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schmerzvoll

Ein Text. Ein großer. Gelesen am Morgen, als ich noch nicht bereit war für den Alltag und bis zum Abend ließ er mich nicht los.

Wir können entscheiden, ob wir uns von etwas berühren lassen oder Dinge und Menschen nicht an uns heranlassen.
Ich weiß nicht, doch ich weiß, was mehr weh tut.

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angekommen

„Ein unschätzbares Gefühl: nicht hier und nicht da, sondern einfach fort zu sein“ schrieb Franziska zu Reventlow in Amouresken.

Dazu die beste und zuverlässige Resteverwertung für Gemüse, das seine besten Zeiten schon hinter sich hat. Gemüse im Backofen rösten, zuvor mit Misopaste bestreichen, ein wenig Ahornsirup darüber träufeln für den karamelligen Geschmack. Dabei dieses Lied hören, weil es ein leidenschaftliches für zwischen hier und da ist.
Zum Schluss noch Sesam über das Ganze streuen. Schwarzen am besten, einfach weil es hübscher aussieht.
Ganz weit weg sein. Bei sich sein. Da sein.

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Richtungsverändernde Begegnungen

 

Ein Sonntagnachmittag. Zur Pinakothek spazieren und dazwischen länger als nötig im Tambosi verweilen, bei noch warmes Croissant und frisch gepressten Orangensaft die Dame beobachten, die älter scheint als sie ist und ein wenig zu früh an ihrer Weinschorle nippt. Über Bilder sprechen. Wie sie den eigenen Blick auf die Welt zeigen, wie man sich selbst zeigt in Bildern, weil immer etwas von einem selbst durch sie hindurchscheint. Und auf einmal habe ich wieder Lust und Mut durch den sanften Anstoß. Greife zur Kamera, die ich so viele Monate vernachlässigt habe, weil der Zugang fehlte und drücke den Auslöser. Danke Annett.

Ich will nur den Schlüssel abholen. Schließlich kennt man sich kaum. Ein zwei kurze Hallos und lose Gespräche. Freunde von Freunden. Und dann wird aus dem kurzen Kaffee ein zweiter und noch ein Tee und es entspinnt sich ein Gespräch über den Osten und den Westen, das Leben und was man will und was nicht und wie schwer es ist, das eine vom anderen zu unterscheiden. Was eine Sache von fünf Minuten hätte sein sollen, ist zu ungeplanten 2 Stunden geworden. Ich wollte den Schlüssel abholen und habe mich so zu Hause gefühlt. Danke Brise und Nance.

Keine Reservierung klappt, nirgends ist ein Tisch mehr frei, nur dass das irgendwann egal ist, weil mir schwingt der Kopf vor lauter Wissen und der Husten hört nicht auf und meiner Stimme tut dies alles gar nicht gut, aber die Neugier ist groß und die Faszination über Gedankensprünge. Über Algorithmen und Ethik, Hannah Arendt und Social Media, Buckminster Fuller und mansplaining und dazwischen Franziska zu Reventlow und Science Fiction. Noch am Abend möchte ich Paper um Paper herunterladen, um anzuknüpfen im Kopf.

Der Taxifahrer erzählt von Afghanistan, von seinen Nichten und Neffen und korrupten Politikern. Dass es so kalt sei dort im Winter und gestern schon geschneit hätte. Der in Berlin, dass er auch an der FU studiert hätte. Genau wie seine Frau, seine Ex, die immer noch einmal einen Abschluss machen musste und so unerbittlich sich selbst gegenüber war, dass die Härte irgendwann auf ihn übergriff. Da ist er gegangen und jetzt fährt er Taxi und das sei gut so. Keine Lust mehr auf diese ganze Leistungssache.

Die vielen kleinen Begegnungen. Die ungeplanten, die ganz anders verlaufen als gedacht. Die in der Summe einen Unterschied machen und am Ende ein Leben ausmachen. Wer immer sie mir über den Weg schickt, hat einen vortrefflichen Geschmack, Humor und eine ganz eigenen Orientierung, denn immer haben sie meine kleine Welt ein wenig verrückt, eine andere Richtung gegeben.

Daran musste ich denken in den letzten Tagen, weil der Lauf der großen Welt mir gerade zu übermächtig scheint. Und bis ich weiß wohin, halte ich mich daran fest und freue mich auf und über jeden, der mir über den Weg läuft.

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Dienstagsmögen

Jeden Montag, manchmal auch Dienstag: Zwei, die ich mag. Diesen Satz von Hemingway über Werte, Stärke und Verletzlichkeit.
Die Formulierung „sich die Seele aus dem Leib husten“ hat seit zwei Wochen eine ganz neue Bedeutung für mich. Nie mehr ohne Mütze aus dem Haus. An den Tagen, an denen es gar nicht mehr ging, habe ich dieses Lied gehört. Supergirls. In Kombination mit Ernest, Kopfbedeckung und viel Ingwertee hat es geholfen irgendwie.

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Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Seit ich auf der Suche nach eigentlich etwas ganz anderem auf diese Pflanzenbilder gestoßen bin, lassen sie mich nicht mehr los. Ein wenig Kugelmoos an der Wand steht jeder Wohnung. Als schöne Erinnerung daran zu wachsen, dass alles in Bewegung ist oder einfach weil lebendiges Grün alle anderen Farben in den Schatten stellt.

Bis ich weiß, ob ich mir wirklich so etwas an die Wand hänge, mag ich dieses Bild von Feelizia (wie überhaupt alles von ihr) sehr. Love yourself. Das kann im Alltagstrubel schnell untergehen. Im neu-deutschen Marketing spricht man davon, dass man erste, lose und diffuse Anfragen „nurturen“ muss. Solange nähren und versorgen, bis sie irgendwann an einem konkreten Angeboten Interesse haben. Wenn man das schon mit Verkaufsgelegenheiten macht, sollte man das bei sich selbst niemals vergessen.

Alles ist gut, pflege ich zu sagen. Das mag ich und lasse es mir niemals nehmen. „All is well“ ist das Lied dazu. Und die Ode an „die Stadt, die immer schläft“ gleich hinterher. Einfach weil es ein schönes Lied ist.

Auf eine Woche, ein Leben des Wachsens, sich selbst lieben und Nährens.

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aufgelistet: Revolution und Rebellion im Kleinen

Alltag. Jeder Tag anders und doch gleich. Dinge verändern sich im Kleinen. Ich mich. Hoffentlich jeden Tag. Nicht müde werden es wieder und wieder zu versuchen.
„Mut. Nur Mut“ steht seit neuestem an der frisch gestrichenen Küchenwand für den Fall der Fälle, dass er mich verlassen sollte.

Ein paar Dinge, die Mut machen, nachdenklich stimmen, Veränderungen hervorrufen im Kleinen und später dann im Großen.

  • Schon älter. Ich habe die olympischen Spiele verpasst. Aber das Interview mit der chinesischen Schwimmerin fand ich so großartig. Wie sie sich freut. Und wie sie die Frage, wie sie wohl morgen performen wird, abtut und das einzig richtige sagt und tut: Nämlich, dass sie sich erst einmal über das freut, was sie heute geschafft hat. Überhaupt, dass sie einfach so herrlich ihre Ding machte.
  • Tolles Interview.
  • „Vielleicht wird später eine Idee daraus“: Ein herrlicher Vortrag von Peter Breuer, der seine Ideen auf eine ganz eigene Art sammelt und umsetzt. In 24 Stunden. Wer macht, hat Recht.
  • „Was machen Sie beruflich?“ ist die Eröffnungsfrage. So schade. Reduziert sie einen auf das was man tut. Als Alternative: 27 Fragen, die man stattdessen stellen kann. Und gleich dazu ein Vortrag, den ich mochte über 10 Arten, wie man bessere Unterhaltungen führt.
  • „We don´t believe you.“ Was ein Lied.
  • Das Hamsterrad. Warum wir nichts Besseres verdienen. Ein Aufruf.
  • Menschlichkeit. Auch im Management. Daran habe ich immer geglaubt, daran will ich festhalten. Eine Reportage, die zeigt, dass es geht.
  • Ruth Klüger. Was eine Frau.
  • Warum es so wichtig ist, dass man was man tut, gerne tut.
  • Wer einmal dem Wort Bullshit-Job begegnet ist, sieht vieles mit anderen Augen. Auf weiteres Hinterfragen.
  • sich selbst mögen. Damit fängt es an.
  • Kleiner Crush on Dermot Kennedy. Perfekte Novemberlieder.
  • Warum andere Menschen so wichtig sind und Beziehungen, Begegnungen immer ein Geschenk
  • Verantwortung übernehmen. Gehört zum erwachsen sein dazu. Wird manchmal vergessen.
  • Über sie redet man nicht so gerne. Dabei ist sie doch da. Über die guten Seiten der Traurigkeit: „Wer Künstler ist, der wagt es, Neuland zu betreten. Die Möglichkeit des Scheiterns ist immer da. Deshalb glaube ich, dass viele der besten Künstler unsicher sind, weil sie nicht wissen, ob sie auch morgen noch den höchsten Anforderungen gerecht werden können. Wer nach den Sternen greifen will, kann sich auch vorstellen, diese nicht zu erreichen.“

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Eine Frage der Zeit: Butterkürbissuppe mit Orange und Mandel

„Trust the timing of your life“. Weiß ich, will ich. Und dann kommt doch wieder alles ganz anders.
Manchmal funktioniert es mit dem Vertrauen, Zeit geben und los lassen. Manchmal auch nicht. Ich hätte es gerne schneller, anders, wobei ich auch nicht genau sagen kann wie und im Pläne schmieden war ich schon immer groß. Pläne, nach denen sich das Leben zwar nicht richtet, was mich aber nicht daran hindert trotzdem welche zumachen.

Es hat sich so viel verändert. Im letzten Monat, im letzten Jahr. Immer wieder Neuanfänge, immer wieder ein Reset-Button, immer wieder nahm das Leben eine Wendung ohne mir vorher Bescheid zu sagen. In den guten Momenten kann ich mich darauf einlassen. Dann überrascht mich, wie klein ich gedacht habe in den Momenten der Auswegslosigkeit und als nichts klappen wollte. Geht doch, denke ich dann, wenn es im nach hinein Sinn gemacht. Aber im nachhinein haben es schließlich immer alle vorher gewusst.

Trust the timing of your life. Es ist Herbst.
Es ist Zeit für Kürbissuppen.

 

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Butterkürbissuppe mit Orange und Mandel

  • 1 Butterkurbis
  •  1 Zwiebel
  • 2 Esslöffel Ahornsirup
  • 50 Gramm Ingwer
  • 100 Milliliter frisch gepresster Orangensaft
  • 300 Milliliter Gemüsebrühe
  • 5 Esslöffel Mandelmus
  • Saft von 2 Limetten ( je nach Geschmack)
  • Gewürz (ich mag Farben von Jaipur nicht mehr missen, seit mir Nina davon erzählt hat. Quatre Epices ist auch sehr fein)

Kürbis schälen, entkernen, klein schneiden und bei 200 Grad für fünfzehn Minuten in den Ofen geben bis sie weich sind. Derweil Zwiebel und den Ingwer schälen, klein schneiden und mit dem Ahornsirup karamellig anbraten. Mit dem Orangensaft ablöschen, der Gemüsebrühe auffüllen und zwanzig Minuten köcheln lassen. Den Kürbis pürieren. Mandelmus unterrühren und mit Limettensaft und Salz und Pfeffer würzen.

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Ich bin dann mal weiter Vertrauen lernen. Und Kürbissuppe löffeln.

Trust the timing of your life gibt es auch als Reminder zum Aufhängen. Und was Kürbis angeht: Kuchen, Brezeln, Zimtschnecken und Pie hatten wir auch schon. Zeit genug ist.

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Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Mein Motto gerade. „Start where you are. Use what you have. Do what you can.“ Hat der verstorbene Tennisspieler Arthur Ashe gesagt und sage ich mir gerade jeden Tag. Es hilft. Das mag ich.

Ich mag dieses Shirt oder dieses mit Spitze. Fröhlich und elegant genug, um sich den Aufgaben zu stellen, die einem das Leben so bietet.

Ich kann mich nicht satt hören an diesem Lied. „An evening I will not forget„. Was ein Lied. Oder dieses. Leidenschaftlich, alles gebend, sich vollkommen reinwerfen. Mochte ich schon immer.

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Lektion eines Popstars

„Denn die Sachen, die man sich am Anfang der Karriere vorstellt, Geld, Ruhm, alle finden einen toll, die sind es nicht. Erst wenn du anfängst, dich in dem, was du erschaffst, zu erkennen. Dass du genau das sagst, was du sagen willst und ganz bei dir bist, das macht dich glücklich.“

Marius Müller Westenhagen im Spiegel-Interview

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Montagsmögen

Jeden Montag (gut, dass klappt nicht immer, aber dazu später): Zwei, die ich mag.
Aktuell: „Lass uns mal an uns selber glauben“. Bleibt mir auch gerade nichts anderes übrig. Neuer Job. Von vorne beginnen. Ein Anfang. Und dem liegt zwar ein Zauber inne, aber er verlangt einem auch viel ab. Die Neue sein, kein bekanntes Terrain, jeder Zentimeter muss neu erarbeitet werden, kleine Schritte, nichts und wenig, dass leicht von der Hand geht. Da hilft nur an sich selbst zu glauben.

Kleider waren und sind mir immer auch ein Schutz gewesen. Man greift ja nicht zu irgendetwas am Morgen. Sondern zieht sich auch eine Aussage an. Schau her. Da bin. Ich glaube, an mich selbst und das, was ich kann. Mit diesem Rock, in den ich mich schwer verliebt habe, gelingt das bestens.

Musik ist auch eine Stütze, wenn es drunter und drüber geht. Ein Lied zum Festhalten auf Repeat. Seize the night war meines in den letzten zwei Wochen. „If you know, where you are when you wake up, something is wrong“, singt er. Dann habe ich wohl alles richtig gemacht. „Do your best to lose track of time“. Habe ich auch ganz gut hinbekommen in den letzten Wochen.

Kommt gut in die Woche. Glaubt an Euch. Lasst den Rest.

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Mittwochsmögen

Jeden Montag (heute Mittwoch, weil mir die Woche ein wenig durcheinander geraten ist): Zwei, die ich mag. Einen, den ich mag. Weil wenn schon durcheinander, dann richtig. Leonard Cohen. Das ist nichts Neues. Marianne Ihlen ist gestorben. Seine Muße. Die Bilder von ihr mag ich sehr.

Ich mag sein Buch der Sehnsüchte. „Es ist ein Buch über das Schreiben und Reisen, über Abschiede und Erleuchtungen, Frauen und Hotels, Zigaretten und Liebe, über das Scheitern, die Sehnsucht und das Selbst“ heißt es und mehr muss nicht gesagt werden.
Ich mag natürlich sehr viele seiner Lieder. Aber auch sehr diese Dokumentation über seine Zeit als Zen-Mönch.
So long.

popp

Can you feel the beat?

„You are the music while the music lasts“. Hat T.S. Eliot gesagt. Das Gefühl völlig aufzugehen in der Sache, die Zeit zu vergessen, bei sich zu sein oder auch ganz woanders.
„It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“. Hat Duke Ellington nicht gesagt, aber gesungen und das zählt genauso viel, wenn nicht sogar doppelt.

Was beide meinen und man in der Musik erfahren kann, ist das sich zu verlieren im Tun. Beim Popsicles machen, funktioniert das sehr herrlich. Beim Schreiben manchmal auch. Beim Klavier spielen, beim Zeichnen, beim Lesen und bei langen Läufen. Gerne auch beim Ideen haben oder so einer diffusen Vorstellung im Kopf, wie etwas auch aussehen könnte.
Pop. Schon fertig.


Leichte Popsicles
(solange es noch warm ist)

75 Gramm Cashewnüsse
1 Dose Kokosnussmilchunroasted, unsalted cashews
1 große, reife Avocado
250 Gramm weiche Datteln
55 Gramm Kakao

Zum Dekorieren: Schokolade, getrocknete Blüten, Kokoschips (gibt es auch mit gesalzenem Karamelgeschmack!), Pistazien, Pollensamen, Kokains, alles mögliche.

Die Cashewnüsse in leicht gesalzenem Wasser über Nacht einweichen lassen. Abseihen und gut abspülen. In einem wirklich guten Mixer zu cremigem Muss verarbeiten und die restlichen Zutaten hinzugeben. Wenn es eine zu steife Masse ist, etwas Milch dazugeben. Zu flüssig darf es aber nicht sein.

In die Eisform geben und in das Gefrierfach geben. Mit geschmolzener Schokolade und allem, was einem so einfällt, dekorieren.

Popsicles. Für Eis ist es nie zu kalt. Falls doch, kann man ja die Musik aufdrehen.

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