beheimatet

682Ich habe alle Bücher von Yasmina Reza gelesen. Alle. Und wenn ich diese Notiz sehe, die ich mir aus diesem Band herausgeschrieben habe, dann weiß ich auch warum.

“Eines Tages war ich nicht, eines Tages werde ich nicht mehr sein. Zwischen diesen beiden Augenblicken der Gleichgültigkeit der Welt bemühe ich mich zu leben. Es ist eine schwankende Welt, von Wirbeln aufgewühlt, ohne Orientierung.
Zwischen diesen beiden Abwesenheiten gehen wir dorthin, wohin uns unsere Schritte führen, wir setzen unsere Füße in die Welt und ihre Orte.
Es gibt Orte und Orte. Die schönen, die berühmten oder die sehr hässlichen lassen uns am Ende gleichgültig. Bestenfalls interessieren sie unseren Bildungsdrang, etwas sehr Durchschnittliches. Die wahren Orte, jene, die uns befruchten, jene, die uns im Gedächtnis bleiben, sind die, die uns sahen, wie wir außer uns waren, die unsere Maßlosigkeit beherbergt haben, das Eingeständnis unserer Begierden oder das Erschrecken davor, all jene Orte, die uns auffingen, als wir erschüttert waren.”

3 Comments
  1. eni

    31. März 16:29

    oh das hört sich so gut an, warum kenne ich sie noch nicht?!
    sogleich sind ihre bücher auf meine wunschliste gewandert.
    danke für die worte und das augenöffnen!

    • stepanini

      5. April 15:49

      Liebe Eni, liebe Alma,
      das sind untypische Reza-Sätze würde ich sagen. Wenn es so etwas gibt. Gott des Gemetzels ist von ihr und ich würde sagen, dass vieles in diese Richtung geht. Sezierend auf eine Art und Weise. Sehr genau hinsehend, auch wenn es weh tut. Aber genau dafür mag ich sie.

  2. alma

    31. März 16:52

    ach und ich kenne sie auch nicht, dabei findet wieso gute wahre worte!

    danke dir, fürs einander vorstellen, sozusagen.

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