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Lieblingssitzplatz

Mein Wohnzimmer. Was natürlich daran liegt, dass es praktisch am Ende meiner Straße liegt. Aber auch daran, dass ein Argument sich für die Wohnung zu entscheiden war, dass sie ganz nahe beim Kloster liegt. Denn das ist ein guter Ort. Wie ein Wohnzimmer eben. Es ist unkompliziert, da ist immer jemand den man kennt. Man kann reden, muss aber nicht. Man kann auch einfach nur draußen in der Sonne sitzen, eine Stunde mit seinem Espresso verweilen. Das hört sich so leicht an, aber geht nicht überall. Einfach dasitzend dürfen und einen Espresso trinken und lesen ist sogar eher die Seltenheit. Meist muss man reden oder auf jemanden warten, etwas essen, auf jeden Fall geschäftig sein. Im Kloster nicht. Da kann man einfach sitzen. Nur sitzen. Im schönsten Wohnzimmer Münchens eben. Zum Kloster Preysingstrasse 77 Montag bis Samstag: 10 bis 1 Uhr Sonntags 12 bis 1 Uhr

biennalös

Jeder Pavillon ist anders und das ist vielleicht das spannende. Das es nicht nur Kunst ist und eine Ausstellung, sondern zu sehen, was die Länder daraus gemacht haben. Da sind die Briten so fröhlich und die Deutschen eben sehr nachdenklich und immer politisch korrekt. Wie ein Märchenland, wie eine kleine Weltreise. Eine Überraschung um jede Ecke. Wer hätte die Rettung des Nordpols als Thema der Bahamas vermutet? Es hallt noch so lange nach.

Venedig

Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Zuviel. Das erste Mal Venedig und die ersten Stunde in dieser Stadt waren zu viel. Zu viel Hitze, zu viel Lärm, zu viele Amerikaner und Japaner, zu viele Hochzeitsreisende am vermeintlichen Ziel ihrer Träume, zu viele venezianische Maskenstände und Restaurants die mit Fotos ihrer Speisen werben. Zu viel. Und zu unwirklich. Aber mit jeder Gasse, jeder Brücke und jedem Schritt, kam ich dieser Stadt näher und desto mehr wurden wir Freunde. Und dann kam Rizzo. Eine kleine Bar an irgendeiner Brücke an irgendeinem Kanal. Alles schon ruhiger und unendlich schöne Menschen mit unendlich brauner, so brauner Haut sitzen auf der Bank davor, auf den Treppen und am Kanal. In der Hand ein Glas Wein und einen Teller mit Tapas. Die dort Cicchetti heißen und wunderbar waren. Auf einmal war es nicht mehr zu viel. Ich konnte gar nicht mehr genug bekommen und wollte nicht mehr aufhören zu sehen. Sehen, wie sie das Balzen und Gestikulieren und Stolzieren beherrschen. Kleine Kinder, die schon im zarten Alter von vier …

Schönes in München

So vieles richtig gemacht: Weiß geflieste Wände, Bertoia-Chairs mit alten Schulstühlen gemischt, große Holztische zum Tafeln, Baguette und Brot in Körben an der Wand, lässiger Industriechick, die schönen Salz- und Pfeffermühlen, der Kaffee mit dickem Milchschaum und Muster, die Saftschorle in kleinen Milchflaschen und ein French Toast, der sich sehen lassen kann. Kein entspannter Wohlfühl-, sondern eher ein gesehen-werden-Ort. Aber da muss man ja nicht mitmachen und kann sich ganz auf das Frühstück konzentrieren. Oder auf das Steak am Abend. Den das soll wirklich auch sehr gut sein. theresa Theresienstraße 29 80333 München werktags ab 11:00 uhr samstags, sonntags, feiertags ab 9:00 uhr

Lieblingsort

Drei Tage raus. In etwas weniger als drei Stunden in einer anderen Welt. Am liebsten Ort über den Alpen. Der Fußboden im Frühstücksraum knarzt so herrlich, der Cappucino wird in der Tasse mit Hotelwappen serviert, im Park ist der Lärm der Stadt so fern. Es plätschert so vor sich hin. Ankommen, in gestärkten Bettlaken bei offenem Fenster kurz ausruhen. Nicht nur die Dienstuniformen der Hausmädchen, so vieles erinnert hier an einem Thomas-Mann-Roman. Wäre Bozen nicht so schön, würde ich die drei Tage im Hotel verbringen.

seelig

Keine Gedanken machen. Einfach sein. Das geht an manchen Orten besser als an anderen. Weil sie auch eine Seele haben. Das Cafe Pini ist so einer. Einer mit Seele. Unscheinbar von außen. Auch innen nicht spektakulär. Außer auf seine so unkomplizierte Art und Weise. Da strengt sich einer nicht an zu gefallen und das Resultat ist ein heimeliger Ort, irgenwie seelenruhig und in sich ruhend, leckere Paninis, guter Kaffee, viele Zeitschriften, ordentlich etwas zu sehen und für alle von auswärts (ja, so heißt das hier) gibt es über dem Cafe noch eine Pension. Café Pini Bibite Panini Giornali Klenzestraße 45 Mo bis Fr: 8 bis 22 Uhr Sa: 9 bis 22 Uhr So: 9 bis 19 Uhr

das Marais in München

Es gibt Cafes, die sind genau so, wie ich sie machen würde, wenn ich dann doch mal selbst eines eröffnen sollte. Marais ist so eines.  Die Süddeutsche nannte es, einen Ort, zu schön, um wahr zu sein. Benannt ist es nach einem der schönsten Pariser Stadtviertel, das Inventar stammt den 20er Jahren und wurde von einem ehemaligen Textil-Warenhaus übernommen. Der Kuchen ist sensationell, der Kaffee sehr gut und dazwischen lässt sich zwischen Antiquitäten, Möbel, Schmuck und Kindersachen stöbern. Marais Parkstrasse 2 80339 München Dienstag bis Samstag   8.00 – 20.00 Sonntag 10.00 – 18.00

Potsdam-Tipp

Ein Cafe in Potsdam, in dem es nur Käsekuchen gibt. Blaubeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Karamel oder Florentiner. Wir haben nicht alle probiert, aber zwei. Der Kaffee konnte sich auch sehen lassen.

Verkannte Stadt

„Potsdam, was brauchen wir, um glücklich zu sein.“ Hat Friedrich, der Große wohl gesagt. Außer Potsdam bedarf es nichts. Zum ersten Mal dort gewesen und so verliebt in diese Stadt. Eine schön sanierte Altbauwohnung reiht sich an die andere. Im holländischen Viertel von süßen Läden in Klinkerbau zum anderen gelaufen. Schöne Märkte und studentisches Flair. Ein Park, der vor lauter Grün nur so strotzt.

Alternde Schönheit Meran

Meran ist keine Stadt. Meran ist ein Gefühl. Diese Stadt katapultiert mich direkt in einen Thomas-Mann-Roman. Das alte Kur-und Seebad ist zu spüren. All die herrschaftlichen Häuser, die vielen Promenaden. Die vielen, kleinen Zeichen, dass die besten Zeiten bereits vergangen sind. Als wäre die Stadt einfach vergessen worden. Ein Paradies für Liebhaber verlassener Orte. Meran ist wie eine sitzengelassene Liebe, die noch voller Würde altert, sich bewusst ist, dass ihre besten Tage vorbei sind, die sich aber noch ihren Stolz bewahrt hat. In der Tram-Bahn am Morgen sehe ich manchmal eine alten Dame begegnet. Sehr elegant gekleidet. Sie muss umwerfend schön gewesen sein in ihrer Jugend. Diese Würde und diesen Stolz umgibt sie immer noch. Meran ist ebenso. Eine Schönheit, der anderen Art und der ich mich kaum entziehen kann.