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für-alle-Fälle-Wünsche

Mal kalt, dann wieder warm, zwischendrin Schnee und auf einmal wieder doch T-Shirt-Wetter.  Nicht, dass ich selbst immer genau wüsste, wonach mir ist, aber während sich Wolken, Sonne und Regen abwechselten, habe ich gesurft und zusammengetragen, was mein Leben schöner machen könnte. Für alle Fälle.

  • Streifenshirt {1} oder mit Spitze. Zeitlos. #teamstripes sorgt zuverlässig für mehr Instagram-Follower.
  • Hängende Blumen {2} finde ich gerade so schön. #urbanjungle. Egal, so schön.
  • Schlieren- oder Kleckseteller {3}. Nie verkehrt.
  • Streifenkleid {4} Siehe oben.
  • Neue Gummistiefel {5}. Meine verloren. Was ich zum Anlass nehme, statt schwarzen dieses Mal blaugraue zu wählen.
  • Easy peasy und soll sehr lecker sein. {5} Nur Gutes gehört von diesem Buch.
  • Teppich für draussen {6}. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Aber seit ich Outdoor-Teppiche entdeckt habe (und dass Hängematten auch auf kleine Stadtbalkone passen) habe ich ein neues Lieblingszimmer. Freiluft.
  • Streifenrock {7} Siehe Punkt 1 und Punkt 4.
  • Sneaker {8} Ja, in rosa. Weiß kann jeder. #teampink
  • Jeansjacke {9} Muss sein. Und meine letzte ist irgendwo abhanden gekommen.
  • Sandalen {10}. Schuhe haben eine magische Wirkung. Ich bin überzeugt davon, dass es einen Unterschied macht mit was an den Füßen man durch diese Welt flaniert. Und wenn diese keine sofortig gute Laune machen, weiß ich auch nicht.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Das Gefühl es raus zu haben. Oh, wie gut sich das anfühlt. Mag ich.
Ich mag eine Schaukel im Wohnzimmer. Mich in Höhen erheben oder wenigstens ein wenig hin- und herwiegen, wenn ich von diesem Gefühl es verstanden zu haben, wieder einmal sehr weit entfernt sein sollte. Was wäre das toll. {Mir fällt übrigens gerade diese Installation ein und wie gerne ich sie live gesehen hätte}.
Ich mag dieses Lied. Was eine Stimme. „Won´t you just hold me, like when we were 16?“ singt er. Ein verdammt gutes Gefühl, auch wenn man bereits volljährig ist.

Kommt leicht, beschwingt und gut in die Woche.

Rosmarin- und Thymianmandelbrot

Was übrig bleibt, muss nicht schlecht sein. Auf meinem kleinen Balkon haben Thymian- und Rosmarinreste das geschafft, was ich nicht vermutet hätte: Sie haben nicht nur den gesamten Winter, sondern auch jüngste Kälteeinbrüche überlebt. Ich verneige mich vollster Hochachtung vor diesem Wunder der Natur.

Nur den Sommer wird ein Teil nicht mehr sehen. Denn sie wurden sie zu Brot verarbeitet. Brot oder Kuchen, das kann man so genau nicht sagen. Genauso wenig wie welche Kräuter dann schließlich und endlich doch drin gelandet sind.

Rosmarin-Thymian-Mandelbrot
{von hier kopiert}

  • 4 Eier
  • 2 1/2 Teelöffel Kokosöl
  • 1 Teelöffel Apfelessig
  • 1 1/2 Teelöffel Honig
  • 2 1/4 Tassen gemahlene Mandeln
  • 1/4 Tasse geschrotene Leinsamen
  • 1/2 Teelöffel Meersalz
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • Thymian, Rosmarin und alles, was der Garten so übriggelassen hat

Den Ofen auf 170 Grad vorheizen und eine Backform fetten.
Die Eier verschlagen, Apfelessig und Honig unterrühren. Das Mandelmehl, die Leinsamen, Salz, Backpulver untermischen. In die Form geben und die Kräuter draufstreuen. Für etwas mehr als 20 Minuten im Ofen backen.

Das Brot schmeckt am ersten Tag am besten. Leicht getoastet mit Honig.
Wenn nichts anderes übrig bleibt, ist das ganz schön gut.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich mag dieses Bild von Georg Bernhard Shaw. Hang loose always. Es hört nie auf.
Ich mag diesen Blouson. Oder diesen.
Es kehrt alles wieder.
Ich mag dieses Lied. „On a train ride from some place bad, to some place little better.“
So fängt es an.

Keine Kompromisse: Schokoriegel

Kompromisse geht man schon genug ein im Leben. Diese Schokoriegel oder Kuchenstücke sind gesund und lecker. Was eine feine Kombination ist. Sehr schnell gemacht außerdem und mit Zutaten, die man zu Hause hat.

Kompromisslose Schokoriegel

Bei Frau Gold entdeckt, die diese Variante abgewandelt hat, die ich dann auch nochmals variiert habe. Everything is a remix, weiß der versierte Internetnutzer.

Für den Boden:

  • 1 Tasse Mandeln
  • 1 Tasse Datteln
  • Prise Meersalz

Für den Belag:

  • 1/2 Tasse Cashewbutter
  • 1/2 Tasse Kokosnussöl
  • 1 Tasse Datteln
  • 2-3 Teelöffel Kakaopulver
  • etwas Zimt und etwas Kardamon, Vanille
  • ordentlich Kakaonibs zum Bestreuen

Die Mandeln im Mixer fein mahlen, dann die Datteln dazu und so lange zerkleinern bis eine feste Masse entsteht. Auf Backpapier ausstreichen und für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben.

Cashewbutter (man kann auch Cashews einweichen für ein paar Stunden und dann in den Mixer geben – gleicher Effekt) mit den Datteln, Kokosöl, Kakao und Gewürzen im Mixer zerkleinern und mischen. Auf den Boden geben, Kakaonibs obendraufstreuen und nochmals in den Kühlschrank.

aufgelistet: After-Sun

Es ist so herrlich warm und alles strömt nach draussen. Ein wenig etwas für die ruhigen Abendstunden, fürs Heimkommen nach sonnengetränkten, faulen Tagen, wenn die Haut so gut riecht nach Meer, auch wenn es weit weg ist und man nicht wirklich müde, aber so ein wenig matt ist. After-Sun quasi.

  • Dieser Beitrag von Anna: Der so vieles meines Unwohlseins auf den Punkt bringt und zudem ich laut schreien möchte, Ja, Ja, Ja. Genau so.
    „Ich habe keine Lust zu verzweifeln. Ich habe auch keine Lust auf Female Empowering. (Es sollte auch besser heißen: World Empowering!) Ich will das alles gar nicht sehen. Ich will das alles gar nicht hören. Ich will einfach nur das machen, was jeder Mensch in der Lage ist zu tun und zu sein: ein Mensch. Ein lebendiger Mensch mit allen Sinnen. Als Frau.
    …  habe ich noch nicht ansatzweise das Potential ausgeschöpft, das in mir steckt. Ich habe noch nicht einmal angefangen zu zeigen, was ich kann. ….“
  • Everything happens for a reason. Oder auch nicht: Was man lieber nicht getan hätte.
  • Ich habe aus Gründen intensive Anti-Jetlag-Recherche betrieben: Das ist das Ergebnis. Möge es mehr Menschen helfen, die Nacht nicht mehr mit dem Tag zu verwechseln.
  • Philosophie und Rassismus: Eine Sendung, die ich mochte.
  • Ein kurzer Film, ein Kurzfilm über die Arbeit, und das Arbeiten. Und darin liegt ein Unterschied. Ersteres mögen Menschen oft nicht, zweites hingegen schon. Kurze Minuten, die lange nachdenklich machen.
  • Verstehen warum man fühlt was man fühlt. Guter Vortrag. Es gibt 35.000 Gefühle. Die meisten kennen so um die zehn. Ansehen. Man fühlt danach anders.
  • Ein kleines Video über Selfies. So habe ich mich auch schon gefühlt. Als Statist und Attrappe in der Inszenierung eines anderen.
  • Wie die Unruhe in unser Leben kam. Ein schöner Text.
  • Ich bin sehr fasziniert von Heinz von Förster. Ein Interview mit ihm, das diese meine Faszination vielleicht nachvollziehen lässt. Zum ersten Mal gehört habe ich von ihm übrigens in diesem phänomenalen Podcast.
  • Looking too closely. Mein momentanes Autofahrlieblingslied. Und ein Lied rundet immer alles ab. Auch warme Sonnentageabende und lange Rotweinnächte.

Montagsmögen

Jeden Montag: Zwei, die ich mag. Ich weiß nicht, wer es gesagt hat. Aber das der- oder diejenige Recht hat, weiß ich. Mag ich. Immer suchen.
Ich liebäugle mit diesen himmelblauen Sneaker. Auf dem Boden bleiben.
Ich mag dieses Lied. Passenger seat. So gut. Nicht auf dem Beifahrersitz des Lebens landen.

Kommt gut in die Woche.

Sag doch was ist

Sie ist gerade erst sieben geworden. Auf dem Weg zur Schulaufführung gibt sie ihrer Mutter die sehr präzise Anweisung: „Stell Dich weit nach vorne. Wenn ich Dich sehen kann, bin ich mutiger.“

Wann genau geht das verloren, frage ich mich. Dieses klare Aussprechen, was wir vom anderen gerade brauchen und wünschen.

Kleine Babies schreien, weil sie müde sind oder hungrig oder alles zusammen. Sie wissen zwar nicht, was sie gerade brauchen, aber sie tun laut und eindeutig kund, dass es so wie es ist, gerade nicht gut ist.
Und dann kommt ein Alter, in dem klar und nicht weniger lautstark gesagt wird, was man will: Ein Eis. Kuscheln. Noch nicht einschlafen.

Irgendwann kommt beides abhanden. Das Wahrnehmen und Eingestehen, dass es so wie es ist, uns gerade nicht gut tut. Und auf den Punkt zu bringen und klar zu benennen, was der andere tun kann, um die Situation für uns zu verbessern. Stattdessen lugt mühsam und undurchsichtig versteckt hinter diffusen Erwartungen, harten Anschuldigungen oder auch mal dem Knallen von Türen etwas hervor, dass nicht artikuliert wird, auch wenn man des Sprechen doch schon längt mächtig ist.

schutzlos ausgeliefert

Das Bild auf dem Umschlag ist von Peter Hujar. Es heißt „orgasmic man“ und zeigt genau das: Einen Mann während des Orgasmus. Der Fotograf hat die wenigen Sekunden, in denen ein Mann sein eigenes Bild nicht unter Kontrolle hat, in denen er in keine Posen verfallen, sondern völlig schutzlos und verletzlich ist, festgehalten.

Es gäbe keinen passenderen Einband für das Buch Ein wenig Leben.
Ein Buch, das von vier Männern handelt, die sich am College kennenlernen und das von ihrer lebenslangen Freundschaft erzählt. Davon, wie das Gefühl als Kind nicht gewollt zu sein, einen bis ins Erwachsenenleben verfolgt und gegen alle Fassaden, die man aufbaut und äußerlichen Schutzräume, die man schafft immer wieder an die Oberfläche schwappt.

Es gibt ein Gedicht von Yrsa Daley-Ward, an das ich beim Lesen manchmal denken musste. „Loving someone who hates himself is a special kind of violence. A fight inside the bones. A war within the blood.“ Es ist ein Buch, das in einem kämpft.

Ein wenig Leben handelt von einem, der sich selbst zerstört, der Glück nicht zulässt, weil es nicht sein darf. Dem es schwer fällt sich auf andere Menschen einzulassen, der Verletzlichkeit meidet, weil ihm zu oft zu weh getan wurde, und sich durch das Aufrechterhalten müssen seiner Unangreifbarkeit immer wieder selbst verletzt. Es nagt leise an den kleinen Stellen, an denen man mit sich selbst ungnädig ist. Es tut weh.

Es geht oft und sehr explizit um körperliche Schmerzen, um Selbstzerstümmelung und während es mir beim Lesen manchmal übel wurde, ist diese Ahnung, dass die äußerlichen Leiden nichts gegen die inneren sind, noch schmerzhafter. Es zieht die Haut ab, die Schutzschicht, es geht tief und berührt Stellen, die man selbst nicht gerne ausleuchtet. Man tritt mit dem Buch ein in das Reich der Selbsttäuschung. Ich war oft erschöpft vom Lesen, vom Mitleiden und wie eine frische Wunde noch lange Zeit empfindlich ist und geschützt sein will vor äußeren Einflüssen, war ich danach nicht immer bereit für die Welt draußen. Ich habe meist erst am Abend darin gelesen, wenn ich die Nacht hatte und den Schlaf, und somit ein wenig Abstand zum Alltag. Ich habe es im Bett gelesen, wohl eingepackt und abgefedert, schien es mir erträglicher mitzuerleben, wie einer dem Leben so roh, hilflos und schutzlos ausgeliefert ist und sich selbst nicht entkommen kann, so sehr er auch zu fliehen versucht.

Wenn eine Wunde sich schließt, ist die Haut kurze Zeit empfindlicher als sonst, aber auch empfänglicher. Da sind diese großen, glücklichen Momente im Buch. Die Schönheit menschlicher Begegnungen, die eine andere Tiefe kennen, wenn man auch in die Abgründe geblickt hat. Wie lohnend es ist sich einzulassen auf andere trotz allem was war. Denn so wie einen Menschen zutiefst verletzen, können sie einen auch sehr glücklich, ein wenig heil machen und sehr dankbar zurücklassen.

Genau wie dieses Buch.

Sanfte Geste

Während ich beobachte, wie sie ihm immer wieder durch die Haare fährt, mit den Fingern den Nacken streicht, während doch in aller Sanftheit etwas Besitzergreifendes mitschwingt, denke ich an die in meinen Augen zärtlichste aller Gesten, die zugleich eine so zupackende ist.
Im Bett zu liegen, der Andere zurrt die Bettdecke unter einem fest. Eingepackt wie eine Mumie in den Schlaf entlassen zu werden. Eine der schönsten, weichsten, zärtlichsten Handlungen. Fernab aller Beobachtungen.

Geduld, Geduld

Eines der Bücher, das ganz lange in Vergessenheit geraten ist, aber so lange Zeit präsent in meinem Leben und Denken war, dass es nur einen kleinen Anstoß braucht und alles ist wieder da: Das sind für mich die „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke. Eine Jugendliebe schenkte sie mir. Von der Liebe ist nichts mehr da, ein paar vage Erinnerungen vielleicht, ein verblichenes Foto, ein zurückgelassenes Skateboard und dieses schöne Buch.

Rainer Maria Rilke schrieb damals an Franz Xaver Kappus, der nicht wusste, ob er sich gegen die Offizierslaufbahn oder für das Schriftstellerleben entscheiden sollte. Rilke antwortet ihm und was er über das Leben, die Liebe, Kunst, über die Notwendigkeit des Schaffens sagt, sagt mir heute noch so viel wie damals als ich fünfzehn war und zwar glaubt schon alles zu wissen, aber auch ahnte, dass das da mehr sein musste.

Und vor einer Woche zitierte mir dann jemand diese Passage und es war alles wieder da. Es hat nichts an Aktualität verloren. Ich stehe wieder am Anfang.

„… und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“