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auf die französische Art

Französisch. Wenn etwas französisch ist, ist es nicht einfach nur französisch. Dann ist es elegant, es ist leicht, es hat das gewisse Etwas. Das bekommen nur wenige Nationen so hin. Das beste Kompliment beim Securitycheck am Flughafen ist es immer, wenn ich gefragt werde: "French"? Nein, bin ich nicht. Aber wenn ich mich wie eine kleide, ist alles gut. Französinnen können alles besser. Essen, Kinder erziehen, schlank bleiben, aussehen, sich anziehen, sprechen. Und das immer unangestrengt. Wo der Deutsche bemüht ist, ist die Französin entspannt. Zumindest ist es das, was man ihnen nachsagt und womit sich wohl gut Bücher verkaufen lassen. Unangestrengt gut aussehen.…

Gefahrenwarnung: Melone

"Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, sollte es mal mit Routine versuchen: Die ist tödlich." Paulo Coelho wird dieses schöne Zitat zugeschrieben. Jetzt ist aber Routine das, was den Alltag bestimmt. Im Urlaub ist das anders. Selbst ein fauler Strandurlaub ist ein Abenteuer, denn weit weg von zu Hause sind alle Routinen aufgebrochen. Es gibt keinen Lieblingsbäcker, bei dem man sich das morgendliche Croissant holen könnte, weil ich noch gar nicht herausgefunden habe, wo sich hier überhaupt der nächste Supermarkt befindet. Da ist auch kein fester Rhythmus, der mir vorgibt, wann ich wo zu sein habe und nur an den Rändern ein…

(Anti)alcopops(icles) – Hauptsache Gurke

Es spricht vieles für die Gurke. Sie macht schlau und schlank. Entspannt wohl auch. Mich macht sie sehr entspannt, wenn sie in ein wenig Gin und Tonic schwimmt und leicht gegen Eiswürfel klirrt. Das geht auch gefroren. Habe ich ausprobiert. Und es geht auch ohne Gin und Tonic. Wenn es eher noch Mittag ist, ist diese Variante beispielsweise vorzuziehen. Schon ein leichtes Einstimmen auf den Abend. Gemäß der Definition von Glück von Harald Juhnke: "Nichts zu tun und leicht einen sitzen." Minze-Limone-Gurken-Popsicle [ohne Alkohol] 1 Gurke 60 Milliliter Agavensirup 80 Milliliter Zitronensaft 1 Handvoll Minze 120 Milliliter Wasser 2 kleine…

Szenenreifes Eis

Es gibt im Film "Pretty Woman" eine Szene, in der Julia Roberts in einem Restaurant mit dem korrekten Essen von Weinbergschnecken so ihre Probleme hat und das mit "schlüpfrige kleine Scheißerchen" kommentiert. Das könnte man auch über Mochi-Eis sagen. Nicht, dass das Essen desselbigen sonderlich schwer wäre. Durch den Teigmantel ist Eisessen wahrscheinlich sogar unfallfreier möglich. Aber das Zubereiten kommt dem kniggereifen Verspeisen einer glibbrigen Schnecke sehr nahe. Mochi-Eis [adaptiert von diesem Rezept / reicht für ungefähr 8 bis zehn kleine Eiskugeln] 50 Gramm Klebreismehl 100 Gramm Zucker 100 Milliliter Wasser reichlich (und ich meine wirklich reichlich) Speisestärke Mehl, Zucker und Wasser…

Vorherbesserwisser oder: Sushi muss man nicht grillen. Kann man aber

Max Frisch hat einmal auf die Frage, was er im Rückblick in seinem Leben anders gemacht hätte, gesagt, dass er im nachhinein sieht, dass er doch so vieles eigentlich früher gewusst habe und dann doch so lange gewartet hat. Mit der Architektur hätte er früher abschließen können, mit der ein oder anderen Frau ebenfalls. Ich weiß nicht, ob man es früher weiß. Im Rückblick vielleicht. In dem erscheint alles so viel klarer und offensichtlicher. "Hinterher haben es immer alle vorher gewusst", habe ich einmal irgendwo gelesen und ich weiß nicht mehr wo, aber ich denke oft daran, wenn wieder einmal einer…

Mach Schaum, Baby

Ich hatte gesagt, dass man den Pekannusschaum auch weglassen kann. Ich hatte ja keine Ahnung. Kann man natürlich. Ich bin sehr gegen das müssen müssen. Aber sollte man nicht. Pekannnussschaum [aus diesem sensationellen Kochbuch] 100 Gramm Pekannusskerne 90 Milliliter Espresso 530 Gramm Sahne 75 Gramm brauner Rohrzucker Den Espresso erst zum Kochen bringen und dann um die Hälfte einkochen bei sehr starker Hitze. Schwenken, sonst riecht es verbrannt. Perkannnüsse, Sahne und den Zucker dazugeben und nochmals aufkochen. So fünf Minuten köcheln lassen, bis es eindickt. Über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag kurz eine halbe Stunde warm werden…

Neue Sicht auf Spargel: Gebeizt, mit Kerbel und Cashew

Ich gerate manches Mal ein wenig in Verlegenheit, wenn ich erklären soll, was ich mache. Weil das einiges ist. Aber eines eint und das habe ich jetzt als Überschrift in meine Unterlagen geschrieben: „For me, the biggest inspiration is to see things which other people don‘t see yet. To show things in the right moment.“ Neu sehen, anders sehen, genau hinsehen. Den missing link finden. Wer Spargel schon nicht mehr sehen kann, die Suppe schon über hat, der kann bitte neu hinsehen. Frisch für den Sommer, sehr lecker, bekannt, aber anders. Mit anderen Augen gesehen. Spargel reloaded [inspiriert von Cookionista]…

Rhabarbertarte en detaille

Ein Abend, der so schön war, dass er dort endet, wo alle guten und langen Abende enden: In der Küche. Gespräche über, worüber man immer spricht, wenn der Abend lang und schön war und in der Küche endet: Über den Glauben. (Manches Mal auch über Marxismus, wobei mir gerade einfällt, dass dies - und das mag alters- und berufsbedingt sein, mittlerweile weniger Gesprächsthema ist). Die Frage, wo man herkommt und warum man da ist und wie unglaublich diese ganze Sache überhaupt ist, ist für spezielle Zeiten und Orte reserviert und kann ja auch nicht jeden Tag Thema sein, wenn es Bilanzen…

Aus Prinzip anders: Tabouleh-Punk

Ich mag Punk. Nicht die Musik, die ist mir oft zu laut. Aber die Haltung. Dem "das macht man aber so und das gehört sich nicht" einfach ein Nein entgegenschleudern. Aus Prinzip. Ein Hoch auf unangepasstes Verhalten. Reine Leistungsverweigerung um seiner selbst Willen. Nicht funktioniern als Provokation. Ein einziges lautes "Ich muss überhaupt gar nichts." Vielleicht rührt meine Liebe zum Punk daher, dass ich oft das Gefühl hatte und habe nicht reinzupassen. Zu viele Fragen zu stellen, wo alle anderen doch kein Problem zu haben scheinen. Anders zu sein, nicht gemacht zu sein für vieles und immer wieder viel Kraft…

Maifrischer Bärlauch meets Scones

"Die größte Gefahr ist, dass man seine Naivität verliert" hat Libeskind in einem Interview gesagt. Ein schöner Satz, eine gute Lebensweisheit, die ich mir gleich aufschreiben musste. So passend kam sie gerade daher. Mir ist sie ein wenig abhanden gekommen die Naivität in letzter Zeit. Auf einmal war das was schief gehen könnte, was nicht so lief sehr viel präsenter, als das was möglich wäre, auch wenn es noch so unmöglich scheint. Aber jetzt ist der Mai da und der macht bekanntlich alles neu. Und er bringt den Bärlauch. Und wie naiv zu glauben, der würde nur für Pesto taugen.…

Nopi für zu Hause. In Form von Pekannuss.

Ich war einmal im Nopi essen. Das war ein geschäftlicher Anlass und die mag ich nicht immer, weil es ab und an anstrengend ist, weil nicht jedes Gespräch leicht ist und sich ergibt, sondern manches Mal hart erarbeitet werden muss, damit es nicht versiegt, was aber nie so aussehen darf. Und hunderttausend ungeschriebene Gesetze gleich dazu. Das war nur an dem Abend egal, weil das Essen im Nopi stattfand und ich meine Begeisterung darüber schwer verbergen konnte. Ich weiß nicht mehr, was wir genau gegessen haben, nur dass alles ganz fantastisch war und unerwartet. Ich habe immer noch ein Tahini-Eis…

An der Referenz von Kokos, Cashew und Sesam

Es braucht eine Referenz. Leberwurst vegan, Tofuwürstchen und was der Markt sonst noch bietet ist nur ein scheinbarer Widerspruch in sich. Ohne Referenzrahmen weiß keiner, was er sich einhandelt. Deshalb für den Rahmen: Ich habe vegane Raffaelos gemacht. Enstanden sind sie, weil ich bei akuten Schokoladengelüsten zu Löffel und Nutellaglas greife. Es stand aber auch Kokosmus und Cashewmus in der Nähe und ich wollte eine gesündere Alternative. Nach ein wenig experimentieren, sind dann diese Kokos-Cashew-Sesamkugeln entstanden, die geschmacklich denen, aus der Fernsehwerbung sehr nahe kommen, aber um Tonnen gesünder sind. 1/4 Tasse Cashewmus 1/2 Tasse Kokosmus 3 Esslöffel Kokosöl 1 Bourbonvanille…

schlechte Witze und heiße Hasen

Bei meinen guten Freunden habe ich mir über viele Jahre hinweg einen Titel hart erarbeitet. Ich werde die Königin des schlechten Witzes genannt. Deshalb und nur deshalb darf ich Sätze sagen wie: Warum sich einen Mann backen, wenn man sich auch einen Hasen kneten kann? Oder: Wer braucht schon hot cross buns, wenn er auch hot bunnies haben kann? Hot cross buns sind Englands Antwort auf den deutschen Hefezopf. Ich habe diese zwei Konzepte genommen und nachdem ich mal über diese kreative Herangehensweise der Schulbrotzubereitung gestolpert bin, diese gleich mit einbezogen und so sind sie entstanden: Die heißen Hasen. Hot bunnies [das Grundrezept stammt…

Neues von der Zitrone: Faul und eingelegt

Von Elisabeth Raether stammt diese allerbeste Definition von Wochenende: "Man wirft Freitagabend die Schuhe in die Ecke, und erst am Montagmorgen zieht man wieder eine richtige Hose an." Die geht einher mit einem Rezept für Zitronenbutterspaghetti, das ich mir sogleich ausgedruckt habe und probieren muss. Zitrone und Butter und Spaghetti erscheint mir nämlich nicht die naheliegendste und eine für mich neue Kombination und damit per se reizvoll. Der Reiz des Neuen ist für mich mindestens so stark wie der des Verbotenen. Novelty seeker nennt man solche Menschen und die Routine sowie das Bekannte sind ihr Feind. So lernte ich die eingelegten…

Ab heute wird alles anders

Es gibt einen Werbespot eines bekannten Sportartikelherstellers, indem ich mich wiedererkannt habe. "Es ist keine Schande nur einen halben Halbmarathon zu laufen", habe ich auch schon gedacht, flehend auf die Kilometerschilder geblickt und war überzeugt, dass hier ein Vermessungsfehler der Strecke vorliegen muss. Lächeln musste ich auch bei:"So Yoga. Jetzt ändere mal mein Leben." Bei diesem Gedanken habe ich mich auch des Öfteren schon erwischt. Ich kenne diese Anflüge nur zu gut. Ab jetzt wird alles anders. Morgen bin ich ein neuer Mensch. Vorsätze finde ich dabei immer wieder neue. Ich esse nur noch vegan und gesund. Keine Schokolade mehr. Ich…