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An der Referenz von Kokos, Cashew und Sesam

Es braucht eine Referenz. Leberwurst vegan, Tofuwürstchen und was der Markt sonst noch bietet ist nur ein scheinbarer Widerspruch in sich. Ohne Referenzrahmen weiß keiner, was er sich einhandelt. Deshalb für den Rahmen: Ich habe vegane Raffaelos gemacht. Enstanden sind sie, weil ich bei akuten Schokoladengelüsten zu Löffel und Nutellaglas greife. Es stand aber auch Kokosmus und Cashewmus in der Nähe und ich wollte eine gesündere Alternative. Nach ein wenig experimentieren, sind dann diese Kokos-Cashew-Sesamkugeln entstanden, die geschmacklich denen, aus der Fernsehwerbung sehr nahe kommen, aber um Tonnen gesünder sind. 1/4 Tasse Cashewmus 1/2 Tasse Kokosmus 3 Esslöffel Kokosöl 1 Bourbonvanille…

schlechte Witze und heiße Hasen

Bei meinen guten Freunden habe ich mir über viele Jahre hinweg einen Titel hart erarbeitet. Ich werde die Königin des schlechten Witzes genannt. Deshalb und nur deshalb darf ich Sätze sagen wie: Warum sich einen Mann backen, wenn man sich auch einen Hasen kneten kann? Oder: Wer braucht schon hot cross buns, wenn er auch hot bunnies haben kann? Hot cross buns sind Englands Antwort auf den deutschen Hefezopf. Ich habe diese zwei Konzepte genommen und nachdem ich mal über diese kreative Herangehensweise der Schulbrotzubereitung gestolpert bin, diese gleich mit einbezogen und so sind sie entstanden: Die heißen Hasen. Hot bunnies [das Grundrezept stammt…

Neues von der Zitrone: Faul und eingelegt

Von Elisabeth Raether stammt diese allerbeste Definition von Wochenende: "Man wirft Freitagabend die Schuhe in die Ecke, und erst am Montagmorgen zieht man wieder eine richtige Hose an." Die geht einher mit einem Rezept für Zitronenbutterspaghetti, das ich mir sogleich ausgedruckt habe und probieren muss. Zitrone und Butter und Spaghetti erscheint mir nämlich nicht die naheliegendste und eine für mich neue Kombination und damit per se reizvoll. Der Reiz des Neuen ist für mich mindestens so stark wie der des Verbotenen. Novelty seeker nennt man solche Menschen und die Routine sowie das Bekannte sind ihr Feind. So lernte ich die eingelegten…

Ab heute wird alles anders

Es gibt einen Werbespot eines bekannten Sportartikelherstellers, indem ich mich wiedererkannt habe. "Es ist keine Schande nur einen halben Halbmarathon zu laufen", habe ich auch schon gedacht, flehend auf die Kilometerschilder geblickt und war überzeugt, dass hier ein Vermessungsfehler der Strecke vorliegen muss. Lächeln musste ich auch bei:"So Yoga. Jetzt ändere mal mein Leben." Bei diesem Gedanken habe ich mich auch des Öfteren schon erwischt. Ich kenne diese Anflüge nur zu gut. Ab jetzt wird alles anders. Morgen bin ich ein neuer Mensch. Vorsätze finde ich dabei immer wieder neue. Ich esse nur noch vegan und gesund. Keine Schokolade mehr. Ich…

Das Beste aus beiden Welten

"Best of breed" nennt man im Softwarebereich die Philosophie, sich die besten Lösungsteile für jeden Anwendungsbereich zusammenzustellen. Nicht immer ist nämlich eine Lösung für jede Situation auch geeignet. Feine Sache. Und wie so oft im Leben begegnet man dieser Problematik auch in anderen Bereichen. Der Küche beispielsweise. Habe ich Lust auf Käsekuchen? Oder Schokoladenkuchen? Vielleicht im Gedenken an ihn? Was wäre besser und passend für einen Mittwoch Nachmittag? Wer sich nicht entscheiden kann, macht einfach beides. Zusammen. "Two in one" ist das "best of breed" der Kosmetikindustrie plus das Aufgreifen des Trends nach mehr Effizienz und Zeitgewinn. Shampoo und Spülung in…

Auf der Suche nach dem gewissen Etwas: Magisches Brot

I ch gebe ab und an mit Freunden Essen. Das kam zu mir wie alle guten Dinge im Leben. Ich hatte Lust, eines kam zum anderen und auf einmal war ich Teil von etwas sehr, sehr Schönem und was einst Traum war, jetzt wahr. Ich wurde mal gefragt, wie so etwas funktioniert. Das fand ich eine gute Frage. Die stelle ich mir selbst oft. Was macht ein Produkt gut? Was einen Ort so besonders? Warum habe ich nach dem Gespräch mit diesem Menschen ein so gutes Gefühl? Warum bei anderen nicht? Was macht es aus? Ein wenig Magie ist immer…

Künstliche Eisberge – natürliche Eiskulinarik

Ich zähle mich nur sehr bedingt zur Fraktion der Wintersportler. Sehr bedingt. Aber dass es am Schnee mangelt, habe auch ich mitbekommen. Tangiert mich im Alltag wenig. Ich habe mich dennoch der Situation angenommen und dafür Eisberge zum Nachtisch gemacht. Wenn das Eis nicht auf den Berg kommt, muss der Berg zum Eis kommen. Oder so. Ich habe quasi die Skikanone in der Küche angeworfen. Und weil die Technik, die Natur nicht ganz in der Hand hat und es möglichst lebensecht sein sollte, sind kleine grüne Sprenkel in Form von Thymian auch dabei und markieren so im Dessert die Stellen, wo…

Let there be toast

Es gibt die Klassiker. Das Baguette. Es gibt die Exoten. Das Rote-Beete-Walnuss-Brot mit Quinoa. Und es gibt die, die man besser nicht erwähnt. Unscheinbar. Langweilig. Weißes Toastbrot gehört in diese Kategorie. Verschmäht. Nicht so bei den Engländern. Die zelebrieren es elegant zum High Tea oder aber auch weniger elegant, aber in der von mir präferierten Variante, gefüllt mit Chips. Kohlenhydrate Fukushima nenne ich das und es gibt Tage, da gibt es nichts Besseres. Die Kunst im Leben besteht darin das Besondere im Alltäglichen zu finden. „Let there be cake“ ist keine große Sache. Es sich am Wochenende gut gehen zu…

Let it snow, let it snow, let it snow

Für mich soll es rote Rosen regnen, sang die Knef. Zur Weihnachtszeit adaptiert: Für Dich soll es Rosenblätter schneien. Hier ein Keks. Zum Advent verschenke ich Rosenblütenwolkenkekse. Warum? Weil diese Wortkreation so schön ist. Weil die Kekse selbst so schön sind mit ihren Rosenblättersprenkeln und schwarzen Sesamtupfern. Weil sie außergewöhnlich sind. Nicht zu süß, nicht zu salzig. Und mit ihrer Besonderheit dem anderen verraten, dass ich ihn auch für etwa Besonderes halte. Weil sie schnell und einfach gemacht sind. Der Advent ist so kurz, Zeit so kostbar. Diese Kekse lassen sich in den Alltag reinschieben. Man kann den Teig an einem…

Bitte bleib noch

Wenn man Liebeskummer hat, ist man sowieso schon in einem äußerst angreifbaren Zustand. Das mag erklären, dass einem nichts, aber auch gar nichts mehr peinlich ist. Wer leidet, dem empfehle ich Jaques Brel. Dem kann man in nüchternem Zustand kaum zuhören, aber wenn das Herz schmerzt oder der Kopf durch zu viel Wein benebelt ist, dann gibt es niemandem, der einen besser versteht als er. Er weiß was Leiden ist. Ne me quitte pas, verlass mich nicht, das muss man überhaupt erst einmal über die Lippen bringen und er singt es mit aller darin zu Grunde liegenden Verzweiflung. Ne me quitte pas. Die…

Die Welt zu Gast bei Freunden oder: Ein Integrationskuchen

Geht eigentlich auch jemand gegen die Amerikanisierung des Abendlandes auf die Straße? Mir kam der Gedanke, weil Halloween näherrückt. Dieser Tag, der heute so selbstverständlich erscheint, den aber zu meiner Kindheit kaum ein Mensch kannte oder bestenfalls nur aus amerikanischen Serien im Fernsehen. Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal etwas hilflos einem Kind gegenüberstand, dass mich mit den Worten "Süßes oder Saures" fordernd ansah und dem schwer beizubringen war, dass ich wirklich nichts anbieten konnte, weil ich gerade auf den Trend der zuckerfreien Ernährung aufgesprungen war. Dass der auch aus diesem Land von über dem großen Teich kam, stieß dabei…

Ein Hauch Karibik in Fürstenfeldbruck

Ich bin meist zufrieden mit dem was ich habe und wie es ist. An Dankbarkeit mangelt es mir nicht. Aber manchmal, wenn es jetzt dunkel wird und kalt, dann sehne ich mich ein wenig. Nach Wärme, nach dem Sommer, der so schön war und denke mir, wie schön warmer Sand zwischen den Zehen wäre statt mit dicken Schuhen an den Füßen in Regenpfützen zu stehen. Ich sehne mich nach ein wenig Exotik statt Steckrüben und Kohl. Nicht jeden Tag, nur ab und an. Ein wenig. Das merke ich, weil ich tatsächlich am Duftbaum Kokos im Auto eines Helfers schnuppere und die…

Sehnsucht, Wohlstand und eine Scheibe Brot

Toast Hawaii war in den 50er Jahren in Deutschland der Hit. Heute ein wenig in Vergessenheit geraten. Ebenso wie der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod, dem wir diese Kreation zu verdanken haben. „Wilmenrod bündelte auf wenigen Quadratzentimetern Weizenbrot die Sehnsüchte einer ganzen Epoche: Die verschwenderische Kombination aus Schinken und Käse demonstrierte den neu gewonnenen Wohlstand, Ananas und Cocktailkirschen drückten die Sehnsucht nach der weiten Welt aus, “ schreibt Gudrun Rothaug in ihrem Buch mit dem herrlichen Titel "Vom Toast Hawaii zum Döner: Essen in Deutschland". Und wieder bin ich um eine Erkenntnisse reicher, von der man nie weiß, wann man die mal gebrauchen…

Anlauf für den besten Absprung in den Herbst

Max Frisch wurde in einem Interview einmal gefragt, was ihm im Rückblick auf sein Leben aufgefallen ist, nicht was er anders machen würde, einfach was ihn ihn im Resümieren wundert. Er zögert lange und antwortet schließlich, dass er feststellt, dass er so vieles doch schon früher gewusst hat und es dann doch so lange gebraucht hat, bis er handelte. Der Arbeitsplatz, den er früher hätte verlassen, die Ehe, die er zeitiger beenden hätte können. Nichts liegt mir ferner als dem zu widersprechen, den ich so verehre. Aber vielleicht, so kam mir der Gedanke, unterschätzt er die Bedeutung des Anlaufs. Ich…

Erst kreist es. Dann landet es in der Gosse. Aber immerhin gibt es Kuchen.

Manchmal kreisen meine Gedanken. Wobei kreisen es eigentlich nicht treffend beschreibt. Denn sie kreisen nicht, sondern drehen sich erst, dann stürzen sie sich, und mich gleich mit, zielsicher in den Abgrund. Die Sache ist höchst irrational, das weiß ich selbst, aber es gibt Situationen, die eine Gedankenkette auslösen, die dann kein Halten mehr kennt. Eine Präsentation vor Kunden ist nicht gelaufen wie geplant, ich habe vergessen irgendwelche Budgetzahlen zu liefern, die zündende Idee lässt auf sich warten, eine Verhandlung endete nicht optimal. Dinge, die eben so passieren im Leben. In dummen Momenten entwickelt sich daraus eine vollkommen schlüssig scheinende Abfolge…