gesunde Mutterliebe und große Buchliebe

015Die Grippe hatte mich erwischt und ich war fertig wie lange nicht mehr. Glieder schwer, der Kopf dick, der Hals kratzt und jede kleine Bewegung einfach nur zu viel. Ans Bett gefesselt, weil alles andere zu anstrengend wäre. Alleine mit mir und dem Buch, dass ich gleich bestellt hatte, als ich davon erfahren habe. In zwei Tagen gelesen. Und genesen.

Ich glaube fest daran, dass dieses Buch Anteil daran hatte. Es wurde mir so warm ums Herz und ein klein wenig feucht in den Augen. Mutterliebe. Diese große, unumstößliche schwappt einem in voller Wucht entgegen und hüllt einen ein. Geborgenheit fühlen mit einem Buch. Dieses Gefühl, das man als Kind hatte an Samstagsabenden gebadet und eingewickelt in ein viel zu großes Badetuch, leicht matt vom heißen Wasser auf dem Sofa sitzend, meine Mutter in der Küche und mein Vater irgendetwas schreibend oder sortierend im Hintergrund ein Fußballspiel im Radio oder Barock-Musik. (Beides Dinge, die ich auch heute noch nur kurz hören muss, um hoffnungslos melancholisch zu werden) Diese Geborgenheit aus Kindertagen, in denen man noch nicht wusste oder ahnte, dass es nicht überall so warm und sicher und man selbst so gut aufgehoben ist,  scheint auf jeder Seite durch.

Das Buch zu lesen ist wie ein warmes Bad in diesem Gefühl von Geborgeneheit, von warmer, dicker Liebe und dem, was Familie sein kann, nämlich ein Ort, wo es gut ist, wie man ist, auch wenn man selbst gerade gar nicht gut drauf ist, sondern schrecklich nörgelig und sich selbst nur schwer ertragen kann.

Es ist ein so nahes Buch, weil Okka einen ganz nah heranlässt. Das ist nie peinlich berührt, sondern immer nur von dieser menschlichen Wärme. Ich kann so vieles verstehen. Die Sehnsucht nach Stunden alleine, das Gefühl des Alleine-Seins und der Moment, wenn es ins Verloren-sein abrutscht. Das sich verrennen im Streit, wenn ich mich selbst nicht leiden kann, ob meiner Kleingeistigkeit und weil ich grundsätzlich werde. Und dass sie den Film Beginners auch so mochte und jetzt bin ich wie ein verliebter Teenager, der nach Gemeinsamkeiten fahndet und diese dann als Zeichen für ewiges Glück wertet, aber so fühlt es sich an. Wie das Gespräch mit einer Freundin.

Es gibt entweder die Bücher, die das Muttersein hochjubeln und es gibt diejenigen, die Angst machen, weil es eine einzige anstrengende Grenzerfahrung zu sein scheint. Okkas Buch ist eines voller Liebe, Geborgenheit und Wärme. Es ist ehrlich, ungeschminkt. Und es macht heile.
Nach dem Buch will man nur eines: Ganz schnell ein Baby machen und eine Familie gründen.

4 Comments
  1. doris

    11. Oktober 21:57

    es gibt eine mutter,,,,

  2. susanne

    12. Oktober 7:16

    ♥wenn ich mal wieder Zeit habe werde ich es bestimmt lesen♥

  3. Katrin

    23. Oktober 17:18

    Klingt toll. Ich habe es direkt bestellt.

  4. verenasp

    27. Oktober 12:18

    Ich habe es geliebt!!

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