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Mach Schaum, Baby

Ich hatte gesagt, dass man den Pekannusschaum auch weglassen kann. Ich hatte ja keine Ahnung. Kann man natürlich. Ich bin sehr gegen das müssen müssen. Aber sollte man nicht. Pekannnussschaum [aus diesem sensationellen Kochbuch] 100 Gramm Pekannusskerne 90 Milliliter Espresso 530 Gramm Sahne 75 Gramm brauner Rohrzucker Den Espresso erst zum Kochen bringen und dann um die Hälfte einkochen bei sehr starker Hitze. Schwenken, sonst riecht es verbrannt. Perkannnüsse, Sahne und den Zucker dazugeben und nochmals aufkochen. So fünf Minuten köcheln lassen, bis es eindickt. Über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag kurz eine halbe Stunde warm werden lassen, dann passieren. Die Nüsse werden nicht mehr benötigt, ich habe sie dann trotzdem für ein anderes Dessert genommen. So weichgekochte Nüsse finden immer Verwendung. Dann noch die Creme mit dem Mixer aufschlagen, bis sie Spitzen zieht und von der Konsistenz an  Mousse erinnert. Nicht überschlagen. Macht Schaum. Also sonst nicht. Das überlassen wir den Supermanagern, Wichtiguern und Oberverwaltern. Aber aus und mit Pekannüssen darf man nicht nur, man soll ordentlich Schaum schlagen.  

Neue Sicht auf Spargel: Gebeizt, mit Kerbel und Cashew

Ich gerate manches Mal ein wenig in Verlegenheit, wenn ich erklären soll, was ich mache. Weil das einiges ist. Aber eines eint und das habe ich jetzt als Überschrift in meine Unterlagen geschrieben: „For me, the biggest inspiration is to see things which other people don‘t see yet. To show things in the right moment.“ Neu sehen, anders sehen, genau hinsehen. Den missing link finden. Wer Spargel schon nicht mehr sehen kann, die Suppe schon über hat, der kann bitte neu hinsehen. Frisch für den Sommer, sehr lecker, bekannt, aber anders. Mit anderen Augen gesehen. Spargel reloaded [inspiriert von Cookionista] 250 Gramm grüner Spargel 250 Gramm weißer Spargel 1 Bund Kerbel 100 Gramm Cashewkerne 1 Esslöffel Zucker 1/2 Teelöffel Vanillezucker ½ Esslöffel Salz Zucker und Salz vermischen. Die Cashewkerne in einer Pfanne ohne Öl rösten. Abkühlen und grob hacken. Den Kerbel auch. Beim Spargel die Enden abschneiden. Schälen. Auch den grünen. Und in schmale, schräge Streifen schneiden. Die Salz-Zuckermischung darüber streuen und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen. Vor dem Auftischen den Kerbel und die Cashewkerne darüber …

Rhabarbertarte en detaille

Ein Abend, der so schön war, dass er dort endet, wo alle guten und langen Abende enden: In der Küche. Gespräche über, worüber man immer spricht, wenn der Abend lang und schön war und in der Küche endet: Über den Glauben. (Manches Mal auch über Marxismus, wobei mir gerade einfällt, dass dies – und das mag alters- und berufsbedingt sein, mittlerweile weniger Gesprächsthema ist). Die Frage, wo man herkommt und warum man da ist und wie unglaublich diese ganze Sache überhaupt ist, ist für spezielle Zeiten und Orte reserviert und kann ja auch nicht jeden Tag Thema sein, wenn es Bilanzen zu erstellen, Spülmaschinen auszuräumen, Doppelhaushälften abzubezahlen gilt. Aber es gibt sie doch immer wieder inmitten des ganzen geschäftig seins – die Momente des Staunens -, ob der Schönheit und der Größe dieser Welt und es ruckt sich etwas innerlich zurecht und vielleicht sogar wieder ein, wenn einem bewusst wird, dass man nur ein ganz, ganz kleiner Teil von etwas sehr, sehr Großem ist. Ungläubiges Staunen trifft mich immer wieder, wenn ich draußen bin. Wie schön, denke …

Aus Prinzip anders: Tabouleh-Punk

Ich mag Punk. Nicht die Musik, die ist mir oft zu laut. Aber die Haltung. Dem „das macht man aber so und das gehört sich nicht“ einfach ein Nein entgegenschleudern. Aus Prinzip. Ein Hoch auf unangepasstes Verhalten. Reine Leistungsverweigerung um seiner selbst Willen. Nicht funktioniern als Provokation. Ein einziges lautes „Ich muss überhaupt gar nichts.“ Vielleicht rührt meine Liebe zum Punk daher, dass ich oft das Gefühl hatte und habe nicht reinzupassen. Zu viele Fragen zu stellen, wo alle anderen doch kein Problem zu haben scheinen. Anders zu sein, nicht gemacht zu sein für vieles und immer wieder viel Kraft aufzuwenden, um passender zu werden. Manches Mal und manchmal immer öfter gelingt es mir das Gute daran zu sehen. Dass es einen Platz gibt für die immer währende Suche nach dem Sinn des Ganzen. Den inneren Irokesenschnitt mit Stolz zu tragen. Dass das was Kraft kostet, manchmal auch Stärke gibt. Mir die Welt passend zu  machen, anstatt mich der Welt anzupassen. Tabouleh macht man mit Couscous, Tomate, Petersilie und Gurke. Man kann aber auch den …

Maifrischer Bärlauch meets Scones

„Die größte Gefahr ist, dass man seine Naivität verliert“ hat Libeskind in einem Interview gesagt. Ein schöner Satz, eine gute Lebensweisheit, die ich mir gleich aufschreiben musste. So passend kam sie gerade daher. Mir ist sie ein wenig abhanden gekommen die Naivität in letzter Zeit. Auf einmal war das was schief gehen könnte, was nicht so lief sehr viel präsenter, als das was möglich wäre, auch wenn es noch so unmöglich scheint. Aber jetzt ist der Mai da und der macht bekanntlich alles neu. Und er bringt den Bärlauch. Und wie naiv zu glauben, der würde nur für Pesto taugen. Auch in Scones macht er sich vorzüglich. Schnell zusammengerührt und gebacken ist er zudem. Bärlauchscones [inspiriert von hier] 460 Gramm Dinkelmehl 1 Teelöffel Salz etwas Pfeffer 1 Päckchen Weinsteinbackpulver 125 Gramm kalte Butter 250 Milliliter Milch 1 Ei 1 Bund Bärlauch Mehl, Salz, Pfeffer und Backpulver vermischen. Den Bärlauch in Streifen schneiden. Das Ei und die Milch unter die trockenen Zutaten mischen. Kleine Buterstücke schnell unterrühren. Nur kurz verkneten, so dass alles lose zusammenhängt. Egal wie naiv, treat …

Nopi für zu Hause. In Form von Pekannuss.

Ich war einmal im Nopi essen. Das war ein geschäftlicher Anlass und die mag ich nicht immer, weil es ab und an anstrengend ist, weil nicht jedes Gespräch leicht ist und sich ergibt, sondern manches Mal hart erarbeitet werden muss, damit es nicht versiegt, was aber nie so aussehen darf. Und hunderttausend ungeschriebene Gesetze gleich dazu. Das war nur an dem Abend egal, weil das Essen im Nopi stattfand und ich meine Begeisterung darüber schwer verbergen konnte. Ich weiß nicht mehr, was wir genau gegessen haben, nur dass alles ganz fantastisch war und unerwartet. Ich habe immer noch ein Tahini-Eis im Kopf, von dem ich nicht genau sagen kann, was da noch drin war, nur dass es unglaublich geschmeckt hat und ich so etwas in der Art vorher noch nicht erlebt hatte. Ehrensache also, dass ich das Nopi-Kochbuch haben musste, wo ich doch auch alle anderen Kochbücher von Ottolenghi bereits besitze. Dann waren die Rezepte zum Nachkochen aber doch ein wenig zu ausgefallen, bis auf die Pekannussfinanciers. Pekannuss und Financiers, das klang gut, das klang nachvollziehbar, …

An der Referenz von Kokos, Cashew und Sesam

Es braucht eine Referenz. Leberwurst vegan, Tofuwürstchen und was der Markt sonst noch bietet ist nur ein scheinbarer Widerspruch in sich. Ohne Referenzrahmen weiß keiner, was er sich einhandelt. Deshalb für den Rahmen: Ich habe vegane Raffaelos gemacht. Enstanden sind sie, weil ich bei akuten Schokoladengelüsten zu Löffel und Nutellaglas greife. Es stand aber auch Kokosmus und Cashewmus in der Nähe und ich wollte eine gesündere Alternative. Nach ein wenig experimentieren, sind dann diese Kokos-Cashew-Sesamkugeln entstanden, die geschmacklich denen, aus der Fernsehwerbung sehr nahe kommen, aber um Tonnen gesünder sind. 1/4 Tasse Cashewmus 1/2 Tasse Kokosmus 3 Esslöffel Kokosöl 1 Bourbonvanille Kokosraspeln Das Cashewmus in einer Pfanne leicht erhitzen, so dass es flüßig wird. Kokosöl dazugeben und zum Schluss das Mus unterrühren. Vanille dazugeben. Sesam unterrühren für die Knusprigkeit. Abkühlen lassen, was ein paar Stunden dauern kann, um dann Kugeln zu formen und in Kokosraspeln zu wälzen. Fertig. Perfekt für mitternächtlichen Schokoladenhunger oder nachmittägliche Süßigkeitentiefs. Oder zum Frühstück als Belohnung dafür, dass man aufgestanden ist. Oder einfach so. Referenzlos. Unvergleichlich.

schlechte Witze und heiße Hasen

Bei meinen guten Freunden habe ich mir über viele Jahre hinweg einen Titel hart erarbeitet. Ich werde die Königin des schlechten Witzes genannt. Deshalb und nur deshalb darf ich Sätze sagen wie: Warum sich einen Mann backen, wenn man sich auch einen Hasen kneten kann? Oder: Wer braucht schon hot cross buns, wenn er auch hot bunnies haben kann? Hot cross buns sind Englands Antwort auf den deutschen Hefezopf. Ich habe diese zwei Konzepte genommen und nachdem ich mal über diese kreative Herangehensweise der Schulbrotzubereitung gestolpert bin, diese gleich mit einbezogen und so sind sie entstanden: Die heißen Hasen. Hot bunnies [das Grundrezept stammt von Jeanny] 300 Milliliter Vollmilch  50 Gramm Butter ca. 500-525g Mehl, am besten backstarkes Weizenmehl (Type 550) 1 Packung Trockenhefe (7g) 1 Prise Salz  1/2 Teelöffel Zimt 4 Esslöffel Zucker 1 Ei etwas grob gehackte Schokolade Für die Kreuze und Glasierung: 50 Gramm Mehl 1/2 Teelöffel Zucker 4-5 Esslöffel Wasser 3 Esslöffel Aprikosenkonfitüre Milch und Butter auf dem Herd kurz erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Sie soll allerdings nicht kochen. Vom Herd nehmen und handwarm abkühlen …

Neues von der Zitrone: Faul und eingelegt

Von Elisabeth Raether stammt diese allerbeste Definition von Wochenende: „Man wirft Freitagabend die Schuhe in die Ecke, und erst am Montagmorgen zieht man wieder eine richtige Hose an.“ Die geht einher mit einem Rezept für Zitronenbutterspaghetti, das ich mir sogleich ausgedruckt habe und probieren muss. Zitrone und Butter und Spaghetti erscheint mir nämlich nicht die naheliegendste und eine für mich neue Kombination und damit per se reizvoll. Der Reiz des Neuen ist für mich mindestens so stark wie der des Verbotenen. Novelty seeker nennt man solche Menschen und die Routine sowie das Bekannte sind ihr Feind. So lernte ich die eingelegten Zitronen kennen. Durch das Einlegen verlieren sie ihren sauren Geschmack und werden sehr milde, sehr intensiv. Muss ich selbst ausprobieren, dachte ich mir, was ich auch tat und dann standen sie da so eine Weile im Kühlschrank herum, weil ich vorher nicht präzise darüber nachgedacht hatte, wofür ich die gebrauchen könnte. In der marokkanischen Küche verwendet man sie für Tajine, aber so einen Topf hatte ich nicht und keine Muße fürs Geschnipple, denn es war ein …

Ab heute wird alles anders

Es gibt einen Werbespot eines bekannten Sportartikelherstellers, indem ich mich wiedererkannt habe. „Es ist keine Schande nur einen halben Halbmarathon zu laufen“, habe ich auch schon gedacht, flehend auf die Kilometerschilder geblickt und war überzeugt, dass hier ein Vermessungsfehler der Strecke vorliegen muss. Lächeln musste ich auch bei:“So Yoga. Jetzt ändere mal mein Leben.“ Bei diesem Gedanken habe ich mich auch des Öfteren schon erwischt. Ich kenne diese Anflüge nur zu gut. Ab jetzt wird alles anders. Morgen bin ich ein neuer Mensch. Vorsätze finde ich dabei immer wieder neue. Ich esse nur noch vegan und gesund. Keine Schokolade mehr. Ich stehe jeden Morgen um fünf Uhr auf und laufe meine 10 Kilometer. Ab jetzt jeden Abend eine Yogasequenz vor dem Einschlafen. Das hält dann meist so vier Tage im Schnitt. So viel zum veränderten Leben. Umso erstaunlicher, dass mich die goldenen Milch schon seit fast acht Wochen begleitet. Entdeckt hatte ich sie bei der Raumfee, wiederentdeckt bei 1akitchen sogar mit Video, wurde beim geliebten Fräulein nochmals daran erinnert und sicherlich sonst noch irgendwo in den guten Ecken …

Das Beste aus beiden Welten

„Best of breed“ nennt man im Softwarebereich die Philosophie, sich die besten Lösungsteile für jeden Anwendungsbereich zusammenzustellen. Nicht immer ist nämlich eine Lösung für jede Situation auch geeignet. Feine Sache. Und wie so oft im Leben begegnet man dieser Problematik auch in anderen Bereichen. Der Küche beispielsweise. Habe ich Lust auf Käsekuchen? Oder Schokoladenkuchen? Vielleicht im Gedenken an ihn? Was wäre besser und passend für einen Mittwoch Nachmittag? Wer sich nicht entscheiden kann, macht einfach beides. Zusammen. „Two in one“ ist das „best of breed“ der Kosmetikindustrie plus das Aufgreifen des Trends nach mehr Effizienz und Zeitgewinn. Shampoo und Spülung in einem, Duschgel und Bodylotion aus einer Flasche. Was Schönheitsmittel können, kann auch Kuchen. Käseschokoladenkuchen [hier gesehen und leicht abgewandelt] 125 Gramm weiche Butter 125 Gramm Zucker 2 Eier 1 Bourbonvanille 175 Gramm Mehl 1 Teelöffel Backpulver 80 Mililiter Sahne 75 Gramm Schokolade 3 Esslöffel Kakao 300 Gramm Frischkäse 80 Gramm Zucker 1 Esslöffel Speisestärke 2 Eier Butter und Zucker schaumig schlagen. Derweil die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen. Den Ofen auf 150 Grad vorheizen. Eine Gugelhupfform buttern, was man eben so …

Auf der Suche nach dem gewissen Etwas: Magisches Brot

I ch gebe ab und an mit Freunden Essen. Das kam zu mir wie alle guten Dinge im Leben. Ich hatte Lust, eines kam zum anderen und auf einmal war ich Teil von etwas sehr, sehr Schönem und was einst Traum war, jetzt wahr. Ich wurde mal gefragt, wie so etwas funktioniert. Das fand ich eine gute Frage. Die stelle ich mir selbst oft. Was macht ein Produkt gut? Was einen Ort so besonders? Warum habe ich nach dem Gespräch mit diesem Menschen ein so gutes Gefühl? Warum bei anderen nicht? Was macht es aus? Ein wenig Magie ist immer dabei. Aber es hängt auch viel von der richtigen Zusammenstellung ab. Die Mischung macht es. Im Falle der Essen machen es die Menschen aus, die zum richtigen Zeitpunkt aufeinander treffen. Wenn jeder dann das, was er gut kann, einbringt, entsteht etwas das größer ist als der eigene kleine Beitrag. Das Brot, das ich für das letzte Essen gebacken habe, hat auch ein gewisses Etwas. Ich wollte eigentlich Pumpernickel selbst backen. Dieses Brot, das alles anders …

Künstliche Eisberge – natürliche Eiskulinarik

Ich zähle mich nur sehr bedingt zur Fraktion der Wintersportler. Sehr bedingt. Aber dass es am Schnee mangelt, habe auch ich mitbekommen. Tangiert mich im Alltag wenig. Ich habe mich dennoch der Situation angenommen und dafür Eisberge zum Nachtisch gemacht. Wenn das Eis nicht auf den Berg kommt, muss der Berg zum Eis kommen. Oder so. Ich habe quasi die Skikanone in der Küche angeworfen. Und weil die Technik, die Natur nicht ganz in der Hand hat und es möglichst lebensecht sein sollte, sind kleine grüne Sprenkel in Form von Thymian auch dabei und markieren so im Dessert die Stellen, wo es der Kunstschnee nicht hingeschafft hat. Stimmt nicht. Ich mag einfach Thymian sehr und der musste untergebracht werden. Eisberge Baiser 2 Eiweiße 100 Gramm feiner Zucker 1 Prise Salz einige Tropfen Zitronensaft Eis entweder einfach gekauftes Sahneeis nehmen, dann wird es weißer oder selbst machen. Hierzu muss ich sagen, dass das weiße Schokolade-Thymian-Eis fantastisch schmeckt, allerdings farblich ein wenig ins Gelbliche abrutscht und damit die Gesamt-Eisbergoptik abschwächt. Da muss man sich entscheiden. Man kann nicht alles haben …

Let there be toast

Es gibt die Klassiker. Das Baguette. Es gibt die Exoten. Das Rote-Beete-Walnuss-Brot mit Quinoa. Und es gibt die, die man besser nicht erwähnt. Unscheinbar. Langweilig. Weißes Toastbrot gehört in diese Kategorie. Verschmäht. Nicht so bei den Engländern. Die zelebrieren es elegant zum High Tea oder aber auch weniger elegant, aber in der von mir präferierten Variante, gefüllt mit Chips. Kohlenhydrate Fukushima nenne ich das und es gibt Tage, da gibt es nichts Besseres. Die Kunst im Leben besteht darin das Besondere im Alltäglichen zu finden. „Let there be cake“ ist keine große Sache. Es sich am Wochenende gut gehen zu lassen, sich am Geburtstag selbst zu feiern stellt kein Problem dar. Aber Champagner am Montagabend, ein Festmahl am Mittwoch, sich einfach dafür belohnen, dass man einen Tag geschafft hat und ganz ordentlich durchgekommen ist, darauf kommt man eher selten. Meine Theorie ist, dass wenn man am Freitag Abend etwas Schönes macht statt einfach nur auf der Couch einzuschlafen, einem das Wochenende gleich viel länger vorkommt. Und übertragen auf den Rest der Woche lässt sich so jeder Tag …

Let it snow, let it snow, let it snow

Für mich soll es rote Rosen regnen, sang die Knef. Zur Weihnachtszeit adaptiert: Für Dich soll es Rosenblätter schneien. Hier ein Keks. Zum Advent verschenke ich Rosenblütenwolkenkekse. Warum? Weil diese Wortkreation so schön ist. Weil die Kekse selbst so schön sind mit ihren Rosenblättersprenkeln und schwarzen Sesamtupfern. Weil sie außergewöhnlich sind. Nicht zu süß, nicht zu salzig. Und mit ihrer Besonderheit dem anderen verraten, dass ich ihn auch für etwa Besonderes halte. Weil sie schnell und einfach gemacht sind. Der Advent ist so kurz, Zeit so kostbar. Diese Kekse lassen sich in den Alltag reinschieben. Man kann den Teig an einem Abend zubereiten, die erste Fuhre erst am nächsten Tag und die nächste am Tag darauf backen. Weil selbstgemachte Kekse zum Tee passen, zum Frühstück, zum nur so zwischendurch, um sich selbst zu belohnen, zu später Stunde, wenn man eigentlich nichts mehr essen sollte, aber gerade so Lust hat auf irgendetwas Kleine. Weil Rosenblütenwolkenkeke so klein sind, dass sie in eine kleine Pergamenttüte passen. Damit bringen sie den anderen nicht in die Verlegenheit, dass er auch …