erwartet

Auf einmal ist Weihnachten. Das ging sehr schnell. Ich habe noch nicht einmal die Hälfte von dem geschafft, was ich noch machen wollte. Noch nicht einmal ansatzweise. Das hat auch etwas Gutes. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es egal ist und es sich noch nicht einmal lohnt überhaupt anzufangen mit dem Versenden von Karten, dem Besorgen von Geschenken und Aufmerksamkeiten, dem Planen von Weihnachtsmenüs. Beschämt war ich dann immer, wenn ich Weihnachtsgrüße aus dem Briefkasten holen konnte. Ich müsste auch. Ich will doch auch. Ging aber nicht.

Jetzt ist Weihnachten. Und ich freue mich darauf wie selten. Ab dem Nachmittag kehrt Ruhe ein. Überall. Eine Ruhe, die es so in dieser Form das ganze Jahr über nicht gibt, sondern nur an den Weihnachtstagen. Keiner kommt auf die Idee Mails zu schreiben oder noch etwas von einem zu wollen. Die ganze kleine Welt steht ein wenig still. Drei Tage an denen die einzigen Aufgabe, die es zu erfüllen gilt, darin besteht zu essen, noch mehr zu essen, über die Maßen zu schlemmen, zu schenken und sich beschenken zu lassen. Was eine ganz wunderbare Aufgabe ist.
In einem Buch, das ich in den letzten Wochen gelesen habe, schreibt Andrea Tretner über die letzten Tage und Wochen mit ihrem Mann:

„Ganz zu schweigen von der Liebe in diesen Zeiten. Sie befreit sich vollständig von allen Erwartungen, Bedingungen und Bildern, die wir unser ganzes Leben an sie geheftet haben. Sie kommt in solchen Krisen auf den Punkt, sie kann sich zu einer Essenz entwickeln, die kraftvoll und unendlich tragfähig ist.“

So ein Weihnachtsfest, überhaupt so ein Leben ist so voll von Erwartungen, Bedingungen, Vorstellungen. Wie es zu gehen, auszusehen, zu laufen hat. Das stelle ich mir meist sehr genau vor und übersehe darüber allerhand Schönes am Wegesrand und worum es eigentlich geht.
Auf drei Tage Ruhe, Besinnung, Dankbarkeit und erwartungsfreie Tage voller Überraschungen.
Habt ein schönes, ein besinnliches, ein ruhiges, ein fröhliches Weihnachten.

Musik zum Fest, die ich heute noch gefunden habe: Weihnachstmusik von Nils Frahm und ein schönes Hallelujah, das ich bei Johannes entdeckt habe.

3 Comments
  1. sabine

    24. Dezember 14:55

    Ich wünsche Dir wunderschöne erholsame Feiertage und Nils Frahm ist wunderbar 🙂

  2. Anni

    25. Dezember 12:02

    Frohe Weihnachten! und schöne, genussvolle Tage.
    Und danke für den wunderbaren Nils Frahm… den habe ich hier zuerst entdeckt.***

  3. Raumfee

    26. Dezember 3:45

    Ich kann Frau Tretner absolut zustimmen. In einer solchen Situation schmilzt Liebe auf die Essenz zusammen, die wirklich wichtig ist – frei von Empfindlichkeiten, von Erwartungen, Bedingungen, Vorwürfen. Möge dein Weihnachten ähnlich sein.

    Lieber Gruß,
    Katja

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