Eiswürfel klirrt. Das geht auch gefroren. Habe ich ausprobiert. Und es geht auch ohne Gin und Tonic. Wenn es eher noch Mittag ist, ist diese Variante beispielsweise vorzuziehen. Schon ein leichtes Einstimmen auf den Abend. Gemäß der Definition von Glück von Harald Juhnke: „Nichts zu tun und leicht einen sitzen.“ Minze-Limone-Gurken-Popsicle [ohne Alkohol] 1 Gurke 60 Milliliter Agavensirup 80 Milliliter Zitronensaft 1 Handvoll Minze 120 Milliliter Wasser 2 kleine Gurken Die Gurke schälen und in den Mixer geben. Durch ein Sieb drücken. [Das Gurkenmus kann man mit pürierter Wassermelone für ein Gaszpacho verwenden.] Den Gurkensaft sollte ungefähr 60 Milliliter ergeben, um ihn dann mit der Zitrone, dem Agavensirup und dem Wasser so vermengen, dass es für einen selbst schmeckt. Ich habe etwas weniger Agavensirup verwendet. Die Minzblätter kleinschneiden und in die Mischung geben. In Eisformen füllen. Die kleinen Gurken schälen und in die Eisform geben. Ankühlen …

Szenenreifes Eis

Es gibt im Film „Pretty Woman“ eine Szene, in der Julia Roberts in einem Restaurant mit dem korrekten Essen von Weinbergschnecken so ihre Probleme hat und das mit „schlüpfrige kleine Scheißerchen“ kommentiert. Das könnte man auch über Mochi-Eis sagen. Nicht, dass das Essen desselbigen sonderlich schwer wäre. Durch den Teigmantel ist Eisessen wahrscheinlich sogar unfallfreier möglich. Aber das Zubereiten kommt dem kniggereifen Verspeisen einer glibbrigen Schnecke sehr nahe. Mochi-Eis [adaptiert von diesem Rezept / reicht für ungefähr 8 bis zehn kleine Eiskugeln] 50 Gramm Klebreismehl 100 Gramm Zucker 100 Milliliter Wasser reichlich (und ich meine wirklich reichlich) Speisestärke Mehl, Zucker und Wasser mit einem Schneebesen so verrühren, dass keine Klümpchen mehr da sind. Die Mischung unter ständigem Rühren aufkochen. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Herstellung von Brandteig. Nach einiger Zeit löst sich der Teig vom Topf und wird zu einer festen glasigen Masse. Vom Herd nehmen. In allen Rezepten hieß es, der Teig müsse heiß verarbeitet werden. Aufgrund von nicht funktionierendem Multitasking habe ich festgestellt, dass er auch sehr gut kalt bearbeitet werden kann. Das …

Vorherbesserwisser oder: Sushi muss man nicht grillen. Kann man aber

Max Frisch hat einmal auf die Frage, was er im Rückblick in seinem Leben anders gemacht hätte, gesagt, dass er im nachhinein sieht, dass er doch so vieles eigentlich früher gewusst habe und dann doch so lange gewartet hat. Mit der Architektur hätte er früher abschließen können, mit der ein oder anderen Frau ebenfalls. Ich weiß nicht, ob man es früher weiß. Im Rückblick vielleicht. In dem erscheint alles so viel klarer und offensichtlicher. „Hinterher haben es immer alle vorher gewusst“, habe ich einmal irgendwo gelesen und ich weiß nicht mehr wo, aber ich denke oft daran, wenn wieder einmal einer der ewigen Bedenkenträger, einer der nicht den Mut hat, überhaupt ein Risiko einzugehen, schlau daherredet oder jemand die 10 ultimativen Erfolgsformeln anpreist, nur weil bei ihm einmal etwas geklappt hat. Im Rückblick ist es so einfach. Mittendrin und davor ist es schwer und der Blick getrübt. Eine gewisse Blindheit gegenüber dem, was alles schiefgehen kann und keine Angst vor dem Scheitern selbst gehören dazu. Redet nur keiner darüber. Angst haben, es nicht genau wissen und trotzdem machen. …