Ein Hauch Karibik in Fürstenfeldbruck

kuchen (3)Ich bin meist zufrieden mit dem was ich habe und wie es ist. An Dankbarkeit mangelt es mir nicht. Aber manchmal, wenn es jetzt dunkel wird und kalt, dann sehne ich mich ein wenig. Nach Wärme, nach dem Sommer, der so schön war und denke mir, wie schön warmer Sand zwischen den Zehen wäre statt mit dicken Schuhen an den Füßen in Regenpfützen zu stehen. Ich sehne mich nach ein wenig Exotik statt Steckrüben und Kohl. Nicht jeden Tag, nur ab und an. Ein wenig. Das merke ich, weil ich tatsächlich am Duftbaum Kokos im Auto eines Helfers schnuppere und die Reisewerbung nicht einfach ignoriere, sondern mir nur mal so ein paar Flüge zusammenklicke. So ein wenig Karibik oder Südamerika oder vielleicht Bali. Hawaii ginge auch. Auf jeden Fall warm und Meer. 
Ich habe mal gelesen, dass das beste Rezept für eine glückliche Ehe ist, dass man dem anderen die Illusionen, die er über sich selbst hat, lässt.
Gilt bestimmt auch außerhalb von Beziehungen. In diesem Sinne schaffe ich  mir mein eigene Illusion: Ich lege mir ein wenig Buena Vista Social Club auf und eine Wärmflasche an die Füße. Fühlt sich an wie auf warmem Sand zu stehen. Ich schaffe mir mein kleines Traumparadies im Nieselregen. Ein wunderbarer Fluchthelfer der Gedanken, der Central Park der Küche quasi ist dieser Kokoskuchen.

Kokosnusskuchen (3)Kokossehnsuchtskuchen
[nach einem Rezept aus diesem Buch]

  • 1/4 Tasse geschmolzenes Kokosöl
  • 2 Tassen geraspeltete Kokosnuss
  • 3/4 Tasse Musovadozucker
  • 1 Tasse Volkornmehl
  • 1/2 Teelöffel Muskatnuss
  • 1 1/2 Teelöffel Backpulver
  • 1/2 Teelöffel Natron
  • 1/2 Teelöffel Meersalz
  • 2 Eier
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Tasse Puderzucker
  • 1/4 Tasse Kokosspäne

Den Ofen auf 175 Grad heizen. Eine Backform mit Kokosöl einfetten. Die Kokosraspeln auf einem Blech verteilen und im Backofen goldbraun rösten. Das geht schnell. Drei oder fünf Minuten. 1/4 Tasse zur Seite stellen.
Den Rest mit dem Mehl, der Muskatnuss, dem Backpulver, dem Natron und Salz vermischen. In einer Schüssel die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen, die Kokosmilch (eine kleine Espressotasse Kokoswasser beiseite stellen), das geschmolzene Kokosöl und die Vanille unterrühren. Die trockene und die feuchte Teigmischung vermengen, in die Backform geben. Für 45 Minuten backen.
Den Kuchen abkühlen lassen. Den Puderzucker mit dem separierten Kokoswasser vermischen. Über den Kuchen geben. Mit den gerösteten Kokosraspeln und den Kokosspähnen bestreuen.

Die Heizung aufdrehen, warme Kaschmirscocken, Kokoskuchen essen, sich wie im Paradies fühlen.

Kokosnusskuchen (4)

5 Comments
  1. Patricia

    16. Oktober 7:27

    So lecker, habe ich mir erst letzte Woche auch gebacken.
    Lieben Gruß, Patricia

  2. Smusanne

    16. Oktober 13:09

    Ich träume auch aber eher vorwärts in den Frühling !)

  3. Jutta

    19. Oktober 8:17

    ich lese den Blog immer mit großem Genuss. Vor allem die wunderbaren Buchzitate, die mich schon zu so manchem Buchkauf inspiriert haben.
    Den Kokoskuchen würde ich sehr gerne backen, aber… stimmt es, dass 1,5 Tassen Backpulver verwendet werden oder handelt es sich um Teelöffel?
    Liebe Grüße und einen guten Montag!
    Jutta

    • stepanini

      19. Oktober 11:37

      Liebe Jutta,
      danke. Und ich freue mich immer zu lesen und zu hören von denen, die das hier lesen. Ja, da ist mir ein Fehler unterlaufen. Ist korrigiert. 1 1/2 Teelöffel Backpulver reichen aus. Locker.

      Schöne Grüße

      Stephanie

  4. Jakob

    22. November 19:34

    Ich glaube, jetzt muss ich doch mal selbst backen. Das sieht so lecker aus. Bisher habe ich immer backen lassen, doch bei dem Anblick bekomme ich Lust es selbst mal auszuprobieren und meine Frau zu überraschen. Danke für die Anregung. Gruß Jakob

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