nicht gesucht und doch gefunden

248Ich weiß nicht, ob ich an Schicksal glaube. Das ist ein großes Wort. Aber ich glaube daran, dass einen die richtigen Dinge schon finden. Hart dafür arbeiten, groß denken und träumen, aber dann auch gut sein lassen, denn sonst wird es verbissen und das macht nie Spaß und darf keine Grundlage sein. Für gar nichts im Leben.

Die Kunst des Feldspiels hat mich gefunden. Auf ganz wunderbare Weise. Und ich glaube, das musste so sein. Es war quasi Schicksal.

Nora hatte davon geschrieben, so viele, die ich mag, mochten es. Ich wusste, dass es um Baseball geht und das lies mich an den Sportreporter von Richard Ford denken. Eines der Bücher, das ich in so guter Erinnerung habe, weil sich die Geschichte so langsam ins Herz schleicht, im Kopf einnistet und es um das Leben geht. Das Leben im Großen und wie es so langsam dahinzieht, während man noch auf den großen Moment wartet, an dem es jetzt endlich losgeht.

Auf jeden Fall waren die Vorzeichen gut und ich wollte es mir auch kaufen und hatte es immer mal wieder in der Hand, aber dann hat es irgendwie nicht gepasst oder etwas anderes gefiel mir doch gerade besser.

Und dann war es auf einmal Sommer und vor mir liegen vier Wochen, auf die ich mich so gefreut hatte, vor denen ich aber auch Angst hatte, weil so alleine mit so viel Zeit, das könnte auch lähmen, dachte ich mir, weil die Struktur von außen auch immer einen Rahmen gibt und ich es doch wuselig mag. Und so saß ich da am ersten Tag meiner Sommerferien, ein wenig überfordert von den vielen Möglichkeiten und dem Übermaß an Zeit, die sonst immer fehlt. Einen Espresso trinken gehen, einen Käsekuchen dazu im Lieblingscafe um die Ecke, kann nicht schaden, dachte ich. So als Anfang. Und kurz am Briefkasten vorbei. Da lag ein Umschlag mit einer Karte drin und diesem Buch. Und dann war da ganz kurz dieser Kloß im Hals, wie ich ihn immer habe, wenn es zu viel des Guten ist oder des Traurigen oder irgendwas, auf jeden Fall zu viel Gefühl und überwältigt. Überwältigt und gerührt von den Worten und der Fernwärme. Und wegen des Timings.
Weil es jetzt gut war. Jetzt hatte ich ein Buch und damit etwas zum Festhalten.

„Die Kunst des Feldspiels“ war mein Einstieg in diesen Sommer und alleine dafür liebe ich es. Weil es ein Festlesen war statt der sonst paar gestohlenen Seiten, die man dem Alltag abringt, in der S-Bahn oder kurz vor dem Einschlafen. Es war ein morgens anfangen zu lesen und erst wieder aufhören, wenn es leicht im Magen zieht und knurrt und mir einfällt, dass es ja auch noch andere gute und wichtige Dinge gibt. Essen zum Beispiel.

Und dann liebe ich es wegen der Geschichte. Es geht um Collegeleben und eine Schulmannschaft und Baseball und gleichzeitig um so viel mehr. Es geht um das Leben, um Erfolg, um Ehrgeiz und Entscheidungen und Spiel und darum, dass sich die Dinge irgendwie schon immer finden.
So wie mich dieses Buch.
Dankbar. Nicht nur dafür.

6 Comments
  1. Pfauenmädchen

    5. August 20:45

    Ja, ich liebe es auch, dieses Buch. Genauso wie den Sommer und die Ferien und dein Blog. Gleich krame ich es noch hervor aus den Bücherregaltiefen und lese es nochmals. Hab Dank für die Inspiration und hab wundervolle, entspannte Tage.

    Alles liebe,
    Kristina ♡

  2. eni

    5. August 21:47

    das hört sich so wunderbar an!
    genau vor einem jahr hatte ich auch ein buch im briefkasten liegen.
    „transAmerika“ – von tom mcnab.
    ein buch übers laufen. über einen lauf quer durch amerika.
    und vielleicht auch über den lauf des lebens. ich hab es mit in den sommer genommen. in den sommer am großen fluss. hab es gelesen, so wie du. mich festgelesen. und es geliebt. das tue ich immernoch.
    weil es soviel mehr ist als eine geschichte übers laufen. weil es, so wie dein buch, zeigt – das dinge sich finden. das man entscheidungen treffen muss und manchmal auch kämpfen. und lassen.

    ja, ich glaube die dinge finden uns. immer. genau zur rechten zeit.
    weil sie gebraucht werden. genau dann.

    hab einen großen sommer!!!

    liebgruss
    eni

  3. lisa

    5. August 22:44

    Dieses buch lese ich auch gerade und ich mag den Sommer und Ferien und deinen Blog.Habe deinen blog vor kurzem entdeckt und lese immer wieder darin.Vielen Dank dafür.Lisa

  4. mme ulma

    5. August 23:16

    so unverlockend baseballspielen für mich als thema klingt,
    so verlockt fühle ich mich dennoch gerade.

  5. dj7o9

    6. August 0:14

    mir ging es bislang auch so. Ein Buch über das Baseballspielen ??? Aber jetzt nach dem ich deinen Beitrag hier gelesen habe denke ich, hmmm vielleicht doch ?!? 😉

  6. eni

    7. August 12:13

    so und gestern lief es mir in der bücherei über den weg und ist direkt in meinen korb gewandert. ich nehm es mit in den sommer. ans meer.
    ich freu mich drauf!

    liebgruss
    eni

Kommentar verfassen