Zu spät dran. Was mich nicht stört. Noch keine Plätzchen gebacken, noch keine Geschenke gekauft. Was auf dem Tisch steht, könnte man mit viel Fantasie als Adventskranz bezeichnen. Mit viel Fantasie. Ein paar Tannenzweige stecken in der Vase im Wohnzimmer. Sonst nichts.

Macht auch nichts. Das Gute daran, wenn man oft in seiner eigenen inneren Welt verloren geht ist, dass einen die äußere nicht sonderlich beeinträchtigt.
Ich steige einfach zur zweiten Halbzeit ein, dachte ich mir heute. Ab dem zwölften Dezember kommt deshalb ein Adventskalender für die letzte Hälfte der Weihnachtszeit. Konzentriert, minimalistisch, auf den Punkt. Ich habe mir noch nicht bis ins Detail überlegt, wie das aussehen könnte. Dinge entstehen beim Machen. “Wer macht hat Recht” steht über meinem Schreibtisch.

Und weil mir heute schon nach Weihnachten, machen und einfach so danach war, starte ich – auch wenn erst der elfte ist – mit meiner Weihnachtswunschliste. Zehn.

  • Stimmt gar nicht, dass es bisher nicht weihnachtlich zugeht. Alle ausgedruckten Studien und sonstiges zu Lesendes werden seit Dezember von goldenen Klammern zusammengehalten. [1] Gefällt mir so gut, wird ganzjährig gemacht jetzt.
  • Diese Jacke. [2] Gesehen und gewusst, wir sind füreinander gemacht.
  • Sneakerliebe. Für immer. [3] Die gehen auch als Winterschuhe durch. Die funktionieren auch im Schnee. Wer Zweifel hat: Ich weiß, wovon ich spreche.
  • Dieses Projekt. Ein Buch der Fotografin Kirsten Becken, deren Mutter an Schizophrenie erkrankt ist. Seeing her ghosts. Sie selbst hat die Bilder ihrer Mutter neu interpretiert, viele weitere Künstler haben mitgewirkt, Wissenschaftler und Journalisten Texte geliefert. [Ich auch einen übrigens]. Es wäre so schön, so gut, so wichtig, wenn es zustande käme. Und es gibt so gute Sachen dafür. Das Buch selbst oder dieser Druck von Sophia Weisstub [4], der bald bei mir hängen wird.
  • Zu spät dran für diese Bluse. Stattdessen eine schlichte. [5] Niemals genug Blusen.
  • Ein camelfarbener Lederrock. Damit liebäugle ich schon sehr lange, weil das quasi Klassiker ist und immer angezogen werden kann [6]. Noch in mindestens zehn Jahren. Jetzt zu Weihnachten ist es wohl soweit.
  • Hoodie. Perfekte Sonntagskleidung und an den Tagen, an denen es nicht schaden kann zu wissen, dass man sich jederzeit schnell die Kapuze über den Kopf ziehen könnte. [7] Solche gibt es ja auch.
  • Ein schöner Kalender. Ich bin bereit fürs neue Jahr. Mental. Das Planen darf beginnen. Dieser ist sehr schön zum Abreißen. Mit kleinen Dingen, die schön sind und genug Platz zum Notizen machen. [8] Oder: Was mein Leben reicher macht. Weil ich diese Rubrik so liebe und meist als erste lese.
  • Clipboard. [9] Zum Weihnachtskarten dranhängen und für den Rest des Jahres Zeichnungen zum Aufhängen von schönen Sätzen oder Wichtigem. Ich bin nämlich ab jetzt dann ordentlich.
  • Streifenshirt. Mit Punkten drauf. Bedarf keiner weiteren Worte.

P.S. Herrlich, herrlich, so herrlich ist übrigens dieser Adventskalender. Der auch völlig korrekt am ersten begonnen hat. Aber sonst so wunderbar aus der Reihe fällt.