19583107216_1978d149f9_kWas Kino kann. Wenn es ein guter Film ist, dann bleibe ich noch ganz lange im Saal sitzen, weil ich noch so tief in der Geschichte versunken bin, nicht möchte, dass es aufhört. Das helle Licht draußen, die Geräusche das ist alles zuviel. Die Welt soll noch warten. Nur ein paar Minuten noch. Denn so schnell werden die Bildern in meinem Kopf überlagert und ich möchte sie noch ein wenig bewahren und halten. 
Diese Filme hier sind kurz. Und doch gelingt das Baden und Versinken in den Bildern. Es ist nie eine Frage der Zeit. Wenige Minuten in einer anderen Welt genügen und man fühlt sich so leicht. Eingetaucht wie in das Abendlicht von Nizza.

  • Dieser. Zehn Minuten eine kleine, verwobene, heitere-traurige Liebesgeschichte. Ganz langsam, manchmal auch in Zeitlupe und mit der schönen Natalie Portmann. Alleine die letzte Szene. In blau getaucht auf dem Balkon im gelben Bademantel. Zum Luft anhalten schön. Ein Bild zum immer mit sich tragen. Und dann ist noch die Musik, die verwobene Erzählung. Ein wunderbarer kleiner Eintauch-Abtauch-Film.
  • Dieser. Der zeigt was die Filme von Wes Anderson ausmacht: Niemand arrangiert so wunderschön, niemand hat ein so feines Auge für Details und Kompositionen. Das sorgfältige Kombinieren, der goldene Schnitt, die klare Linie. Die Details. “Details are not the details. Details make the design”, hat Charles Eames gesagt. Wer diesen Satz nicht versteht, hat nach diesen paar Filmminuten eine Ahnung davon.
  • Kein Kurzfilm, aber ein ganz besonderes Erlebnis. “Die Schwerkraft der Idioten” ist ein Off-Theater-Inszenierung, die gerade in München aufgeführt wird. Ich würde sofort hingehen, wäre ich nicht hier im Süden Frankreichs. Diese Menschen haben vor vielen Jahren mit dem Institut für Glücksfindung ein Stück aufgeführt, das mir immer noch nachgeht. Es ist wenig bekannt. Was so schade ist. Es sind ganz besondere Abende, die lange, lange nachhallen. Es gibt nur wenige Karten und nur wenige Aufführungen im Juli. Sie lohnen sich. So sehr.